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Der Lego Batman besticht auch immer wieder mit seinen flotten Sprüchen.
Warner Bros.
Die Batman-Filme gehören zum besten, was das Kino je hervorgebracht hat. Bei den Videospielen zieht sich das nicht so konsequent durch. Mit «Lego Batman: Legacy of the Dark Knight» ist jetzt aber wieder mal ein richtig unterhaltsames Exempel gelungen.
Es ist Nacht, es regnet, und mein Batman aus Lego-Steinen gleitet über die Dächer von Gotham City, während unter mir der Verkehr fliesst und in der Ferne das Arkham Asylum aus dem Nebel ragt. Ich zücke den Greifhaken, ziehe mich an einer Kante hoch und für einen Moment fühlt sich dieses kleine Plastik-Gotham erstaunlich gross an. Genau dieses Gefühl hat mich über die gesamte Spielzeit nicht mehr losgelassen. Die Entwickler haben hier offensichtlich keine halben Sachen machen wollen.
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«Legacy of the Dark Knight» ist seit dem 22. Mai erhältlich. Eine Version für die Nintendo Switch 2 folgt im September. Entwickelt hat das Open-World-Action-Adventure das Studio TT Games, das du vom riesigen «LEGO Star Wars: Die Skywalker Saga» kennst. Es ist deren erster grosser Wurf seit 2022. Statt einen einzelnen Film nachzubauen, schöpften die Macher aus über 86 Jahren Comics, Kinofilmen, Serien und Games und gossen all das in eine eigene Geschichte. Das Ergebnis ist die wohl umfangreichste Lego-Produktion, die ich je gespielt habe.
Die Story begleitet Bruce Wayne über Jahrzehnte. Vom traumatisierten Kind über den unerfahrenen Rächer bis zum ergrauten Oberhaupt der Bat-Familie. Jedes Kapitel stellt dir einen neuen Begleiter zur Seite. Man trainiert mit Talia al Ghul bei der Liga der Schatten, jagt mit Jim Gordon den Paten Carmine Falcone und siehst Dick Grayson seinen Weg vom Robin zum Nightwing gehen. Sieben spielbare Figuren gibt es insgesamt, jede mit eigenem Tempo und eigenen Gadgets. Ich kannte die meisten dieser Szenen aus den Filmen und trotzdem hat es mir jedes Mal ein Grinsen abgerungen, sie hier in Klötzchenform und mit einer guten Prise Selbstironie wiederzusehen.

Warner Bros.
Der eigentliche Aha-Moment kommt aber im Kampf. Das System ist praktisch eins zu eins aus den gefeierten «Arkham»-Spielen übernommen. Kontergetrieben, mit dem typischen Rhythmus aus Schlag, Ausweichen und Konter, der so befriedigend flüssig läuft. Erstmals in der Lego-Reihe gibt es zudem drei Schwierigkeitsgrade, und das hebt das Spiel hörbar über die reine Kinderunterhaltung früherer Teile.
Ganz ohne Einschränkung geht es allerdings nicht. Wer wie ich die «Arkham»-Reihe rauf und runter gespielt hat, wird selbst auf der höchsten Stufe selten ins Schwitzen kommen. Das nimmt dem Ganzen ein wenig die Spannung, ändert aber nichts daran, dass das Verkloppen der Schurkenhorden schlicht Laune macht. Skill-Trees und Gadget-Upgrades sorgen dafür, dass sich deine Figuren mit der Zeit spürbar mächtiger anfühlen.
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Zwischen den Story-Missionen streifst du frei durch ein Gotham, das in vier Inseln aufgeteilt ist und vor Leben strotzt. Unterschiedlichste Architektur, Fussgänger, Verkehr und so ziemlich jedes Wahrzeichen, das ein Batman-Fan sich wünscht. Die Stadt ist mit Blick auf Batmans Vertikalität gebaut, also lohnt es sich, ebenso oft nach oben wie nach vorne zu schauen. Hunderte kleine Rätsel und Nebenaufträge ploppen auf der Karte auf, dazu gibt es über 100 freischaltbare Anzüge und ein ganzer Fuhrpark vom Batmobil bis zum legendären Tumbler.
Die Schwachstelle ist die Schleicherei. Mal stehen die Gegner mit dem Rücken zu einem, dass es fast schon zu simpel wirkt, mal hocken sie so dicht beieinander, dass du nach zwei lautlosen Ausschaltungen ohnehin entdeckt wirst. Zum Glück bestraft dich das Spiel nicht hart. Ein misslungener Anschleich-Versuch geht einfach in einen normalen Kampf über. Etwas mehr Feinschliff hätte diesem Teil von Batmans Werkzeugkasten aber gutgetan und ehrlicherweise fühlt sich Nightwing seinem jüngeren Ich als Robin viel zu ähnlich an.
Dazu kommen ein paar kleinere technische Aussetzer, meist rund um die Physik. Mal verfehlt mein Greifhaken eine Kante, mal zappelte eine Figur auf unebenem Boden, einmal rutschte die Kamera kurz aus dem Bild. Spielentscheidend war nichts davon und es passierte über die gesamte Kampagne nur eine Handvoll Mal. Auffällig genug, um es zu erwähnen, zu selten, um den Spass zu trüben.

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«Legacy of the Dark Knight» ist das Lego-Spiel, das wirklich für alle funktioniert. Kinder finden den Humor und das Bauen, ältere Semester die Anspielungen und ein Kampfsystem mit Tiefgang und im Splitscreen-Koop könnt ihr zu zweit auf dem Sofa durch Gotham ziehen. Wer Batman auch nur ein bisschen mag, bekommt eine erstaunlich vollständige Liebeserklärung an die Figur. Einen Online-Koop gibt es allerdings nicht, gespielt wird gemeinsam nur lokal.
Am Ende bleibt bei mir vor allem ein Bild hängen. Dieser regennasse Batman auf dem Dach, umgeben von all den Schurken, Verbündeten und Wahrzeichen, die seine Geschichte ausmachen. TT Games hat nicht versucht, eine einzelne Version des Dunklen Ritters zu erzählen, sondern alle auf einmal. Und genau das macht dieses Abenteuer so charmant.