Quälende UngewissheitKI schluckt Jobs im Silicon Valley – Meta entlässt 8000 Personen
dpa
24.4.2026 - 21:45
Meta CEO Mark Zuckerberg hält sich gerne im Wirkungsfeld der Macht auf - hier bei der Amtseinführung von Donald Trump als 47. Präsident der Vereinigten Staaten am 20. Januar 2025 in der Rotunde des Kapitols in Washington.
Archivbild: KEYSTONE/KENNY HOLSTON
Der Facebook-Konzern Meta entlässt rund ein Zehntel der Belegschaft – und das könnte erst der Anfang sein. KI lässt die Jobs ihrer Erfinder im Silicon Valley wegfallen.
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24.04.2026, 21:45
25.04.2026, 06:43
dpa
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Beim Tech-Konzern Meta sollen rund 8000 Jobs gestrichen und tausende offene Stellen nicht mehr besetzt werden – ein deutlicher Einschnitt.
Hintergrund ist der rasante Einsatz von KI, die immer mehr Aufgaben übernimmt und Teams verkleinern lässt.
Gleichzeitig wächst die Unsicherheit unter den Mitarbeitenden, während der Konzern massiv in KI-Infrastruktur investiert.
Die geplante Entlassung von fast 8000 Mitarbeitenden beim Facebook-Konzern Meta ist ein Zeichen der Zeit: Künstliche Intelligenz ersetzt Jobs von Menschen in der Tech-Wiege Silicon Valley.
Meta-Chef Mark Zuckerberg signalisierte bereits im Januar, wohin die Reise geht. 2026 sei das Jahr, in dem KI anfangen werde, die Arbeitsweisen «dramatisch» zu verändern. Man erlebe, dass «Projekte, die früher ein grosses Team brauchten, nun von einer einzigen, sehr begabten Person erledigt werden», schwärmte der Facebook-Gründer.
Das warf schon damals die Frage auf: Was könnte das für die Jobs bedeuten? Jetzt kommt die Antwort: Rund jeder zehnte Beschäftigte bei Meta wird am 20. Mai entlassen. Ausserdem sollen etwa 6000 bereits freie Stellen nicht besetzt werden.
Leaks: Meta wollte Pläne noch geheimhalten
Es ist allerdings erst April – und der Belegschaft stehen damit rund vier Wochen quälender Ungewissheit bevor, wer den Job behalten darf und wer gehen muss. Das sei «unglaublich aufreibend», räumte Personalchefin Janelle Gale in einer E-Mail an die Mitarbeitenden ein. Aber man habe nach Leaks die noch nicht finalisierten Pläne bekanntgeben müssen.
Künstliche Intelligenz ist schon seit einiger Zeit gut darin, Software zu schreiben. Das eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, Programmierer-Jobs einzusparen. Software-Code, den früher Menschen eintippten, wird heute immer häufiger von KI erzeugt. Aufgabe der Mitarbeitenden ist lediglich die Kontrolle. Bei Google etwa kommen nach jüngsten Angaben bereits 75 Prozent des neu produzierten Programmcodes aus KI-Werkzeugen.
Der nächste Schritt sind sogenannte KI-Agenten: Software, die eigenständig Aufgaben – auch Abfolgen davon – erfüllen kann. In einer zweiten Meta-Mail, von der das «Wall Street Journal» berichtete, schrieb der Technikchef und Zuckerberg-Vertraute Andrew Bosworth, dass darin die Vision für die Zukunft des Konzerns liege. Die KI-Agenten sollten den Grossteil der Arbeit erledigen. Die Rolle der menschlichen Mitarbeitenden sei, sie «anzuführen, zu prüfen und ihnen zu helfen, besser zu werden», zitierte die Zeitung aus der E-Mail.
Kahlschlag bei Bezahldienst trotz profitablem Geschäft
Kaum eine Woche vergeht derzeit im Silicon Valley ohne die Ankündigung von Stellenstreichungen – meist in der Grössenordnung einiger Hundert Jobs. Doch rund zwei Monate vor der Meta-Ankündigung griff der Zahlungsdienstleister Block des Twitter-Mitgründers Jack Dorsey zu einem Kahlschlag: Mehr als 4000 der zuvor 10'000 Beschäftigten mussten gehen.
Jack Dorsey feuerte mehr als 40 Prozent der Belegschaft bei seinem Zahlungsdienstleister Block – und glaubt, dass andere Unternehmen einen ähnlichen Weg gehen werden. (Archivbild)
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Auslöser für die Massenentlassung seien nicht finanzielle Probleme, schrieb Dorsey damals beim Twitter-Nachfolgedienst X. Das Geschäft wachse und werde profitabler. «Aber etwas hat sich verändert.» Man sehe, dass KI-Werkzeuge im Zusammenspiel mit kleineren Teams eine «neue Art zu Arbeiten» ermöglichten, mit der sich grundlegend verändere, wie man ein Unternehmen aufbaue und führe.
Dorsey ging sogar noch weiter und prophezeite, dass binnen eines Jahres «die Mehrheit der Unternehmen» zu solchen Schlüssen kommen und ähnliche strukturelle Veränderungen anstossen werde.
KI-Modelle lernen von den Mitarbeitenden
Bei Meta unterdessen hiess es zur Begründung für die Entlassungen, man wolle das Unternehmen effizienter machen und Ausgaben ausgleichen. Meta investiert gerade in grossem Stil in Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Allein für dieses Jahr wurden Kapitalinvestitionen zwischen 115 Milliarden und 135 Milliarden US-Dollar (90 Mrd bis 106 Mrd Euro) in Aussicht gestellt.
In den vergangenen Tagen war Meta bereits in den Schlagzeilen, weil sich im Netz eine interne Ankündigung verbreitete, wonach Mitarbeitende des Konzerns sich darauf einstellen müssen, dass ihre Computer-Nutzung von Software aufgezeichnet werden soll – damit künftige KI-Modelle daraus lernen können.