Geschäftsgeheimnis gestohlen?

Apple verklagt geheimes Chip-Start-up

Dirk Jacquemien

3.5.2022

Apples M1-Chips sind ein grosser Erfolg.
Apples M1-Chips sind ein grosser Erfolg.
Getty Images

Ein geheimes Start-up, das neuartige Chips entwickelt, hat Dutzende Apple-Ingenieure abgeworben. Nun zieht der Tech-Gigant vor Gericht.

Dirk Jacquemien

3.5.2022

Apples selbst entwickelte Chips sind eine Trumpfkarte des Unternehmens. Mit der A-Reihe in iPhones und iPads und der M-Reihe in Macs hat Apple einen entscheidenen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Smartphone- und Computer-Konkurrenten. Denn der Konzern ist für die Einführung neuer Features und die Weiterentwicklung der eigenen Produkte nicht auf Dritte angewiesen.

Die Apple-Chips, die auf der ARM-Infrastruktur basieren, sind ein so genanntes System-on-a-Chip (SoC). Hier sind mehrere Komponenten, wie der Prozessor, der Grafikprozessor und der Arbeitsspeicher, in einem Chip vereint. Dieses Design hat sich in den letzten Jahren immer weiter durchgesetzt, da es effizienter sein kann, als eine klassische Computer-Architektur, die aus lauter Einzelteilen besteht.

Entsprechend wird stark an SoCs geforscht und entwickelt. Eines dieses Unternehmen ist das «Stealth Startup» Rivos. «Stealth Startup» bezeichnet junge Unternehmen, die gegenüber der Öffentlichkeit nicht ihr Geschäftsprinzip enthüllen. Vor Apple konnte Rivos sich aber nicht verstecken, da das Startup im vergangenen Jahr rund 40 Ingenieure vom Tech-Giganten abgeworben hat. Laut Apple lief das allerdings nicht ganz sauber ab.

Daten von Apple kopiert?

Der Tech-Gigant hat das Start-up und zwei seiner ehemaligen und jetzigen Mitarbeiter vor einem US-Bundesgericht verklagt. Konkret wirft Apple Rivos vor, seine Urheberrechte zu verletzen und Handelsgeheimnisse gestohlen zu haben. Die beiden Mitarbeiter sollen in ihren letzten Arbeitstagen bei Apple massenhaft interne Daten zur SoC-Entwicklung auf USB-Sticks und externe Festlatten kopiert und mitgehen haben lassen.

Laut Apple sei dies auf Aufforderung von Rivos hin erfolgt. Das Start-up habe gezielt Apple-Mitarbeiter*innen ins Visier genommen, die am Chip-Design arbeiteten. Diese Mitarbeiter*innen hätten sich allerdings gegenüber Apple zur Verschwiegenheit verpflichtet und dürften ihr Wissen über die Designs mit nicht anderen Firmen teilen.

Rivos hat sich noch nicht zu der Klage geäussert.