Wie gut ist Supertext?Schweizer KI-Startup sagt Deepl und Google den Kampf an
Martin Abgottspon
6.3.2025
Samuel Läubli, CEO von Supertext (links), und Fabian Dieziger, Mitgründer und VR-Delegierter von Supertext.
Supertext
Mit dem Schweizer Übersetzungsdienst Supertext soll man bessere Übersetzungen bekommen als mit Deepl und Google. Was ist da dran? Wir haben den Praxistest gemacht.
Der Übersetzungsmarkt steht vor einem Wandel: Mit der rasant fortschreitenden Entwicklung von Künstlicher Intelligenz verschwimmen die Grenzen zwischen maschineller und menschlicher Sprachverarbeitung. Der Sprachdienstleister Supertext geht dabei noch einen Schritt weiter und verbindet beides – mit einer neuen Plattform, die maschinelle Übersetzung mit professioneller Qualitätssicherung kombiniert.
Seit dem 6. Februar 2025 können Nutzer auf supertext.com Texte kostenlos mit KI übersetzen und sie bei Bedarf von muttersprachlichen Experten überprüfen lassen. «Zuverlässige Übersetzungen sind heute, was Taxis vor Uber waren: teuer, langsam und oft frustrierend», sagt Samuel Läubli, CEO von Supertext. Sein Unternehmen will das ändern und verspricht eine fehlerfreie Übersetzung in Rekordzeit – schon ab 5,70 Franken.
Die Benchmarks überzeugen
Supertext setzt dabei auf Large Language Models (LLMs) der neuesten Generation. In Blindtests schnitten die eigenen Modelle in drei von vier getesteten Sprachkombinationen besser ab als die des Branchenriesen DeepL – ein überraschendes Ergebnis, wenn man die finanzielle Übermacht der Konkurrenz bedenkt.
Die Plattform richtet sich an Unternehmen und Einzelpersonen, die Wert auf Tempo und Präzision legen. Ein LinkedIn-Post auf Französisch? In weniger als zehn Minuten übersetzt und überprüft. Eine ganze A4-Seite? Bereits nach 15 Minuten fehlerfrei verfügbar.
So gut schneidet Supertext in Benchmark-Tests mit der Konkurrenz ab.
Supertext
Während KI-gestützte Übersetzungsdienste wie DeepL, Google Translate oder ChatGPT in puncto Schnelligkeit beeindrucken, gibt es weiterhin Unsicherheiten, insbesondere beim Datenschutz. Supertext setzt hier auf Schweizer Server und garantiert, dass Kundendaten ausschliesslich zur Verbesserung ihrer individuellen Sprachmodelle genutzt werden – ein Vorteil für Unternehmen, die mit sensiblen Informationen arbeiten.
«Unsere Rolle als Dienstleister ist es, zu wissen, welche Texte den menschlichen Touch brauchen. Und unseren Kund*innen dann mit Rat, Tat und den besten Spezialist*innen zur Seite zu stehen.», erklärt Läubli. Das Supertext-Modell bietet daher eine hybride Lösung: Nutzer können entscheiden, ob sie eine kostenlose, KI-generierte Übersetzung akzeptieren oder gegen einen Aufpreis einen muttersprachlichen Profi hinzuziehen.
Wie schlagen sich die Tools im Praxistest?
Dass sich der Einsatz der Supertext-KI lohnt, zeigen auch interne Tests. Laut professionellen Übersetzern produziert die Plattform rund doppelt so viele druckreife Textsegmente wie vergleichbare Lösungen der Big-Tech-Konkurrenz.
Doch hält dies auch einer Analyse von blue News stand? Da Supertext ja insbesondere bei Übersetzungen von deutsch nach englisch glänzen soll, haben wir uns mal fünf Beispiele rausgesucht, die gar nicht so einfach zu übersetzen sind. Hier die Resultate:
Ja, da haben wir den Salat tatsächlich gleich zu Beginn. Denn eigentlich haben wir ja nicht den Salat, sondern ein Problem. Und in diesem Fall haben das auch die Übersetzungstools. Keiner kann sich in diesem Beispiel abheben.
Hier schliesst sich der Kreis. Den Salat zum Anfang und Tomaten auf den Augen zum Schluss sind für die KI-Übersetzungen zu viel. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Supertext bei den Beispielen insgesamt den besten Job gemacht hat. Und für alles andere gäbe es ja noch professionelle menschliche Übersetzer, die nochmals drüber schauen könnten.