Sicherheitslücke Booking.com wurde gehackt – was heisst das für deine Ferien?

Martin Abgottspon

14.4.2026

Booking.com ist nicht zum ersten Mal Ziel von Hackern geworden.
Booking.com ist nicht zum ersten Mal Ziel von Hackern geworden.
Fabian Sommer/dpa

Die weltweit grösste Buchungsplattform Booking.com ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Die Kunden wurden bereits informiert. Doch was ist weiter zu beachten?

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Unbefugte Dritte erlangten Zugriff auf sensible Kundendaten wie Namen, Adressen, Telefonnummern und spezifische Buchungsdetails von Millionen Nutzern der Plattform Booking.com.
  • Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Datenpannen und Phishing-Attacken ein; bereits 2018 wurde das Unternehmen wegen verspäteter Meldung eines Hackerangriffs zu einem hohen Bussgeld verurteilt.
  • Während Booking.com die Sicherheit von Finanzinformationen betont und Schutzmassnahmen wie PIN-Updates eingeleitet hat, schweigt das Unternehmen bislang zur genauen Anzahl der betroffenen Kunden.

Booking.com musste am Montag einräumen, dass Hacker Zugriff auf einen erheblichen Teil der internen Buchungsdetails erlangt haben. Die Liste der kompromittierten Daten liest sich wie ein Steckbrief der Privatsphäre: Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und weitere Informationen, die Kunden im Rahmen ihrer Reservierung mit den Unterkünften geteilt haben. Adressen gehören nicht dazu, wie Booking am Dienstagnachmittag gegenüber blueNews mitteilt.

Was du jetzt tun kannst

  • Passwort-Hygiene: Ändere  sofort dein Passwort bei Booking.com. Solltest du dieselbe Kombination aus E-Mail und Passwort auch bei anderen Diensten verwenden, solltest du diese ebenfalls aktualisieren.
  • Wachsamkeit bei Phishing: Sei skeptisch gegenüber E-Mails, WhatsApp-Nachrichten oder SMS, die sich auf deine Reise beziehen. Hacker nutzen die erbeuteten Daten für personalisiertes Phishing. Booking.com oder Hotels werden dich niemals per Link auffordern, Kreditkartendaten per Nachricht zu bestätigen.
  • Kreditkarten-Monitoring: Prüfe deine Abrechnungen der nächsten Wochen lückenlos auf kleinste unautorisierte Abbuchungen. 
  • Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA): Aktiviere in deinem Booking-Account sowie bei allen wichtigen Online-Diensten die Zwei-Faktor-Authentisierung. Dies bietet eine entscheidende zusätzliche Schutzschicht, selbst wenn Ihre Zugangsdaten bekannt sind.
  • Auskunftsrecht nutzen: Du hast das Recht, vom Unternehmen eine detaillierte Auskunft darüber zu verlangen, welche deiner personenbezogenen Daten exakt von dem Datenabfluss betroffen waren.

Schadensbegrenzung hinter verschlossenen Türen

Gegenüber Fachmedien wie TechCrunch bestätigte eine Unternehmenssprecherin ursprünglich den Vorfall, blieb jedoch bei den Details vage. Man habe «verdächtige Aktivitäten festgestellt» und umgehend Massnahmen ergriffen, um das Problem einzudämmen. Diese Schutzvorkehrungen umfassten nach Firmenangaben unter anderem die Aktualisierung der PIN-Nummern für die betroffenen Reservierungen. Booking Schweiz bestätigt dieses Vorgehen und ergänzt: «Wir verfügen über spezialisierte Teams und setzen Tools auf Basis von maschinellem Lernen ein, um rund um die Uhr verdächtige Aktivitäten zu überwachen, zu erkennen und zu blockieren.»

Dennoch bleibt die Frage nach dem Ausmass brisant. Booking.com, das über 28 Millionen Unterkünfte weltweit listet, verweigert bisher jede konkrete Aussage zur Anzahl der betroffenen Nutzer. Einzig bei der Sicherheit der Zahlungsmittel versucht man zu beruhigen. «Wir können bestätigen, dass es keinen Zugriff auf Zahlungsdetails oder Finanzinformationen von Kunden gab.» 

Booking.com hat seine Kunden umgehend informiert.
Booking.com hat seine Kunden umgehend informiert.
Screenshot Booking.com

Ein bekanntes Muster der Verwundbarkeit

Der aktuelle Hack ist kein isoliertes Ereignis, sondern reiht sich ein in eine Serie von Sicherheitsmängeln, die das Image des Branchenprimus belasten. Bereits in der Vergangenheit geriet Booking.com durch ausgefeilte Phishing-Attacken in die Schlagzeilen. Dabei infiltrierten Hacker die IT-Systeme einzelner Hotels, um von dort aus direkt über das offizielle Portal Nachrichten an Gäste zu versenden – meist mit der Aufforderung, Kreditkartendaten aufgrund angeblicher Probleme erneut zu verifizieren.

Der Vorfall rückt die systemischen Risiken der Plattform-Ökonomie erneut in den Fokus. Wenn ein einzelner Dienstleister die Datenströme von 30 Millionen Unterkünften bündelt, wird er zwangsläufig zum «High-Value-Target» für globale Hackergruppen. Während Booking.com nun versucht, die digitalen Schotten dichtzumachen, zeigt die Erfahrung, dass abgeflossene Datensätze oft erst Monate später in Form von personalisierten Betrugsversuchen oder Identitätsdiebstahl wieder auftauchen.