Winterreifen-TestWenn der günstige Reifen zum Risiko wird
Nueket Prosupo
20.11.2025
6:52
Budget-Reifen? Besser nicht
Evergreen, Goodride oder Landsail - Billigreifen locken nicht nur mit tiefem Preis, sondern auch mit gut klingenden Namen. Der Winterreifen-Test des TCS zeigt jedoch: Sicherheit hat seinen Preis. 14 Budgetreifen mussten antreten, 11 sind durchgefallen. Mehr zu den Testresultaten im Video.
Billigreifen locken mit tiefem Preis. Doch im Winterreifen-Test des TCS zeigt sich: Sicherheit hat ihren Preis. Fast alle Budget-Reifen fallen durch.
Der aktuelle TCS-Winterreifentest zeigt es deutlich: Von 14 getesteten Budgetreifen in der Dimension 225/40 R18 92V fielen elf durch – wegen mangelnder Sicherheit. Besonders auf nasser Strasse versagen viele Modelle.
Winterreifen müssen nicht nur auf Schnee, sondern vor allem auch auf nasser Strasse genug Sicherheit bieten.
ADAC
«Das Schlimme ist, wenn sie neu sind, merkt man kaum einen Unterschied», erklärt Reto Blättler, Reifenexperte beim TCS.
Billig, aber nicht sicher
«Sie funktionieren genau gleich – solange man nicht in eine Notsituation gerät oder zu schnell in die Kurve fährt. Aber schon nach 10’000 Kilometern merkt man, dass sie nicht mehr so ruhig sind wie ein Premium-Produkt.»
Bei Premiumreifen sind die Schaumlamellen bis ganz nach unten geschnitten und bieten so länger einen guten Grip.
TCS
Ein Hauptproblem sind laut Blättler die Schneelamellen. «Bei Budgetreifen verschwinden sie schnell. Beim teureren Premiumreifen sind sie bis nach unten geschnitten – so hat man auch bei zwei bis vier Millimetern Profil noch guten Grip im Schnee. Der Billigreifen ist dann nichts mehr wert.»
Drei Ausnahmen unter den Budgetreifen
Nur drei Budget-Modelle schaffen es im Test, zu überzeugen: Momo, Matador und Point S. Sie bestehen sowohl bei der Fahrsicherheit als auch bei den Umweltkriterien.
Nur drei Budget-Reifen bestehen den Winterreifen-Test.
ADAC
Viele andere Budgethersteller investieren laut Blättler zu wenig in Forschung und Entwicklung. «Bei Reifen gibt es einen Zielkonflikt zwischen Sicherheit und Umwelt. Premiumhersteller haben das über Jahre perfektioniert – Budgetmarken nicht.»
Schneeflocke heisst nicht sicher
Alle getesteten Reifen tragen das Schneeflockensymbol – und sind damit in der Schweiz zugelassen. Doch das allein garantiere keine Sicherheit, warnt Blättler:
«Das Symbol sagt nur, dass ein Reifen auf Schnee eine gewisse Traktion und Bremsleistung hat. Wir testen aber auch auf nasser Fahrbahn – und dort schneiden viele Budgetreifen sehr schlecht ab.»
Das Schneeflockensymbol ist keine Garantie für einen guten Winterreifen.
GO!
Wie schlecht, zeigen die Zahlen: Zwischen dem schlechtesten Reifen (Syron) und dem besten (Goodyear) liegt auf nasser Strasse ein Bremswegunterschied von 15 Metern.
«Dort, wo man mit dem Goodyear steht, fährt man mit dem Syron noch mit rund 45 km/h auf das Hindernis zu», so Blättler.
Premium schlägt Budget
Die vorderen Ränge im TCS-Test belegen bekannte Premiumhersteller wie Goodyear, Michelin, Bridgestone, Dunlop, Hankook und Continental.
Testsieger beim Winterreifentest vom TCS sind die Reifen von Goodyear, Michelin, Bridgestone...
GO!
… Dunlop, Hankook und Continental.
GO!
«Premiumprodukte sind über alle Kriterien hinweg ausgewogen», sagt Blättler. «Sie bieten gute Fahrsicherheit, hohe Laufleistung und bleiben trotzdem umweltfreundlich.»
Etwas günstiger, aber im Test ebenfalls solide, sind die sogenannten Quality-Reifen – Marken wie Kleber, Nokian Tyres, Ceat, Uniroyal, Fulda, Semperit, GT Radial oder Giti.
Die goldene Mitte: Quality-Reifen
Diese mittlere Kategorie profitiert oft von der Erfahrung grosser Mutterkonzerne. «Viele Quality-Marken haben Premiumhersteller im Rücken», erklärt Blättler.
«Sie verstehen den europäischen Markt besser – unsere nassen Strassen, den Schnee und die Anforderungen durch schwere E-Autos. Diese Hersteller testen mit uns und lernen schnell.»
Quality-Marken wie Nokian Tyres sind besser auf die nordeuropäischen Bedingungen abgestimmt.
Nokian Tyres
Im TCS-Test belegen sie meist das solide Mittelfeld – und sind eine gute Alternative für alle, die nicht zum teuersten Produkt greifen möchten, aber dennoch sicher unterwegs sein wollen.
Vorsicht beim Online-Kauf
Ein Problem bleibt: Der Markt wird zunehmend von Billigreifen aus China überschwemmt, vor allem online.
«Im Internet tauchen immer mehr neue Marken auf, die niemand kennt», warnt Blättler. Wer sicher fahren will, sollte sich vor dem Kauf informieren – etwa auf der Website reifen.tcs.ch. Dort lassen sich die Modelle direkt vergleichen.
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