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Die Kulissen in «Black Flag Resynced» sehen schlicht atemberaubend aus.
Ubisoft
Ubisoft hat den beliebtesten Teil der «Assassin's Creed»-Reihe von Grund auf neu gebaut und liefert damit das beste Remake seit Jahren ab. Warum sich die Rückkehr in die Karibik selbst für Veteranen lohnt.
Die Sonne versinkt hinter Nassau, meine Crew stimmt ein Shanty an, und am Horizont taucht eine spanische Fregatte auf. Ich könnte sie angreifen. Ich könnte auch einfach weitersegeln, nach Schätzen tauchen oder auf einer einsamen Insel Wildschweine jagen. Genau in diesem Moment wird mir klar: Kein Spiel hat die Freiheit des Piratenlebens je besser eingefangen als «Black Flag». Und das Remake macht dieses Gefühl noch intensiver.
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«Assassin's Creed Black Flag Resynced» ist die Neuauflage von «Assassin's Creed IV Black Flag» aus dem Jahr 2013, das bis heute als einer der besten Teile der Reihe gilt. Ubisoft Singapur hat das Spiel komplett neu entwickelt, auf derselben Anvil-Engine, die schon «Assassin's Creed Shadows» antrieb. Die Spieler schlüpfen erneut in die Rolle von Edward Kenway, einem walisischen Freibeuter, der im Goldenen Zeitalter der Piraterie zwischen die Fronten von Assassinen und Templern gerät.
Was zuerst auffällt: Dieses Spiel ist atemberaubend. Raytracing, neu berechnete Wasserphysik, dynamisches Wetter mit Wasserhosen und tropischen Stürmen. Die Karibik wirkt so lebendig, dass ich mich mehrmals dabei ertappte, einfach nur das Meer anzustarren. Dazu kommt, dass es zwischen offener See und den grossen Hafenstädten keine Ladebildschirme mehr gibt. Ich segle in den Hafen von Havanna, springe von Bord und verschwinde in der Menschenmenge – alles in einem Fluss.
Auch spielerisch hat Ubisoft praktisch jede Schraube nachgezogen. Das Kampfsystem setzt neu auf Paraden und fühlt sich deutlich knackiger an als das Knöpfchendrücken von 2013. Edward kann sich endlich überall ducken, was das Schleichen massiv verbessert und per Freitauchen nähere ich mich Küstenfestungen jetzt lautlos übers Wasser. Die berühmten Seeschlachten – nach wie vor die besten im Gaming – wurden um neue Munitionstypen und zielbare Drehbassen erweitert, ohne ihren Kern anzutasten.

Wer das Spiel nicht schon 2013 gespielt hat, muss das nun einfach nachholen.
Ubisoft
Die klügste Entscheidung des Remakes aber ist der Verzicht auf die zähen Gegenwarts-Passagen im Abstergo-Büro. An ihre Stelle treten sogenannte Rifts. Das sind quasi «Was wäre wenn»-Szenarien, die Edwards Geschichte aus neuen Blickwinkeln erzählen. Dazu gibt es rund sechs Stunden zusätzliche Missionen, ein neues Endgame-Kapitel, neue Offiziere für die Jackdaw und zehn frische Shantys. Matt Ryan, Edwards Originalstimme, hat für die neuen Szenen extra wieder im Studio gestanden. Und man hört, dass hier mit Herzblut gearbeitet wurde.
Erfrischend ist auch der Umfang. Statt einer 100-Stunden-Rollenspielwüste wie in den jüngeren Serienteilen bekommen wir ein fokussiertes Abenteuer, das sich in ein bis zwei Wochen durchspielen lässt.
Perfekt ist das Remake trotzdem nicht. Beim Parkour bleibt Edward gelegentlich an Felsen hängen, die er eigentlich mühelos erklimmen müsste. Ein Ubisoft-Klassiker, der auch 13 Jahre später nicht ganz ausgemerzt ist. Und wer das Original in- und auswendig kennt, erlebt trotz aller Neuerungen im Kern dieselbe Geschichte. Das sind aber Schönheitsfehler an einem sonst bemerkenswert runden Gesamtpaket.
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Für Neulinge ist «Resynced» der perfekte Einstieg in die Reihe. Eine der stärksten Geschichten des Franchise, verpackt in modernster Technik, für rund 60 Franken. Und Veteranen bekommen genau das, was ein gutes Remake leisten muss – dasselbe Spiel, an das sie sich erinnern, nicht dasselbe Spiel, das sie damals tatsächlich gespielt haben. Wer 2013 auf der PS3 oder PS4 über die Karibik segelte, wird staunen, wie gut sich diese Erinnerung heute anfühlt.