Der unbekannte Chinese - Leapmotor C10 im Langzeittest
Unbekannt und erst noch chinesisch, das ist der Leapmotor C10. Die GO! Redaktion hat das Elektroauto mit Range Extender ein halbes Jahr getestet, wir sagen im Video, was gut ist und welche Schwächen der Chinese noch hat.
Ein halbes Jahr im Alltag und über 6000 Kilometer später zeigt sich: Der Leapmotor C10 REEV ist günstig, gut ausgestattet und überraschend alltagstauglich – trotz kleiner Macken bei Software und Assistenten.
Die GO!-Redaktion hat den Leapmotor C10 in den letzten sechs Monaten intensiv begleitet. Ein Auto aus China, eine Marke, die niemand kennt – und ein Preis, der zunächst eher Stirnrunzeln als Begeisterung auslöst.
Leapmotor ist in der Schweiz noch praktisch unbekannt. Kann er im Langzeittest überzeugen?
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Laila fasst es treffend zusammen: «Die Schweizer sind skeptisch gegenüber Autos, die sie nicht kennen. Und noch skeptischer sind sie, wenn sie aus China kommen und günstig sind.»
Trotzdem zeigt sich schon früh, dass man vor diesem Auto keine Angst haben muss.
Wer steckt hinter Leapmotor?
Leapmotor ist ein junges chinesisches Unternehmen, gegründet 2015 und seit 2019 mit den ersten Modellen auf dem Markt.
Durch das Joint Venture mit Stellantis hat die Marke seit September 2024 festen Boden in der Schweiz, inzwischen an 28 Standorten.
Leapmotor ist ein junges chinesisches Unternehmen, das 28 Standorte in der Schweiz hat.
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Der Markteintritt basiert bewusst auf einer radikalen Preispolitik – und der C10 ist das klarste Beispiel dafür.
Preis & Ausstattung: Viel Auto für wenig Geld
Der Leapmotor C10 hat uns zu Beginn mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis überrascht. Für 37’900 Franken bekommt man ein voll ausgestattetes Fahrzeug, das in dieser Preisklasse untypisch luxuriös wirkt.
Der Leapmotor C10 hat ein grosses Panoramadach.
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Ambientebeleuchtung, eine elektrische Heckklappe, getönte Scheiben hinten, beheizte und belüftete Sitze sowie ein beheizbares Lenkrad gehören zum Standard. Einzig die fehlenden Parksensoren vorne wären wünschenswert, doch die 360-Grad-Kamera kompensiert das gut.
Verarbeitung und Komfort wirken hochwertig, und die Klangverteilung im Innenraum erinnert eher an deutlich teurere Fahrzeuge.
Auch die Verbindung über die App funktionierte über die Test-Monate hinweg zuverlässig, ob beim Vorheizen im Winter oder beim Vorkühlen im Sommer.
Infotainment: Zwischen Alltagstauglichkeit und Frustmomenten
Im Alltag zeigen sich allerdings auch Schwächen. Die Sprachsteuerung ist noch nicht auf dem Niveau, das man sich wünscht. Einige Befehle funktionieren zuverlässig, andere nicht.
Schwerwiegender fällt auf, dass das Display im Testzeitraum mehrmals komplett schwarz wurde. Ein kurzer Kniff über eine Lenkradtaste brachte es meist rasch zurück, doch sollte so etwas nicht passieren.
Das Infotainment hatte besonders vor dem Update noch Schwächen.
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Immerhin wurden viele dieser Probleme mit einem späteren Softwareupdate deutlich entschärft. Das Update musste wegen der fehlenden SIM-Karte über einen Handy-Hotspot geladen werden, funktionierte aber erstaunlich unkompliziert.
Assistenten: Nervig vor dem Update, deutlich besser danach
Die Assistenzsysteme waren vor dem Update der grösste Kritikpunkt. Der Spurhalteassistent arbeitete derart empfindlich, dass Laila ihn konsequent deaktivierte, weil er sich ständig gegen sie «stemmen» wollte.
GO! hat mit dem Leapmotor C10 verschiedenen Alltagssituationen getestet.
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Nach dem Update zeigte sich ein komplett anderes Bild: Der Assistent wurde ruhiger, präziser und wesentlich alltagstauglicher.
Insgesamt beeindruckt, wie viel sich bei modernen Fahrzeugen mittlerweile über Software verbessern lässt.
Der Antrieb: Der REEV als Geheimwaffe
Beim Antrieb hat der C10 von Anfang an überzeugt. Das REEV-System kombiniert einen 158 kW starken Elektromotor mit einem Verbrenner, der ausschliesslich die Batterie lädt und niemals die Räder antreibt.
Das Fahren mit Range Extender findet GO! Redaktorin Laila angenehmer als mit einem Plug-In-Hybrid.
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Das Auto fährt also immer elektrisch, unabhängig davon, ob der Range Extender läuft oder nicht. Dadurch bietet der C10 ein ausgesprochen ruhiges Fahrgefühl ohne die typischen Umschaltmomente klassischer Plug-in-Hybride.
Die rein elektrische Reichweite liegt bei 145 Kilometern, kombiniert schafft der C10 bis zu 970 Kilometer. Für Pendlerinnen und Pendler bedeutet das: ein klarer Vorteil im Alltag.
Alltag & Verbrauch: Sehr günstig unterwegs
Über 6000 Kilometer im halben Jahr – mit vielen Kurzstrecken und wöchentlichen Fahrten über 200 Kilometer – hat sich das REEV-Konzept als äusserst effizient erwiesen. Die meiste Zeit konnten wir elektrisch fahren, was die Kosten massiv senkt. Eine volle Batterieladung für 145 Kilometer kostet etwa acht Franken. Die gleiche Strecke mit Benzin käme auf rund 19 Franken.
Der Leapmotor C10 kann auch an der Schnellladestation geladen werden.
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Weil der C10 so oft elektrisch unterwegs ist, vergisst man das Laden fast, und durch die grosse E-Reichweite muss man viel seltener an die Säule als bei einem klassischen Plug-in-Hybrid.
Fazit: Ein unterschätztes Auto zum erstaunlich guten Preis
Der Leapmotor C10 REEV hat uns im Langzeittest positiv überrascht. Für knapp 38’000 Franken bietet er eine Ausstattung, die man normalerweise in deutlich höheren Preisbereichen erwartet.
Natürlich gibt es Schwächen wie das Display oder die anfänglichen Assistenten, doch wer bereit ist, etwas Neues auszuprobieren, und sich nicht von Vorurteilen leiten lässt, findet im C10 ein bemerkenswert gutes und vor allem günstiges E-Fahrzeug.
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