«Ich wollte den Journalisten nicht enttäuschen»

Djokovic äussert sich in Australien erstmals selbst zu Vorwürfen

SDA

12.1.2022 - 04:51

Djokovic gibt falsche Angaben in Einreisepapieren zu

Djokovic gibt falsche Angaben in Einreisepapieren zu

Der serbische Tennisstar Novak Djokovic hat zugegeben, bei seiner Einreise nach Australien falsche Angaben gemacht zu haben. Ausserdem hat er eingeräumt, vor einem Interview von seinem positiven Coronatest gewusst zu haben.

12.01.2022

Zum ersten Mal seit seiner Reise zu den Australian Open äussert sich Novak Djokovic selbst ausführlich zu dem Fall. Der Tennisstar bezieht vor allem Stellung zu seinem positiven PCR-Test im Dezember und öffentlichen Terminen.

SDA

12.1.2022 - 04:51

Novak Djokovic hat sich erstmals seit seinen Einreiseproblemen nach Australien selbst ausführlich dazu geäussert. Der 34-Jährige bezog vor allem Stellung zu seinem positiven Corona-Test im Dezember und den Vorwürfen, er habe sich trotzdem in der Öffentlichkeit gezeigt und damit gegen die Bestimmungen in seinem Heimatland Serbien verstossen.

Nach Djokovics bei Instagram veröffentlichten Angaben habe er am Tag vor einer Veranstaltung mit Kindern einen negativen Antigentest gemacht und aus reiner Vorsicht auch noch einen PCR-Test. «Ich hatte keine Symptome und fühlte mich gut und ich erhielt die Nachricht des positiven PCR-Tests erst nach der Veranstaltung», schrieb er.

Am folgenden Tag habe er ein lange vereinbartes Interview mit der französischen Sportzeitung «L'Equipe» geführt. «Ich habe mich verpflichtet gefühlt, das Interview durchzuführen, da ich den Journalisten nicht enttäuschen wollte. Aber ich habe sichergestellt, dass ich Distanz hielt und eine Maske trug, ausser als ein Foto von mir gemacht wurde.»

Dennoch räumt der Serbe Fehler ein. «Obwohl ich nach dem Interview nach Hause bin und mich für die vorgeschriebene Dauer in Isolation begeben habe, war das, nach genauerem Nachdenken, eine Fehleinschätzung und ich sehe ein, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen», schrieb Djokovic weiter.

«Menschlicher Fehler» des Agenten

Dass in seinem Einreiseformular fälschlicherweise angegeben wurde, er sei in den 14 Tagen vor seinem Flug nach Australien nicht gereist, bezeichnete Djokovic als menschlichen Fehler seines Agenten, der sicher nicht absichtlich geschehen sei.

Seine Mitarbeiter hätten den australischen Behörden weitere Informationen zur Verfügung gestellt, um in diesem Zusammenhang für Klarheit zu sorgen. Es sei ihm wichtig gewesen, all dies klarzustellen, aber er werde sich aus Respekt vor der australischen Regierung nicht weiter zu den Vorkommnissen äussern.



Auch die Mutter des Tennis-Weltranglisten-Ersten hat sich zu Wort gemeldet. Dijana Djokovic forderte die australische Regierung am Mittwoch auf, das Visum ihres Sohnes nicht noch in letzter Minute aufzuheben und ihn das Turnier spielen zu lassen. «Werfen Sie ihn nicht raus. Er ist kein Politiker, er ist ein Tennisspieler. Er ist kein Krimineller, er ist doch kein Mörder», sagte sie dem Sender Channel 7.



Entscheid des Ministers steht noch aus

Djokovic war in der vergangenen Woche die Einreise ins Land verweigert worden, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und den Behörden die Dokumentation seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht ausreichte.

Weil die Grenzbeamten ihm allerdings nicht die vereinbarte Zeit zur Klärung zugestanden hatten, wurde die Entscheidung im Laufe einer Gerichtsverhandlung am Montag gekippt. Der australische Einwanderungsminister hat sich vorbehalten, von seinem persönlichen Recht Gebrauch zu machen und Djokovics Visum dennoch ungültig zu machen. Diese Entscheidung steht noch aus.

TV-Reporter Caderas: «Djokovic jubelte beim Betreten des Courts, die Szene war surreal»

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Der Bündner Ursin Caderas berichtet für CNN und die ATP und ist mitten im Geschehen in Melbourne. Er ordnet für blue News die jüngsten Ereignisse um Novak Djokovic ein.

11.01.2022

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