20.03.2016 - 15:00

AlpConnectar: Sprachunterricht per Videotelefonie

Alejandro Jiménez, Nachhaltigkeitsblog
 

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Drei Schweizer Schulklassen aus verschiedenen Sprachregionen verbinden sich regelmässig via Videotelefonie. Die Internettechnologie «AlpConnectar» wird dabei für den Sprachunterricht genutzt.

Schulklassen aus den Kantonen Tessin, Wallis und Graubünden bringen sich per Videotelefonie gegenseitig ihre Muttersprache bei. Die Kinder haben ein gleichaltriges Gegenüber, das gleichzeitig lehrt und lernt. So werden geografische Distanzen überwunden und Wissen spielerisch ausgetauscht.

Sprachunterricht digital

«AlpConnectar ist das Resultat eines Abkommens, welches zur Zusammenarbeit zwischen den pädagogischen Hochschulen der Kantone Wallis, Tessin und Graubünden sowie der Swisscom geführt hat. Das Projekt reiht sich in verschiedene Forschungs- und Entwicklungsvorhaben ein, die zum Ziel haben, die kleinen Schulen im alpinen und ländlichen Raum zu unterstützen. Das Ziel von AlpConnectar besteht darin, den SchülerInnen echte Kommunikationsmöglichkeiten in ihrer schulischen Zweitsprache zu bieten, indem sie in Form von Projektarbeit gezielt ausgewählte Themen behandeln.» So lautet die Projektbeschreibung von AlpConnectar. Doch was bringt der Sprachunterricht durch Internettelefonie wirklich?

Über die Sprache hinaus

Der Austausch mit gleichaltrigen Muttersprachlern bringt scheinbar mehr Vorteile, als nur das Erlernen einer Fremdsprache. Denn die Klassen lernen nicht nur spielerisch und audiovisuell eine andere Sprache, sondern gleichzeitig auch die richtige Aussprache, den Umgangston und die Mentalität der anderen Sprachregionen kennen. Sprachunterricht ist kein von der Lehrperson auferlegtes Abfragen und Üben mehr, nein, die Kinder bringen sich in der direkten Anwendung anhand von Projektarbeiten die Sprachen bei. Und dies mit relativ wenig Anstrengung, wie es scheint. «Ich finde Italienisch jetzt spannender – es ist toll mit den anderen Schülern zu sprechen und zu hören, wie die Sprache richtig klingt», sagt die Schülerin Rafaela gegenüber MySchool von SRF über AlpConnectar. Der Höhepunkt des Projekts ist das zusätzliche reale Kennenlernen des Gegenübers. Das fördert und bereichert den Unterricht, bietet gleichzeitig neue soziale Kontakte und Verständnis für andere Kulturen, wie wir sie in der Schweiz auf engstem geografischem Raum pflegen und schätzen.

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Digitales Lernen ist in

Das Experimentieren mit digitalen Lehrmitteln an Schweizer Schulen ist nicht neu. Mit virtuellen Lernumgebungen wie beispielsweise QuesTanja werden die Lernenden angehalten, sich die Art und Reihenfolge von Lernaufgaben selber zusammenzustellen und ein Resultat in Form von gesammelten Erfahrungspunkten zu erhalten. Die Vorteile sind automatische Auswertungen und somit bessere Kontrolle über den Lernstand der Schülerschaft durch die Lehrperson. Die Schüler arbeiten individueller und haben Spass am Lernen. Gleichzeitig lernen sie als «Digital Natives» automatisch mit neusten Technologien umzugehen. Solche digitalen Hilfsmittel sind meist aufwändig in der Programmierung und kostenintensiv. Doch nicht immer müssen für digitalen Unterricht umfangreiche Programme entwickelt werden. Dies kann auch mit bestehenden und kostenlosen Werkzeugen erfolgen. So basiert das Projekt AlpConnectar auf der Technik der Internettelefonie, wie sie heutzutage kostenlos zur Verfügung steht.

Bild zum Artikel

Das ist nicht etwa ein Computerspiel, sondern die virtuelle Lernplattform QuesTanja.
Bild: Screenshot QuesTanja.org

Muss das sein?

Nach wie vor stehen ältere Generationen, die noch ausschliesslich mit Kreidetafel, Reinheft und Füllfederhalter geschult worden sind, der digitalen Bildung eher kritisch gegenüber. Aufgehalten werden kann die Digitalisierung der Bildung jedoch nicht. Die Frage ist eher, wie und wie schnell die Digitalisierung in der Schweizer Bildungslandschaft Einzug hält. Projekte wie AlpConnectar zeigen den Gewinn auf, der mit wenig Aufwand aus neuartigen Unterrichtsformen mit digitalen Hilfsmitteln gezogen werden kann. Und – dass die Kinder Spass an dieser Art des Lernens haben.

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