KI sei dank Mann knackt Bitcoin-Wallet mit 400'000 Dollar nach 11 Jahren

Martin Abgottspon

20.5.2026

Ein Bad in Bitcoins. Ein Amerikaner freut sich über verloren geglaubtes Geld.
Ein Bad in Bitcoins. Ein Amerikaner freut sich über verloren geglaubtes Geld.
Gemini @blue News

Ein Amerikaner hat mit Hilfe der KI Claude den Zugriff auf sein Krypto-Wallet zurückgewonnen. Dieses konnte er seit über zehn Jahren nicht mehr öffnen. Der Inhalt ist heute mehr als 400'000 Dollar wert.

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein Bitcoin-Besitzer hatte seit 11 Jahren keinen Zugriff auf eine Wallet mit über 400'000 Dollar Wert.
  • KI-Chatbot Claude analysierte Daten eines alten Laptops und fand einen technischen Fehler in der Passwortzuordnung.
  • Nach der Korrektur knackte ein Tool das Passwort. Für Rechenkosten von rund 15 Dollar.

Der Mann, der sich auf der Plattform X unter dem Namen «cprkrn» bewegt, hatte zu Studienzeiten fünf Bitcoin für je rund 250 Dollar gekauft. Damals konsumierte er Drogen und änderte im Rausch das Passwort seiner Wallet – welches genau, wusste er danach nicht mehr. Seither schlummerte das Geld unangetastet auf der digitalen Brieftasche, während der Bitcoin-Kurs in schwindelerregende Höhen stieg.

Dass er nicht einfach aufgab, zeigen die Zahlen: Mit dem Open-Source-Tool «btcrecover» liess er über Jahre mehr als 3,5 Trillionen Passwortkombinationen automatisch durchprobieren – ohne Ergebnis. Zum Vergleich: Selbst wenn der Computer eine Million Passwörter pro Sekunde testen würde, bräuchte er dafür über 110 Jahre. Die sogenannte Brute-Force-Methode stiess schlicht an ihre Grenzen.

Der alte Laptop als Schlüssel

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Der Durchbruch kam, als «cprkrn» Claude mit den Daten seines alten Laptops fütterte – jenem Gerät, von dem aus er damals auf die Wallet zugegriffen hatte. Dazu lieferte er der KI eine Eselsbrücke, die auf das ursprüngliche Passwort vor der verhängnisvollen Änderung hindeutete. Claude fand auf dem Rechner eine ältere Version der Wallet-Datei und konnte sie mit dem früheren Passwort entschlüsseln.

Was die KI dabei entdeckte, ist technisch bemerkenswert: Der sogenannte Private Key einer Bitcoin-Wallet verändert sich nie. Wenn ein Nutzer sein Passwort ändert, wird nur die Verschlüsselung um diesen Schlüssel herum ausgetauscht. Claude stellte fest, dass beim damaligen Passwortwechsel ein Fehler passiert war – die Kennwörter wurden dem Private Key falsch zugeordnet. Nachdem die KI diesen Fehler identifiziert und korrigiert hatte, konnte «btcrecover» erneut angesetzt werden. Diesmal erfolgreich.

Die Gesamtkosten für die Rechenleistung beliefen sich auf rund 15 Dollar. Für den Zugang zu einem Vermögen, das heute mehr als 400'000 Dollar wert ist, ein günstiger Einsatz – und ein eindrücklicher Beleg dafür, was KI-gestützte Fehleranalyse leisten kann, wo rohe Rechenpower allein versagt.