«Verletzter» Djokovic: «Habe mich so gut gefühlt wie seit zwei Wochen nicht»

SDA

18.2.2021 - 14:00

Novak Djokovic war vom überraschenden Russen Aslan Karazew nicht zu stoppen: Der Serbe greift am Sonntag nach seinem neunten Titel in Melbourne.
Bild: Keystone

Novak Djokovic steht an den Australian Open wie gewohnt im Final, seinem neunten. Er löst die Pflichtaufgabe im Halbfinal gegen den russischen Qualifikanten Aslan Karazew souverän in drei Sätzen.

Keiner hatte erwartet, dass die (noch) Nummer 114 der Welt dem Titelverteidiger und Weltranglistenersten Djokovic ein Bein stellen kann. Der Aussenseiter, der in seinem ersten Grand-Slam-Turnier überhaupt ein wahres Tennismärchen geschrieben hat, startete zwar stark, ab dem 3:3 im ersten Durchgang gewann der Titelfavorit aber bis zum 5:1 im zweiten Satz acht von neun Games und schaffte damit eine Vorentscheidung.



Mit Ausnahme einer kurzen Konzentrationsschwäche, in der Djokovic den nie aufsteckenden Russen noch auf 5:4 aufholen liess und sogar zwei Breakbälle zum 5:5 abwehren musste, hatte er alles im Griff. Von einer möglichen Verletzung, die den Melbourne-Rekordsieger nach der 3. Runde noch von Aufgabe sprechen liess, war definitiv nichts mehr zu sehen. Djokovic schlug wie im Viertelfinal gegen Alexander Zverev sehr gut auf und nützte nach nicht mal zwei Stunden seinen ersten Matchball mit dem 17. Ass zum standesgemässen 6:3, 6:4, 6:2-Sieg.

Australian Open: Djokovic steht zum neunten Mal im Final

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Djokovic auf Rekordjagd

«Ich habe mich heute so gut gefühlt wie die ganzen zwei Wochen nicht», stellte Djokovic zufrieden fest. «Physisch und mental.» Auf die Verletzung, ob es nun ein Muskelfaserriss, eine Zerrung oder sonst etwas war, wollte der 33-Jährige aus Belgrad nicht eingehen. Noch nicht, erst «nach dem Turnier» wolle er darüber sprechen.

Djokovics Bilanz an den Australian Open ist so oder so eindrücklich. Zum neunten Mal erreichte er den Final, die bisherigen acht Mal gewann er auch das Turnier. Sein diesjähriger Gegner wird am Freitag zwischen einem weiteren Russen, Daniil Medwedew, und dem griechischen Publikumsliebling, Stefanos Tsitsipas, ausgespielt.

Am 8. März wird der Serbe mit dannzumal 311 Wochen Roger Federers Allzeit-Bestmarke als Nummer 1 der Weltrangliste übertreffen, aber auch sonst ist Djokovic weiter auf Rekordjagd. Er spielt am Sonntag in Melbourne seinen 28. Grand-Slam-Final, zieht damit mit Rafael Nadal gleich und liegt nur noch drei Finals hinter Federer. Wenn er gewinnt, schliesst er mit dem 18. Titel bis auf zwei Einheiten zu den Rekordhaltern Federer und Nadal auf.

«Business as usual» also für Djokovic. Für Aslan Karazew wird im Alter von bereits 27 Jahren hingegen einiges ändern. Der Russe aus dem Nord-Kaukasus verbessert sich im ATP-Ranking in die Top 50. Und das heisst für ihn vor allem eines, wie er mit einem zufriedenen Grinsen sagte: «Keine Qualifikationen mehr.»

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