Welche Super-League-Trainer «überleben» die Saison?

Patrick Lämmle

14.1.2021 - 16:55

Fabio Celestini, Fabio Grosso und Ciriaco Sforza: Werden sie Ende Saison noch Trainer sein?
Bild: Keystone

Vor der Saison hat «blue Sport» prophezeit, dass mindestens vier Super-League-Trainer entlassen werden, trotz finanziell angespannter Lage. Bevor der Ball am 17. Januar wieder rollt, ziehen wir eine erste Bilanz.

Spätestens in der 15. Runde werde man ein neues Gesicht an der Seitenlinie sehen, glaubten wir zu wissen. Tatsächlich kam es bereits nach der 3. Runde zur ersten Trainer-Entlassung. Nach 108 Partien wurde Ludovic Magnin beim FCZ geschasst. Dass es für ihn eng werden würde, war absehbar. Dass die Beziehung bereits nach drei Runden (1 Punkt) in die Brüche gehen würde, kam dann allerdings doch ein wenig überraschend. Zu weiteren Entlassungen kam es in der laufenden Saison (noch) nicht.

Warnhinweis: Die Prozentzahlen sind mit Vorsicht zu geniessen, sie sind nicht wissenschaftlich fundiert.


FCZ   

Entlassen

Ludovic Magnin

Als dienstältester Trainer führte er den FCZ in die Saison. Inzwischen ist er seinen Job los.


Sion   

Neu: 20 Prozent (+15) Überlebenschance

Fabio Grosso

Besonders gefährdet schien uns vor der Saison Fabio Grosso. Daran hat sich wenig geändert, der Italiener steht unter gewaltigem Druck. Sion, das immer gross träumt, steckt im Tabellenkeller, nur Vaduz steht noch schlechter da (und nach Verlustpunkten der FC Luzern). Mal schauen, ob Christian Constantins Geduldsfaden tatsächlich nicht reisst, denn er plant ja langfristig mit Grosso. Hat er gesagt! Doch CC hat schon vieles gesagt – nur gehandelt hat er noch öfters.


Luzern   

Neu: 30 Prozent (-25) Überlebenschance

Fabio Celestini

Der FC Luzern kommt auch in dieser Saison nicht so richtig auf Touren. Eine positive Entwicklung im Team des 45-Jährigen ist nicht wirklich erkennbar. Celestini braucht einen guten Start in die Rückrunde, sonst wird die Luft schon bald sehr, sehr dünn.


Vaduz   

Neu: 50 Prozent (-20) Überlebenschance

Mario Frick

Frick hat Vaduz in die Super League geführt – das hätte kaum jemand für möglich gehalten. Nun tun sich die Liechtensteiner auf höchster Stufe aber äusserst schwer und steuern auf den direkten Wiederabstieg zu. Das muss nicht zwingend bedeuten, dass Frick entlassen wird. Schafft er den Turnaround, dann werden sie ihm im Ländle wohl eine Statue errichten.


Basel   

Neu 60 (+10) Prozent Überlebenschance

Ciriaco Sforza

Die Unruhen rund um den Verein waren vor und zu Beginn der Saison gross, inzwischen ist ein bisschen Ruhe eingekehrt. Bleibt es dabei? Der FCB ist im zweiten Rang klassiert, fünf Punkte hinter YB, dieser könnte allerdings auf acht Punkte anwachsen. Es müsste schon sehr viel schief laufen, dass Sforza noch vor Saisonende seinen Job los ist. Aber der FCB war in jüngerer Vergangenheit für die eine oder andere Überraschung gut.


Lausanne   

Neu: 65 Prozent (+25) Überlebenschance

Giorgio Contini

Der 47-Jährige hat Lausanne in die Super League geführt und es sieht nicht danach aus, als sei die Mission Ligaerhalt gefährdet. Bricht der Aufsteiger nicht urplötzlich ein, so dürfte Contini die Saison als Lausanne-Coach beenden. Aber Achtung: In der Vorsaison hat die Contini-Elf in der Rückrunde arg geschwächelt, der direkte Aufstieg geriet zwischenzeitlich in Gefahr.


Lugano   

Neu: 60 Prozent (+30) Überlebenschance

Maurizio Jacobacci

Lugano startete hervorragend in die neue Saison, Jacobacci schien so sicher im Sattel zu sitzen, wie kaum je ein Lugano-Trainer vor ihm in der Ära Renzetti. Doch in den letzten Runden geriet die Maschinerie ins Stocken. Aktuell grüssen die Tessiner «Remis-Könige» aus dem oberen Mittelfeld.


Servette   

Neu: 70 Prozent (-10 Prozent) Überlebenschance

Alain Geiger

Vor der Saison schien uns Alain Geiger alles andere als ein Wackelkandidat zu sein, als Servette nach fünf Runden von der Tabellenspitze grüsste noch weniger. Zwischenzeitlich sah es dann allerdings nicht so gut aus für den 60-Jährigen, die Grenats gerieten arg ins Strudeln. Vor der Winterpause drückte Servette den Fuss dann aber noch einmal aufs Gaspedal und blieb fünf Mal in Folge (drei Siege) ungeschlagen. Keine andere Mannschaft holte aus den letzten fünf Spielen mehr Punkte.


St.Gallen   

95 Prozent (+/- 0) Überlebenschance

Peter Zeidler

In St. Gallen planen sie langfristig, die Verträge mit Cheftrainer Peter Zeidler und Sportchef Alain Sutter wurden nach der letzten Saison bis 2025 verlängert. Selbst wenn es sportlich nicht so gut laufen sollte, Zeidlers Stuhl wird nicht wackeln. Und sportlich läuft es ja, und dies, obwohl der FCSG gewichtige Abgänge zu verkraften hatte, ganz ordentlich.


YB   

Neu: 99 Prozent (+9) Überlebenschance

Gerardo Seoane

Am 7. Dezember hat YB den Ende Saison auslaufenden Vertrag mit Trainer Gerardo Seoane um zwei Jahre bis 2023 verlängert. YB ist Tabellenerster, im Cup noch dabei und auch in der Europa League ist die Reise noch nicht zu Ende. Es müsste schon irgendetwas Aussergewöhnliches vorfallen, damit Seoane seinen Job verliert. Mit Fussball hätte das dann wohl nichts zu tun.


FC Zuerich Cheftrainer ad interim Massimo Rizzo waehrend dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich und dem FC St. Gallen im Stadion Letzigrund am Mittwoch, 9. Dezember 2020, in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)
FCZ   

99 Prozent Überlebenschance

Massimo Rizzo

Am 24. Dezember verkündete der FCZ, dass die Zusammenarbeit mit Magnin-Nachfolger Massimo Rizzo als Cheftrainer der ersten Mannschaft fortgesetzt werde. Der 46-Jährige hat einen Vertrag bis Sommer 2022 unterschrieben. Sorgt Rizzo nicht als Verschwörungstheoretiker für Furore oder mit sonst einem handfesten Skandal, dann wird er auch Ende Saison noch Trainer des FCZ sein.


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