Auch mit Erotik-Inhalten erfolgreich Sie ist Trumps grösste MAGA-Influencerin – und nicht mal echt

Martin Abgottspon

18.3.2026

Jessica Foster mit Donald Trump und Lionel Messi. Alles von KI generiert.
Jessica Foster mit Donald Trump und Lionel Messi. Alles von KI generiert.
Jessica Foster @Instagram

Eine angebliche US-Soldatin Jessica Foster begeistert im Netz über eine Million Menschen. Doch hinter dem Profil steckt keine Person, sondern ein Geschäftsmodell mit politischer Schlagseite.

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Eine angebliche US-Soldatin namens Jessica Foster hat in kürzester Zeit über eine Million Instagram-Follower aufgebaut, obwohl sie vollständig KI-generiert ist.
  • Das Profil kombiniert politische Inszenierung mit sexualisierten Inhalten und monetarisiert seine Reichweite vor allem über teure Onlyfans-Angebote.
  • Der Fall zeigt Schwächen in den Plattformregeln und Moderationssystemen, während viele Nutzer die künstliche Identität entweder erkennen oder bewusst ignorieren.

Innerhalb weniger Wochen hat Jessica Foster geschafft, woran echte Influencer oft jahrelang arbeiten. Dazu gehören eine immense Reichweite, prominente Auftritte und eine klar definierte Zielgruppe. Der Instagram-Account der angeblichen US-Soldatin existiert erst seit Dezember 2025 und zählt bereits über eine Million Follower.

Ihre Inszenierung folgt einem klaren Muster. Selfies mit Donald Trump, Auftritte neben Sportstars wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo, dazu die Erzählung einer patriotischen Soldatin mit Nähe zur politischen Macht. Die Inhalte sind visuell überzeugend und strategisch platziert. Im Endeffekt aber alles rein erfunden und mit Künstlicher Intelligenz generiert.

Bei Onlyfans wird Kasse gemacht

Die Figur ist kein Zufallsprodukt digitaler Spielerei, sondern offenbar gezielt konstruiert. Laut Recherchen von Fast Company dient Foster dazu, rechtskonservative Männer anzusprechen. Eine Zielgruppe, die sowohl politisch mobilisierbar als auch wirtschaftlich interessant ist.

Der eigentliche Umsatz entsteht nicht auf Instagram, sondern über eine Verlinkung zu Onlyfans. Dort bietet das Profil kostenpflichtige Inhalte an, teilweise zu Preisen von bis zu 100 Dollar pro Bild. Die meisten Aufnahmen sind fetischisierte Darstellungen, verpackt in die Persona einer nahbaren Soldatin.

Von Beginn weg in Pose gebracht bringt die KI-Influencerin den Betreibern heute viel Geld ein.
Von Beginn weg in Pose gebracht bringt die KI-Influencerin den Betreibern heute viel Geld ein.
Jess @Instagram

Plattformregeln als Grauzone

Der Fall offenbart strukturelle Schwächen der Plattformökonomie. Meta verlangt zwar Transparenz bei KI-generierter politischer Werbung, allerdings nur bei bezahlten Anzeigen. Organische Inhalte wie jene von Foster fallen durch dieses Raster.

Die Moderation wird an externe Faktenprüfer ausgelagert. Eingriffe erfolgen nur bei klarer Desinformation. Im Fall von Foster bleibt die Kennzeichnung aus, obwohl der künstliche Ursprung offensichtlich ist.

Auch Onlyfans bewegt sich in einem Spannungsfeld. Die Plattform verbietet KI-Profile grundsätzlich, sofern sie nicht klar gekennzeichnet sind und einer realen Person ähneln. Dass Foster dennoch aktiv monetarisiert wird, deutet auf Lücken in der Durchsetzung hin.

Zwischen Faszination und bewusster Ignoranz

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Die Reaktionen unter den Beiträgen zeigen ein ambivalentes Bild. Neben Nutzern, die den künstlichen Charakter erkennen und kommentieren, dominieren jene, die die Illusion akzeptieren oder bewusst ignorieren. Dass Jessica Foster nicht real ist, scheint für viele Nutzer zweitrangig. Entscheidend ist, dass sie funktioniert, egal ob als Unterhaltungsangebot oder Verführerin.

Kritiker sehen darin allerdings mehr als ein harmloses Internetphänomen. Die Journalistin Kat Tenbarge spricht von einer Kombination aus politischer Propaganda und der Objektifizierung von Frauen im Militär. Andere Beobachter beschreiben Foster als zugespitzte Verkörperung ideologischer Klischees.

Doch der entscheidende Punkt liegt weniger in der Kritik als in der Resonanz: Die Nachfrage existiert.