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Viele Menschen benutzen heutzutags Dating-Apps.
Bild: Alicia Windzio/dpa
Dating-Apps gehören zum Alltag von vielen Menschen. Um sich zu registrieren, muss man oft viele persönliche Daten angeben. So auch bei «Tea». Nun wurden diese gehackt. Tausende Daten wurden veröffentlicht.
Bumble, Hinge, Tinder, Lovoo, OkCupid, Pickable, Taimi, Lex – Dating-Apps gibt es wie Sand am Meer. Sie sind ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft.
Beim Online-Dating stellt sich immer wieder die wichtige Frage nach der Sicherheit: Trifft man sich tatsächlich mit der Person, die auf dem Bild zu sehen ist? Hat diese Person eventuell eine Vorgeschichte von Straftaten oder ist sie gewalttätig? Welche möglichen «red flags» sollte man beachten? Besonders für Frauen und queere Menschen ist das Thema Sicherheit von Bedeutung.
Also hatte «Tea» eine besonders innovative Idee: Um Frauen zu schützen, können die Männer auf der App von anderen Frauen, die ihn auf ein Date getroffen haben, bewertet werden. Diese Bewertungen sind dann auf seinem Profil für alle Nutzerinnen erkennbar. Männer haben keinen Zugriff auf die App – oder auf ihr Profil.
«Tea» heisst vom englischen übersetzt Tee. Das Wort wird aber auch für den Austausch von Tratsch und Klatsch verwendet.
Im Jahr 2023 wurde die App veröffentlicht. 2025 wurde sie zu einem riesigen Hype. Auf den sozialen Medien ging sie – hauptsächlich in den USA – viral. Downloads und Anmeldungen schossen nach oben.
Es lief alles gut, bis es nicht mehr gut lief.
Um sich als Frau bei der App registrieren zu können, muss man ein Selfie aufnehmen und ein Ausweisdokument hochladen. Hacker haben diese Daten nun erbeutet – gemeinsam mit Posts, Kommentaren und Direktnachrichten unzähliger Frauen.
Doch wie kam es dazu? Nachdem die App Aufmerksamkeit generiert hatte, gab es einige Männer, die sich ungerecht behandelt fühlten. Der Grund dafür: Wenn eine Frau eine unberechtigte Kritik schreibt, können sie sich nicht dagegen wehren.
Durch den Hackerangriff wurden tausende Datensätze – darunter 72'000 Fotos, bei 13'000 Bildern handelt es sich um Verifizierungsselfies und Ausweisinformationen der Nutzerinnen, obwohl diese nach Angaben der App eigentlich gar nicht gespeichert werden sollten – veröffentlicht und verbreiten sich unter anderem auf der frauenfeindlichen Plattform «4chan».
In den «4chan»-Foren werden die betroffenen Frauen zum öffentlichen Ziel gemacht. Es verbreitet sich eine angebliche Karte, die die Adressen der gehackten Nutzerinnen zeigt, berichtet die «New York Times» Ein Nutzer hat sogar eine Webseite nachgebaut, die es erlaubt, die gestohlenen Profile zu durchforsten und in einer Art Bestenliste miteinander zu vergleichen.
Ein paar Tage später wurde dann noch eine weitere Lücke bekannt, wie «NBC» schreibt. Einem Sicherheits-Forscher war es gelungen, eine zweite Datenbank anzuzapfen, die Millionen von Direktnachrichten aus dem Dienst enthielt, in denen hochsensible Themen wie Abtreibungen besprochen wurden.
Nach Angaben des Experten gibt es Hinweise, dass auch weitere unbefugte Personen sich Zugang zu dieser Datenbank verschafft hatten. «Wir haben herausgefunden, dass im Rahmen des ersten Angriffs auf einige persönliche Nachrichten zugegriffen wurde», erklärte Tea auf Anfrage von «NBC». Man habe die Systeme daher aus Sicherheitsgründen offline genommen. Noch sei aber nicht klar, ob auch über die zweite Lücke aktiv Daten abgegriffen wurden.
Wie Tea in einem Statement schreibt, sind alle Mitglieder, die sich vor Februar 2024 registriert haben, betroffen.
Erste Betroffene haben bereits Klage eingereicht, wie der «Stern» berichtet. In den Gerichtsunterlagen soll es heissen, dass eine Frau Tea «für den Schaden, der ihr entstanden ist und weiter entsteht» zur Verantwortung zieht.
Die Sammelklage soll auch «den Tausenden weiteren von dieser massiven und vermeidbaren Cyberattacke betroffenen Personen» offenstehen, um sich ihr anzuschliessend. In der Schweiz ist die App nicht erhältlich.