Rekord an fatalen Attacken Roboter im Wolfspelz schrecken in Japan Bären ab

Gabriela Beck

13.5.2026

Ein japanisches Unternehmen, das furchterregend aussehende Roboterwölfe herstellt, wird nach einer Rekordzahl tödlicher Bärenangriffe auf Menschen im vergangenen Jahr mit Bestellungen überhäuft.
Ein japanisches Unternehmen, das furchterregend aussehende Roboterwölfe herstellt, wird nach einer Rekordzahl tödlicher Bärenangriffe auf Menschen im vergangenen Jahr mit Bestellungen überhäuft.
AFP/Toru Yamanaka

Mit glühenden Augen und markerschütterndem Heulen jagen Roboter-Wölfe Japans Bären in die Flucht. Die Hightech-Kreaturen schützt immer mehr Menschen vor gefährlichen Begegnungen mit den Raubtieren.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein japanisches Unternehmen verkauft Roboter-Wölfe, die Bären mit Geräuschen und grellen LED-Augen vertreiben.
  • Landwirte und Arbeiter schützen damit Felder und ländliche Gebiete vor den zunehmend aggressiven Wildtieren.
  • Weil Bären immer häufiger in Städte und Wohngebiete eindringen, entwickelt der Hersteller bereits neue mobile Versionen des Roboters.

Glühende Augen, ein angsteinflössendes Gebiss und ein zotteliges Fell − bei dieser Kreatur handelt es sich nicht um ein Raubtier, sondern um einen als Wolf verkleideten Roboter, der die sich in Japan ausbreitenden Bären abschrecken soll. Der «Monster-Wolf» des japanischen Unternehmens Ohta Seiki wirkt nicht nur durch seine Optik abschreckend, er heult und jault auch. Die Zahl der Bestellungen ist nach Unternehmensangaben auf einen neuen Rekordstand gestiegen.

Wie das in Hokkaido ansässige Unternehmen mitteilte, wurden seit Jahresbeginn schon etwa 50 Exemplare des Wolfsroboters geordert − so viele wie bislang in einem gesamten Jahr. «Wir fertigen sie per Hand. Wir können sie jetzt nicht schnell genug herstellen», sagt Unternehmenschef Yuji Ohta. Die Kunden müssten bis zur Auslieferung daher zwei bis drei Monate warten.

Roboter ahmt menschliche Stimmen nach

Im Preis von umgerechnet rund 3100 Franken sind Batterien, Solarzellen, Sensoren und Lautsprecher mit inbegriffen. Der Roboter kann mehr als 50 verschiedene Töne ausstossen, darunter menschliche Stimmen und elektronische Geräusche, die noch bis in einem Kilometer Entfernung zu hören sind. Die Augen sind mit roten LED-Lampen versehen, der Schwanz mit blauen.

Die meisten Bestellungen kommen von Landwirten, den Betreibern von Golfplätzen und Menschen, die in ländlichen Gebieten draussen arbeiten. Im Steuerjahr 2025/2026 war in Japan die Zahl der durch Bären getöteten Menschen auf 13 gestiegen − das Doppelte des bisherigen Rekordwerts. Auch die Zahl der landesweiten Bär-Sichtungen erreichte nach offiziellen Angaben mit mehr als 50'000 einen neuen Höchststand. Beim bisherigen Rekord vor zwei Jahren waren es nicht einmal halb so viele gewesen.

Die umherstreifenden Bären dringen immer weiter in menschliche Siedlungen vor. Sie sorgten bereits in Supermärkten oder in der Nähe von Schulen oder bei den bei Touristen beliebten heissen Quellen für Aufregung. Die Zahl der gefangenen und danach getöteten Bären verdreifachte sich daher zuletzt auf 14'601 in einem Jahr.

Ohta hatte seinen Robotor-Wolf 2016 vorgestellt. Nachdem das Gerät zuerst oftmals als Spielerei angesehen wurde, hat es sich mittlerweile einen Markt erkämpft. Das Unternehmen arbeitet nun an einer Version auf Rollen, um auf vorgegebenen Routen zu patrouillieren.

Tanzroboter sorgt für Chaos – Show eskaliert im Restaurant – wer stoppt die Maschine?

Tanzroboter sorgt für Chaos – Show eskaliert im Restaurant – wer stoppt die Maschine?

Ein tanzender Roboter soll Gäste unterhalten – doch plötzlich gerät die Show ausser Kontrolle. Geschirr fliegt, eine Mitarbeiterin ringt mit der Maschine. Aber wie schaltet man so einen Roboter überhaupt aus?

25.03.2026