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Mit ein bisschen Vorsicht lässt sich in den Ferien einfach eine unangenehme Roaming-Überraschung verhindern.
Swisscom
Eine Stunde telefonieren am Mittelmeerstrand kann schnell mal über 100 Franken kosten. Dabei ist es so einfach, die Kostenfalle zu umgehen. Dafür musst du vor der Abreise nur ein paar Minuten investieren.
32 Franken für zwei Megabyte Musik. Diese Rechnung kassierte ein Schweizer Handynutzer kürzlich nach einem kurzen Flug von Hannover nach Zürich. Sein Smartphone hatte sich unbemerkt ins Satellitennetz des Flugzeugs eingebucht. Solche Geschichten häufen sich jedes Jahr pünktlich zur Ferienzeit und sie treffen fast immer Leute, die nichts falsch gemacht haben, ausser eine Einstellung zu übersehen.
Während EU-Bürger dank «Roam like at Home» in Spanien oder Italien zum Heimtarif surfen, gilt das für uns Schweizer nicht. Die Schweiz ist weder EU- noch EWR-Mitglied und auch die im Frühjahr unterzeichneten Bilateralen III enthalten kein Roaming-Abkommen. Wer ohne Datenpaket einfach drauflos surft, zahlt den sogenannten Standardtarif. Der kann je nach Anbieter bis zu 3 Franken pro Megabyte betragen. Das entspricht 3'000 Franken für ein einziges Gigabyte. Also etwa eine Stunde Netflix in guter Qualität.
Immerhin bewegt sich der Markt und zwar deutlich. Swisscom hat ihre Datenpakete in diesem Jahr massiv verbilligt. 1 GB für die EU kostet neu 9.90 statt 14.90 und mit den neuen Länderpaketen surfst du ab 5.90 pro Gigabyte, wenn du nur ein einzelnes Land bereist. Praktischerweise bleiben die Pakete 12 Monate gültig, ungenutzte Daten verfallen also nicht nach den Ferien. Auch Sunrise und Salt haben nachgezogen und die Swisscom-Zweitmarken Wingo, Migros Mobile und Coop Mobile wurden ebenfalls günstiger.
Auf Kreuzfahrtschiffen und in Flugzeugen verbindet sich dein Handy mit Satellitennetzen, für die keinerlei regulierte Tarife gelten. Eine Gesprächsminute kostet dann schnell 3.70 bis 4.80. Swisscom deaktiviert Datenverbindungen auf Schiffen immerhin standardmässig. Bei Salt und Sunrise musst du selbst daran denken, den Flugmodus einzuschalten oder die automatische Netzwahl zu deaktivieren.
Die vielleicht überraschendste Falle lauert aber daheim. In Grenzstädten wie Basel oder Genf, aber auch in den Bergen kann sich dein Handy ins deutsche, französische oder italienische Netz einbuchen, sobald das Schweizer Signal schwächelt. Dann läuft der Roamingtarif, obwohl du die Schweiz nie verlassen hast.
Für Fernreisen ausserhalb Europas lohnt sich ein Blick auf Anbieter wie «Airalo», «Holafly» oder «Saily». Sie verkaufen digitale SIM-Profile mit Datenpaketen, die oft günstiger sind als klassische Roaming-Pakete. Der Haken bei diesen Paketen ist, dass sie meist nach 30 Tagen verfallen. Der Support sitzt irgendwo im Ausland und Schweizer Datenschutz gilt nicht zwingend. Für die zwei Wochen Thailand kann sich das trotzdem rechnen – für den Städtetrip nach Paris fährst du mit einem Datenpaket deines Schweizer Anbieters meist einfacher.