Abheben per App Uber zeigt sein Lufttaxi in Dubai – dort wird es wohl auch bleiben

Martin Abgottspon

26.2.2026

So sehen die Flugtaxis, die in Dubai zum Einsatz kommen sollen aus.
So sehen die Flugtaxis, die in Dubai zum Einsatz kommen sollen aus.
Joby

Uber will den städtischen Verkehr in die dritte Dimension verlagern. Noch 2026 sollen in Dubai erste Passagiere elektrische Lufttaxis per App buchen können. Ob das Modell international trägt, ist allerdings fragwürdig.

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Uber will noch 2026 gemeinsam mit Joby Aviation einen Lufttaxi-Service in Dubai starten. 
  • Die viersitzigen Fluggeräte erreichen bis zu 320 Stundenkilometern bei rund 160 Kilometern Reichweite.
  • Trotz Pilot an Bord sollen die Preise auf dem Niveau von «Uber Black» liegen – die wirtschaftliche Tragfähigkeit bleibt jedoch offen.

Verstopfte Innenstädte, wachsende Metropolen und ambitionierte Klimaziele erhöhen den Druck auf urbane Verkehrssysteme mehr und mehr. Dem begegnet Uber mit ihrem innovativen Projekt «Uber Air». In Dubai soll der Dienst noch in diesem Jahr starten – als weltweit eines der ersten kommerziellen Angebote für elektrische Taxifahrten in der Luft.

Für Nutzer bleibt der Prozess vertraut. Nach Eingabe des Ziels erscheint «Uber Air» als zusätzliche Option in der App. Die Buchung umfasst nicht nur den Flug, sondern auch den Transfer per Uber Black zum sogenannten Vertiport – einer speziell eingerichteten Start- und Landeplattform. Der Umstieg zwischen Strasse und Luft wird Teil eines integrierten Buchungssystems.

Die Finanzierungsfrage ist noch nicht ganz geklärt

Zum Einsatz kommen Fluggeräte des US-Herstellers Joby Aviation. Die Maschinen bieten Platz für vier Passagiere samt Gepäck, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 320 Stundenkilometern und eine Reichweite von etwa 160 Kilometern. Vier Batteriepakete und ein dreifach redundanter Flugcomputer sollen die Sicherheit erhöhen.

Autonom fliegen die Taxis nicht. In der Startphase sitzt stets ein Pilot im Cockpit. Das ist sicherheits- und zulassungsrechtlich naheliegend, treibt aber die Kosten in die Höhe. Piloten sind deutlich teurer als Ubers bisherige Fahrdienstpartner. Dennoch verspricht das Unternehmen Preise «auf dem Niveau von Uber Black». Wie diese Kalkulation langfristig aufgehen soll, bleibt eine zentrale wirtschaftliche Frage.

Uber Air soll sich preislich in der gleichen Region bewegen wie Uber Black.
Uber Air soll sich preislich in der gleichen Region bewegen wie Uber Black.
Uber

Dubai als Testlabor – und der Blick in die USA

Dass der Dienst zunächst in Dubai startet, ist kein Zufall. Die Vereinigten Arabischen Emirate gelten als technologieoffen und regulatorisch agil. Grossprojekte lassen sich dort schneller realisieren als in vielen westlichen Märkten.

Joby befindet sich nach eigenen Angaben in der finalen Phase der Musterzulassung bei der US-Luftfahrtbehörde FAA. Perspektivisch sollen Städte wie New York und Los Angeles folgen, zudem werden Grossbritannien und Japan als Zielmärkte genannt.

Politische Unterstützung gibt es zumindest auf dem Papier. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete im vergangenen Jahr eine Executive Order, die ein Pilotprogramm für entsprechende Fluggeräte vorsieht. Doch zwischen politischem Signal und flächendeckendem Betrieb liegen technische, regulatorische und ökonomische Hürden.

Zu Beginn werden die Lufttaxis von einem Piloten gesteuert.
Zu Beginn werden die Lufttaxis von einem Piloten gesteuert.
Joby

Helikopter als warnendes Beispiel

MyTech: der digitale Hotspot für alle Tech-Fans

blue News bietet dir täglich Insights aus der Techwelt: News, Hintergründe,  Tipps und Ratschläge für deinen digitalen Alltag sowie Tests und Reviews zu Gadgets, Tools und Games.

Insbesondere in den USA wird die Sicherheit intensiv diskutiert. Der Luftfahrtexperte und Testpilot Robert Ditchey äusserte gegenüber NBC News grundsätzliche Zweifel. Helikopter seien in der Vergangenheit in dicht besiedelten Gebieten abgestürzt – nicht wegen Feuergefahr, sondern wegen der Risiken bei Start und Landung über Gebäuden und Menschen.

Zudem stellt sich die Frage nach der Skalierbarkeit. Ditchey bezweifelt, dass sich ausreichend viele Lufttaxis produzieren lassen, um wirtschaftlich tragfähige Netze aufzubauen. Es sei denn, staatliche Subventionen kämen ins Spiel. Ohne hohe Auslastung und standardisierte Infrastruktur droht das Modell ein Premiumangebot für wenige zu bleiben.