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Die Firma KNP Logistics existiert nicht mehr.
Facebook / MAN Truck & Bus UK
Ein einziges schwaches Passwort reichte Hackern, um KNP Logistics lahmzulegen: Die Daten wurden verschlüsselt, das Unternehmen ging unter – und 700 Menschen verloren ihren Job.
Eine Traditionsfirma mit 158 Jahren Geschichte existiert nicht mehr: KNP Logistics aus dem englischen Kettering wurde 2023 Opfer eines folgenschweren Ransomware-Angriffs, den die BBC nun in einem Bericht neu aufgerollt hat.
Die Hacker verschafften sich über ein schwaches Passwort Zugriff auf das interne Firmennetzwerk, legten sämtliche Systeme lahm und verschlüsselten alle Daten.
In einem Erpresserschreiben hiess es: «Wenn Sie das hier lesen, ist Ihre IT-Infrastruktur tot.» Die geforderte Summe lag laut Schätzungen bei rund fünf Millionen Pfund – zu viel für das mittelständische Unternehmen.
Der Betrieb kam zum Stillstand, externe Backups oder funktionierende Notfallkonzepte fehlten.
Die Muttergesellschaft Knights of Old, die seit 158 Jahren im Logistikgeschäft tätig war, musste aufgeben, rund 700 Angestellte verloren ihre Arbeit. Inzwischen wird der Angriff der berüchtigten Akira-Gruppe zugeschrieben.
IT-Sicherheitsexperten kritisieren, dass die Geschäftsleitung zu wenig auf starke Passwörter, Multi‑Faktor‑Authentifizierung und klare Richtlinien setzte. Der Fall zeigt, wie fatal kleine Sicherheitslücken werden können.
Das britische National Cyber Security Centre NCSC warnt: Solche Angriffe passieren täglich – oft genügt eine einzige Schwachstelle, um ein ganzes Unternehmen zu zerstören.
«Würden Sie wissen wollen, dass Ihr Passwort vielleicht alles zerstört hat?», fragt KNP‑Direktor Paul Abbott rückblickend. Aus Expertensicht lag der Fehler aber nicht bei einer einzelnen Person. «Es fehlten starke Passwortrichtlinien, Multi‑Faktor‑Authentifizierung und externe Backups», kritisiert die britische NCSC.
KNP‑Direktor Abbott hält heute Vorträge über die Lehre aus dem Desaster. Sein Vorschlag: eine Art «Cyber‑Zertifikat» für Unternehmen, um regelmässig nachzuweisen, dass ihre Systeme geschützt sind. Denn wie der Fall KNP zeigt, kann schon ein schwaches Passwort eine ganze Firma zum Einsturz bringen.