Cybersecurity Das sind die 4 grössten Tricks der Phishing-Betrüger

Valérie Glutz

25.5.2025

Phishing-Attacken sind auch 2025 eine der grössten Cyberbedrohungen in der Schweiz.
Phishing-Attacken sind auch 2025 eine der grössten Cyberbedrohungen in der Schweiz.
Linkedin

Sonya Jamil, Maximilian Haase

Gefälschte Rechnungen, fingierte Anwaltsschreiben, angebliche Steuerrückzahlungen gegen Angabe der Kreditkartennummer: Phishing gibt es in vielfältiger Form. Wie erkennt man den Betrug?

Banken, Amazon, oder Paypal: Phishing-Warnungen der Verbraucherzentralen betreffen viele Unternehmen. Eine Masche: Mithilfe einer inszenierten E-Mail wollen Betrüger private und sensible Daten abgreifen. Sie haben vor allem Banken und Finanzdienstleister im Fokus, weil sie dort schnelles Geld wittern. 

Solche Betrugsversuche werden als Phishing bezeichnet, abgeleitet von den englischen Wörtern Password und fishing. Phishing bleibt auch 2025 eine der grössten Cyberbedrohungen in der Schweiz. Cyberkriminelle setzen zunehmend auf raffinierte Methoden, um persönliche Daten zu stehlen. Allein im Jahr 2024 wurden in der Schweiz rund 6,7 Millionen Phishing-Versuche registriert. Das sind die grössten Phishing-Fallen.

Gefälschte Behörden-Mails

Cyberkriminelle versenden täuschend echte E-Mails im Namen der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) oder der AHV. Sie locken mit Rückerstattungen oder Kontoprüfungen. Klickt man auf den Link, landet man auf einer gefälschten Seite.

Zum Glück lässt sich ein Täuschungsversuch via E-Mail an einigen Faktoren erkennen. Häufig sind die Absenderadressen gefälscht. Dies lässt sich mithilfe des E-Mail-Headers, also dem Quelltest einer E-Mail, herausfinden. Steht im Header eine kryptische E-Mail-Adresse, ist das schon ein Hinweis auf eine Phishing-Mail. Einer Hinweisseite der Swisscom zufolge könne man am Absender, an unpersönlicher Ansprache, dringlicher Formulierung und unbekannter Domain Phishing-Mails erkennen.

Swisscard-Phishing

Besonders heimtückisch: Mails im Design von Swisscard. Sie fordern zur Aktualisierung persönlicher Daten auf – meist über einen QR-Code. Die Mails wirken offiziell, enthalten persönliche Anrede und echten Swisscard-Look.

Chain Phishing

Hier werden echte Mail-Konten oder Social-Media-Accounts gehackt. Dann erhalten Bekannte dieser Personen Nachrichten mit vermeintlichen Wettbewerben oder Geschenken – ein Trick, um weitere Login-Daten zu klauen.

Quishing

Der neueste Trend: Quishing, sprich Phishing per QR-Code. Diese Codes tauchen in E-Mails, auf Flyern oder sogar an Parkautomaten auf – und führen auf gefälschte Seiten, die Login-Daten oder Kreditkarteninfos abgreifen.

So schützt du dich vor Phishing

Misstrauen bei unerwarteten Nachrichten

Sei skeptisch gegenüber E-Mails oder SMS, die dich zur Eingabe persönlicher Daten auffordern. Erkennst du eine Phishing-Mail, lautet die Devise: löschen! Vorher empfiehlt es sich, die Nachricht an die Melde- und Analysestelle Informationssicherung MELANI weiterzuleiten. Man solle die Phishing-E-Mail als Anhang oder einen Printscreen und an reports@antiphishing.ch senden. Bluewin-Nutzer können sich auch an spamreport@bluewin.ch wenden.

Phishing-Mails als Spam markieren

Jürgen Schmidt von der Fachzeitschrift «c't» rät ausserdem: «Wenn das Mail-Programm beziehungsweise der Mail-Provider es anbietet, lohnt es sich auch, diese als Spam zu markieren. Dann lernt das Programm, solche Mails zu erkennen und gleich auszusortieren.»

Keinesfalls sollten Nutzer*innen auf Links in den E-Mails klicken. Angehängte Dokumente lädt man nicht herunter. Wer sich nicht sicher ist, ob eine E-Mail seriös ist, dem empfiehlt Schmidt, beim angeblichen Absender telefonisch die Echtheit nachzufragen, ehe man Anhänge öffnet.

Keine Links oder Anhänge öffnen

MyTech: der digitale Hotspot für alle Tech-Fans

blue News bietet dir täglich Insights aus der Techwelt: News, Hintergründe,  Tipps und Ratschläge für deinen digitalen Alltag sowie Tests und Reviews zu Gadgets, Tools und Games.

Wer einem Link folgt, gelangt oft zu gefälschten Websites, wo die Eingabe persönlicher Daten verlangt wird. Wem im Nachhinein auffällt, dass er möglicherweise in eine Phishing-Falle getappt ist, der sollte zunächst prüfen, welche Daten betroffen sind. Im nächsten Schritt ändert man die Zugangsdaten beim jeweiligen Anbieter. Kontoauszüge sowie zugesandte Briefe sollte man stets genau prüfen.

Es geht vor allem darum, den möglichen Schaden zu verhindern beziehungsweise so gering wie möglich zu halten. «Wenn man rechtzeitig reagiert, kann man manchmal überwiesenes Geld noch zurückbeordern. Falls tatsächlich Schaden entstanden ist, sollte man diesen bei der Polizei zur Anzeige bringen», empfiehlt Schmidt.

Die fiesesten Online-Gaunermaschen

Direkte Eingabe von URLs

Gib die Webadressen manuell in den Browser ein, anstatt auf Links zu klicken.

Zwei-Faktor-Authentifizierung

Aktiviere, wo möglich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung für deine Konten.

Zurück zur Startseite