Apple schliesst umstrittene Sicherheitslücke beim iPhone

14.6.2018 - 08:25, dpa

Mit dem neuesten iOS-Update lassen sich iPhone-Daten nicht mehr so einfach über den Lightning-Anschluss auslesen. Besonders Behörden hatten sich vermehrt über diese Hintertür Zugriff zu beschlagnahmten Geräten verschafft.
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Apple wird eine von der Polizei genutzte Sicherheitslücke beim iPhone schliessen. Wegen der Lücke konnten auf dem Smartphone gespeicherte Daten ohne Passwort abgegriffen werden, was bisweilen von Strafverfolgungsbehörden bei ihren Ermittlungen ausgenutzt wurde.

Wie sicher dürfen Daten vor Fremdzugriff sein? Und gilt der Schutz auch dann, wenn damit möglicherweise Informationen über ein Verbrechen aufgeklärt werden können? Bisher gab es für Behörden wie die Polizei und andere Behörden eine Möglichkeit, sich mittels eines aufwändigen Prozederes Zugang zu den Daten auf einem iPhone zu verschaffen.

Hintertür für Polizei wird geschlossen

Apple wird zeitnah ein Update für das Betriebssystem iOS bereitstellen, das diese Lücke schliesst. Dann wird es nicht mehr möglich sein, über den Lightning-Anschluss in iPhones einzudringen. Die Schnittstelle wird auch nach dem Update noch funktionieren, aber die Datenübertragung wird abgebrochen werden, wenn das iPhone eine Stunde lang gesperrt ist.

Apple teilte mit, die Aufgaben der Beamten von Strafverfolgungsbehörden zu respektieren, doch das Unternehmen glaube, es müsse seine Kunden vor «Hackern, Dieben und Eingriffe in ihre privaten Daten» schützen.

Was ist die sicherste Art, mein Handy abzusichern?

Ein sechsstelliger Code, wie er inzwischen bei vielen Smartphones Standard ist, bietet eine Million verschiedener Kombinationen, die ein potenzieller Angreifer ausprobieren müsste.
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Kürzer sollten der PIN daher nicht sein.
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Alternativ lässt sich auf iPhones der PIN-Code durch eine alphanumerische Phrase ersetzen. Dazu geht man in den Einstellungen auf «Touch ID & Code» und «Code ändern». Nach Eingabe des derzeitigen PIN-Codes kann man nun unter «Codeoptionen» ein Passwort festlegen, da natürlich entsprechend lang sein sollte.
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Die Sperrung per Muster kann sicher sein, aber nur wenn man ein langes und sehr komplizierte Muster erstellt. Da ist die Eingabe eines PIN-Codes oft schneller.
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Die populärste Form der Smartphone-Sicherung ist derzeit wohl der Fingerabdruck. Jedes Top-Smartphone lässt sich heute auf diese Art sichern.
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Die Fingerabdrucksensoren sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden.
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Fingerabdrucksensoren sind daher sicher genug für Durchschnittsnutzer.
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Der Iris-Scanner des neuen Samsung Galaxy S8 wurde bereits überlistet.
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Noch unsicherer dürfte die Gesichtserkennung sein.
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Trotzdem ist sie etwa in Windows 10 eingebaut. Auf Smartphones sollte man davon die Finger, oder besser gesagt, das Gesicht lassen.
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