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ChatGPT setze in seiner neusten Version auf verschiedene Himmelskörper.
ChatGPT @ blueNews
OpenAI hat sein neues KI-Modell lanciert. Dieses kommt nun mit Namen, einem Arbeits-Agenten und einer politischen Vorgeschichte. Was Nutzerinnen und Nutzer jetzt wissen müssen.
Wer dieser Tage ChatGPT öffnet, stolpert über neue Begriffe Sol, Terra undLuna. Dahinter steckt «GPT-5.6», die neue Modellgeneration von OpenAI, die seit dem 9. Juli öffentlich verfügbar ist. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
OpenAI ändert mit dieser Generation sein Namensschema. Die Versionsnummer steht künftig für die Generation, die Namen Sol, Terra und Luna bezeichnen dauerhafte Leistungsklassen. Man kann es sich wie bei der SBB vorstellen: Sol ist die erste Klasse für die anspruchsvollsten Aufgaben, Terra die zweite Klasse für den Alltag, Luna das Sparbillett – schnell und günstig, aber mit weniger Rechenleistung.
Wer ChatGPT kostenlos oder im Go-Abo nutzt, erhält standardmässig das mittlere Modell Terra. Zahlende Kundinnen und Kunden mit Plus-, Pro-, Business- oder Enterprise-Abo können frei zwischen allen drei Modellen wechseln. Der neue «Ultra»-Modus, bei dem mehrere KI-Agenten parallel an einer Aufgabe arbeiten, bleibt Pro- und Enterprise-Kunden vorbehalten.
Auffälligster Neuzugang ist der Arbeits-Agent «ChatGPT Work». Er greift auf verbundene Apps und Dateien zu und erstellt daraus Dokumente, Tabellen oder Präsentationen – zuerst in den Desktop-Apps für Mac und Windows. Zudem verschmilzt OpenAI sein Programmier-Tool «Codex» direkt mit der ChatGPT-App. Auch beim Erstellen von Benutzeroberflächen soll das Modell nun selbstständig geschmackvolle Resultate liefern und das gerenderte Ergebnis visuell überprüfen, bevor es dieses ausgibt.
Das ist die bemerkenswerteste Fussnote dieses Launches. Ein Dekret von US-Präsident Trump verlangt seit Juni, dass Entwickler ihre stärksten Modelle vor der Veröffentlichung der Regierung zur Prüfung vorlegen. GPT-5.6 war deshalb zunächst nur für ausgewählte Partner zugänglich. Der Grund liegt in den Cyber-Fähigkeiten. OpenAI nennt GPT-5.6 sein bislang stärkstes Modell für Cybersicherheit. In Tests identifizierte es Schwachstellen in den Browsern Chrome und Firefox, konnte daraus aber keinen vollständigen, funktionsfähigen Angriff bauen.

Sam Altman will mit ChatGPT wieder zur Konkurrenz aufschliessen, nachdem vor allem Claude zuletzt etwas enteilt ist.
Sven Hoppe/dpa
OpenAI zielt mit dem Launch unverhohlen auf Konkurrent Anthropic, dessen Modell «Claude Fable 5» zuletzt viel Lob erhielt. Auf einem unabhängigen Index für KI-Programmierleistung beansprucht OpenAI einen neuen Spitzenwert knapp über Fable 5 und das bei rund einem Drittel tieferen Kosten. Das sind allerdings Herstellerangaben, und erste unabhängige Tester sind gespalten. Manche schwärmen von GPT-5.6, andere ziehen weiterhin Anthropics Modell vor. Realistisch betrachtet wechselt die Spitzenposition derzeit alle paar Wochen.
An den ChatGPT-Abopreisen ändert sich zum Start nichts. Wer die Modelle als Entwickler über die Schnittstelle nutzt, zahlt für Sol 5 Dollar pro Million Eingabe-Token und 30 Dollar für die Ausgabe. Terra kostet die Hälfte, Luna einen Fünftel. Zur Einordnung: Eine Million Token entsprechen grob 750'000 Wörtern – etwa zehn dicken Romanen.
Mit der neuen Generation räumt OpenAI auf. Das ältere Modell GPT-5.4 wird am 23. Juli abgeschaltet, die 5.5-Modelle bleiben vorerst verfügbar. Wer in ChatGPT eigene Arbeitsabläufe auf ein bestimmtes Modell abgestimmt hat, sollte diese also rechtzeitig testen, denn die nächste Umstellung kommt bestimmt.