«Dini Lieblingspolizistin» Zürcher KI-Polizistin erregt mit freizügigen Videos Aufsehen

Lea Oetiker

24.1.2026

In der Schweiz und in Deutschland sind falsche KI-Profile von Polizistinnen aufgetaucht. Sie zeigen sich in den Beiträgen freizügig und teilen auch pornografische Inhalte. 
In der Schweiz und in Deutschland sind falsche KI-Profile von Polizistinnen aufgetaucht. Sie zeigen sich in den Beiträgen freizügig und teilen auch pornografische Inhalte. 
sda (Symbolbild)

Auf Instagram macht ein KI-Profil einer Schweizer Polizistin die Runde. Dort werden freizügige, teils pornografische Inhalte verbreitet. Laut der Kantonspolizei Zürich kann ein betrügerisches Motiv nicht ausgeschlossen werden.

Lea Oetiker

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • In sozialen Netzwerken kursieren derzeit KI-generierte Bilder und Videos von angeblichen Polizistinnen.
  • Die Frauen treten in freizügiger Kleidung auf und spielen mit sexuellen Anspielungen.
  • Betroffen ist auch die Kantonspolizei Zürich.

Ende Dezember tauchten in den sozialen Medien Fotos und Videos auf, die angeblich deutsche Polizistinnen in knapper Kleidung zeigen. In Wirklichkeit zeigen sie aber keine echten Beamtinnen – die Bilder wurden mit künstlicher Intelligenz erzeugt. Laut der Hamburger Polizei gibt es immer mehr solcher «Fake-Polizistinnen»-Profile im Internet.

Die erfundenen Frauenfiguren tragen enge Uniformen und wirken betont aufreizend. In manchen Videos gibt es auch erotische oder sexuelle Anspielungen.

Auch in der Schweiz sind entsprechende KI-Profile aufgetaucht. Eine der Figuren nennt sich «Yasmin». Sie gibt sich als Polizistin bei der Kantonspolizei Zürich aus. In ihrer Profilbeschreibung steht: «Dini Lieblingspolizistin» sowie der Standort «Zürich».

Das Profil der falschen KI-Polizistin wurde mittlerweile gelöscht.
Das Profil der falschen KI-Polizistin wurde mittlerweile gelöscht.
Screenshot Instagram

Ihre Videos sind mit schweizerdeutschem Text unterlegt und zeigen sie meist in einem Polizeiauto oder im Büro. Auf den ersten Blick wirken die Aufnahmen nicht speziell freizügig, doch dann werden plötzlich Bikini-Bilder von «Yasmin» eingeblendet. Auch die eingeblendeten Schriftzüge spielen eindeutig mit sexuellen Anspielungen. Die Clips erzielten tausende Aufrufe, doch das Profil wurde inzwischen gelöscht.

Die Bilder und Videos wirken auf den ersten Blick täuschend echt. Erst bei genauerem Hinsehen kommen Zweifel auf. Die Polizeiautos etwa haben eine leicht andere Farbgebung als jene in der Schweiz, sie erinnern eher an Fahrzeuge der Berliner Polizei. «TeleZüri» hat bestätigt, dass die Bilder durch KI erstellt wurden. Gegenüber blue News teilte die Kantonspolizei Zürich mit, sie habe das Profil wegen einer Urheberrechtsverletzung bei der Plattform gemeldet.

Seit Jahren ein Problem

Ob KI-generierte Profile tatsächlich zunehmen, lässt sich nicht sagen. Zahlen dazu gibt es keine. «Das wird bei uns statistisch nicht erfasst», erklärt Ralph Hirt, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich. Die Behörde beobachte das Phänomen jedoch bereits seit mehreren Jahren. Wer genau hinter solchen Profilen steckt, bleibt ebenfalls unklar: «Die Urheberschaft lässt sich nicht pauschalisieren.»

Die Fake-Profile, welche die Kantonspolizei Zürich betreffen, werden konsequent bei den Plattformbetreibern gemeldet. «Die Absichten der Profilbetreiber können unterschiedlicher Natur sein. Ein betrügerisches Motiv kann aber nicht ausgeschlossen werden», schreibt Hirt. 

Die Kantonspolizei empfiehlt, Inhalte in den sozialen Medien mit gesunder Skepskis zu konsumieren und deren Wahrheitsgehalt zu hinterfragen. Betrügerische Profile oder Fake-Profile sollten zudem gemeldet werden. «Je mehr Meldungen zu einem Profil eingehen, desto höher ist die Chance, dass dieses vom Netzwerkbetreiber gesperrt oder entfernt wird», so der Mediensprecher.