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Die neuen Nutzernamen auf WhatsApp bergen auch Gefahren – so schützt du dich
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Einfallstor für Betrüger

Die neuen Nutzernamen auf WhatsApp bergen auch Gefahren – so schützt du dich

Betrüger haben mit den neuen WhatsApp-Benutzernamen neue Möglichkeiten User hinters Licht zu führen.

Betrüger haben mit den neuen WhatsApp-Benutzernamen neue Möglichkeiten User hinters Licht zu führen.

ChatGPT @ blueNews

WhatsApp verabschiedet sich von der Telefonnummer als Visitenkarte und Kriminelle reiben sich die Hände. Was die Gefahren hinter den Benutzernamen sind, warum Indien bereits die Notbremse zieht und wie du dich schützt.

Martin Abgottspon

Martin Abgottspon

08.07.2026, 09:12•08.07.2026, 14:37

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Darum geht’s

  • WhatsApp führt Benutzernamen ein, die die Telefonnummer verbergen sollen, doch Betrüger können sich Namen bekannter Personen sichern und sich so als diese ausgeben.
  • Indien hat den Rollout Anfang Juli wegen Betrugs- und Phishing-Risiken gestoppt.
  • Nutzer schützen sich am besten, indem sie ihren Namen früh reservieren und den Benutzernamen-Schlüssel aktivieren.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

«cz_binance» – diesen Benutzernamen kennt in der Kryptowelt jeder. Er gehört Changpeng Zhao, dem Gründer der grössten Kryptobörse der Welt. Auf X, auf Instagram, überall. Nur auf WhatsApp nicht. Als Zhao sich seinen eigenen Namen dort sichern wollte, war er bereits weg. Irgendjemand war schneller und niemand weiss wer.

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Schluss mit Nummern bei WhatsApp – so sicherst du dir deinen Wunsch-Nicknamen

Der Fall zeigt im Kleinen, was gerade im Grossen schiefzulaufen droht. WhatsApp führt derzeit weltweit Benutzernamen ein. Seit Ende Juni kannst du dir in der App einen Wunschnamen reservieren, im Laufe des Jahres soll die Funktion dann schrittweise freigeschaltet werden. Die Idee dahinter ist eigentlich gut. Statt bei jedem neuen Kontakt und in jeder Gruppe automatisch die eigene Handynummer preiszugeben, reicht künftig ein Name wie «peter.meier». Die Nummer bleibt privat.

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Was dran ist

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Doch genau diese neue Anonymität hat eine Kehrseite. Denn wer nicht mehr an einer Telefonnummer erkennbar ist, kann sich leichter als jemand anderes ausgeben.

Indien zieht die Notbremse

Wie ernst das Problem ist, zeigt sich ausgerechnet im wichtigsten WhatsApp-Markt der Welt. In Indien nutzen über 500 Millionen Menschen den Messenger. Das Tech-Portal Techcrunch machte dort die Probe aufs Exempel und versuchte, Namen zu reservieren, die man bekannten Persönlichkeiten zuordnen würde: «indiamodi» für Premierminister Narendra Modi etwa oder «sharukh.actor» für Bollywood-Star Shah Rukh Khan. Beide waren problemlos verfügbar.

Die Folgen liessen nicht lange auf sich warten. Anfang Juli stoppte das indische IT-Ministerium den Rollout der Funktion per Anordnung und leitete eine Untersuchung ein. Die Behörde befürchtet, dass die Benutzernamen Onlinebetrug, Phishing und die Imitation von Behörden und Privatpersonen massiv erleichtern. Dazu kommt ein zweiter Punkt: Weil Betrüger ihre Telefonnummer nicht mehr offenlegen müssen, können sie künftig deutlich anonymer agieren.

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So viel wird dich WhatsApp in Zukunft kosten

Meta versucht zu beruhigen. Namen von Prominenten, Politikern und Behörden seien vorab reserviert worden, ebenso einige naheliegende Variationen davon. Nach welchen Kriterien das geschieht, verrät der Konzern allerdings nicht und der Fall Zhao zeigt, dass die Schutzliste offensichtlich Lücken hat. Immerhin verspricht Meta, Feedback noch vor dem offiziellen Start umzusetzen.

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Warum die Masche so gut funktioniert

Das Perfide an gefälschten Benutzernamen ist ihre eingebaute Glaubwürdigkeit. Angenommen, dich schreibt jemand unter dem Namen eines bekannten Krypto-Unternehmers an und verspricht dir satte Gewinne gegen eine kleine Investition. Misstrauisch geworden, googelst du den Namen und findest ihn tatsächlich auf X und Instagram, verknüpft mit einem echten, verifizierten Profil. Die Prüfung, die dich eigentlich schützen sollte, bestätigt den Betrug.

Für die Schweiz ist das keine theoretische Gefahr. WhatsApp ist hierzulande bereits jetzt eines der beliebtesten Werkzeuge von Cyberkriminellen. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) meldete allein in den letzten Wochen eine Welle gekaperter WhatsApp-Konten über gefälschte Abstimmungs-Links sowie einen markanten Anstieg von Phishing-Nachrichten im Zusammenhang mit Hotelbuchungen. Die Meldungen dazu haben sich im Mai gegenüber dem Vormonat fast verdreifacht. Die Benutzernamen kommen also in ein Umfeld, in dem die Betrüger längst professionell arbeiten. Ein neues Werkzeug dürften sie dankbar annehmen.

So schützt du dich

  • Reserviere deinen Namen frühzeitig. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Sichere dir deinen Wunschnamen in den Einstellungen unter «Benutzername», bevor es jemand anderes tut. Vor allem, wenn du den gleichen Namen schon auf Instagram oder anderen Plattformen nutzt.
  • Aktiviere den Benutzernamen-Schlüssel. Das ist die wichtigste Einstellung überhaupt: ein zusätzlicher Code, den Fremde kennen müssen, um dich über deinen Benutzernamen anzuschreiben. Du findest ihn unter «Benutzername» > «Per Benutzername kontaktieren» > «Personen, die meinen Schlüssel kennen». Ohne Schlüssel kann dich niemand kontaktieren, der deinen Namen bloss errät.
  • Überlege dir, wie viel dein Name verrät. Der volle Klarname im Benutzernamen macht dich leichter auffindbar – und liefert Betrügern Material für personalisierte Nachrichten. Ein Pseudonym schützt besser.
  • Misstraue bekannten Namen. Ein Benutzername ist kein Identitätsnachweis. Schreibt dich scheinbar eine Firma, eine Behörde oder eine prominente Person an, gilt: nicht antworten, keine Links anklicken, im Zweifel über den offiziellen Kanal nachfragen.
  • Sichere dein Konto mit einer PIN. Aktiviere unabhängig davon die zweistufige Überprüfung (Einstellungen > Konto > Zweistufige Überprüfung). Sie schützt dich davor, dass dein Konto gekapert wird.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Anonym bist du trotzdem nicht

Ein letzter Punkt geht in der Diskussion gerne unter. Die Benutzernamen schützen dich vor anderen Nutzern, nicht vor Meta. Für die Anmeldung bleibt eine Telefonnummer zwingend nötig, und wer seinen Instagram-Namen auch auf WhatsApp verwendet, macht dem Konzern die Verknüpfung seiner Daten über alle Plattformen hinweg noch einfacher. Die neue Privatsphäre hat also einen doppelten Boden.

Verdächtige Nachrichten kannst du übrigens direkt dem BACS melden – über das Meldeformular auf antiphishing.ch oder report.ncsc.admin.ch. Je mehr Fälle gemeldet werden, desto schneller kann die Behörde vor neuen Maschen warnen.

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