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Betrug Online: Fake-Vignette kostet Schweizer 800 Franken – Betrüger schlagen erneut zu
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Vorsicht vor dieser Vignetten-Falle

Betrüger zwacken Schweizer 800 Franken ab – kurz darauf folgt der nächste Schock

In Österreich braucht man eine Vignette, wenn man auf der Autobahn unterwegs sein will. Dies wurde einem Schweizer zum Verhängnis.

In Österreich braucht man eine Vignette, wenn man auf der Autobahn unterwegs sein will. Dies wurde einem Schweizer zum Verhängnis.

imago images/Roland Mühlanger

Eigentlich wollte Patrick Scherz nur schnell eine Vignette für die Fahrt zum ESC in Wien kaufen. Stattdessen verlor er binnen Sekunden 800 Franken an Betrüger. Zwei Wochen später versuchten dieselben Kriminellen offenbar erneut, an sein Geld zu kommen.

Samuel Walder

Samuel Walder

10.06.2026, 04:30•24.06.2026, 12:58

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Schweizer Karten-App erhält grosses Update – das ist neu

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Auf dem Weg zum ESC-Finale wurde ein Schweizer Opfer einer Fake-Vignetten-Seite. Statt rund 13 Euro wurden ihm 800 Franken vom Konto abgebucht.
  • Er sperrte sofort seine Karten und informierte Bank sowie Versicherung. Dank einer Cyberversicherung erhielt er den Schaden zurückerstattet.
  • Zwei Wochen später versuchten die Betrüger erneut, an seine Bankdaten zu gelangen. 
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Es hätte ein entspannter Trip zum ESC nach Wien sein sollen. Stattdessen entpuppten sich die ersten Stunden von Patrick Scherz auf dem Weg nach Wien als purer Stress. Der Grund: Er fiel auf einen Betrug herein. 

 Der 27-Jährige erzählt blue News von seinem Malheur. 

800 Franken plötzlich weg

«Wir sind am Donnerstag vor dem ESC-Finale über München nach Österreich gefahren.» Die Gruppe bemerkte erst vor der Grenze, dass man ja eine Vignette für die Autobahnen in Österreich braucht. «Ich packte also mein Handy aus und googlete schnell nach der Vignette, die man auch online kaufen kann», sagt Scherz. 

Das erste Ergebnis klickte Scherz an. «Die Seite sah seriös aus. So wie man es kennt von den Vignetten-Seiten.» Scherz zögerte also nicht lange und kaufte eine für das Auto, in dem die Gruppe sass. Doch da passierte der Betrug. 

«Ich registrierte mich und gab meine Daten an. Als ich den Kauf bestätigte, wurden mir gleich 800 Franken von meinem Konto abgezogen», erklärt Scherz gegenüber blue News. Wobei eine Vignette für 10 Tage gerade mal rund 13 Euro kosten sollte. Dies bemerkte er über eine Pushbenachrichtigung seiner Banking-App. 

So sah die Fake-Seite aus. Mittlerweile soll sie nicht mehr aktiv sein.

So sah die Fake-Seite aus. Mittlerweile soll sie nicht mehr aktiv sein.

zvg

Versicherung deckt die Kosten

Scherz reagiert schnell, als er bemerkte, dass ihm ein höherer Betrag abgebucht worden war. «Ich sperrte über meine Banking-App alle meine Karten.» Noch aus dem Auto heraus hat er seine Bank angerufen und sie informiert. «Ich hatte Glück, da ich schnell reagierte und nicht noch mehr Geld abgezogen wurde», sagt er. 

Seine Bank reagiert ebenfalls schnell und schickte ihm gleich neue Kartennummern. So musste Scherz nicht über das Wochenende ohne Zahlungsmittel herumlaufen.

Auch seiner Versicherung gibt Scherz Bescheid. «Ich habe angerufen und abgeklärt, ob ich eine Cyberversicherung habe. Und tatsächlich hatte ich eine.» Die Versicherung übernahm den Fall und überwies Scherz den Schaden einige Tage später.

Doppelter Betrugsversuch

Man könnte nun meinen, dass die Geschichte damit erledigt war. Doch zwei Wochen später stellt sich heraus, dass die Betrüger immer perfider werden. «Ich erhielt einen Anruf von einer Schweizer Nummer. 076 war der Anfang, und ich habe abgenommen», erklärt Scherz.

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Am anderen Ende meldete sich eine weibliche Stimme mit gebrochenem Deutsch. Scherz sagt: «Die Frau hat mir gesagt, sie sei von meiner Versicherung, und wollte mich darauf aufmerksam machen, dass ich auf einen Betrug reingefallen bin. Dann wollte sie meine Bankdaten, um mir das Geld zurückzuüberweisen.» Da wusste er: Das sind die Betrüger von der Fake-Vignetten-Seite.

Scherz sagt: «Ich habe mir dann noch einige Minuten einen Spass gemacht und das Spiel mitgespielt. Irgendwann hat sie dann gemerkt, dass ich wusste, dass der Anruf ein Scam ist.» Die Frau am anderen Ende sei wütend geworden und habe das Telefonat beendet. Scherz meldet die Nummer sogleich der Berner Polizei.

über 7500 Straftaten im Cyber-Bereich

Auf Anfrage von blue News sagt ein Mediensprecher der Kantonspolizei Bern: «Insgesamt wurden im letzten Jahr 7593 Straftaten im Bereich der Cyber-Wirtschaftskriminalität registriert. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme um ein Prozent.» 

In solchen Fällen sollte man sich richtig verhalten. Bei Anrufen geht man wie folgt vor: «Brechen Sie bei verdächtigen Anrufen das Gespräch sofort ab – insbesondere, wenn die Anrufenden Druck ausüben. Melden Sie verdächtige Anrufe umgehend der Polizei über die Notrufnummern 117 oder 112», sagt der Sprecher. 

So verhält man sich bei Online-Betrug

Und wie verhält man sich bei Online-Betrug? Der Sprecher: «Verdächtige Internetseiten (wie Phishing oder Betrugsseiten) melden Sie am schnellsten direkt über die offiziellen Meldeplattformen des Bundesamtes für Cybersicherheit BACS.» Wenn man bereits geschädigt wurde, sollte eine Anzeige bei der Polizei aufgegeben werden.

Manchmal ist es schon zu spät und man merkt erst im Nachhinein, dass man auf einen Betrug reingefallen ist. Der Mediensprecher der Kapo sagt: «Haben Sie Ihre Kartendaten bereits eingegeben, informieren Sie sofort Ihre Bank und lassen Sie die Karte sperren. Prüfen Sie als Sicherheitsmassnahme regelmässig Ihre Bankauszüge auf verdächtige Buchungen und melden Sie Auffälligkeiten umgehend ihrer Bank.»


Die folgenden Tipps wurden durch die Kantonspolizei Bern auf Anfrage von blue News aufgeführt:

Diese Tipps solltest du bei Phishing beachten

  • Logindaten müssen nie eingegeben werden, um Geld zu erhalten.
  • Nutzen Sie für das Login bei Ihrem Bankinstitut immer nur den Ihnen bekannten Zugang und nie einen Link oder QR-Code, den sie erhalten.
  • Vereinbaren Sie auf Kleinanzeigeplattformen wenn möglich «Bezahlung bei Abholung» Bezahlen Sie im Voraus nie für den Transport einer Ware, die sie verkaufen wollen.
  • Wenn Ihnen jemand Geld per Twint bezahlen will, beachten Sie in Ihrer Twint-App, dass sie keine Geldanforderung bestätigen.
  • Scannen Sie einen Twint-QR-Code zum Bezahlen immer nur mit Ihrer Twint-App und nicht mit der Kamera-App Ihres Mobiltelefons.
  • Leiten Sie niemandem einen QR-Code oder Zahlencode weiter, den sie von Twint oder Ihrem Bankinstitut erhalten haben.

Mit diesen Tipps schützt du dich vor Scam-Anrufen

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Sie Unbekannte dazu bringen wollen, Bargeld abzuheben, zu zahlen und Geld oder Wertsachen zu übergeben oder zu hinterlegen.
  • Beenden Sie ein solches Telefongespräch, legen Sie auf und melden Sie den verdächtigen Anruf der Polizei.
  • Geben Sie am Telefon keine persönlichen Daten, Passwörter oder Angaben zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Sprechen Sie mit älteren Personen in ihrem Umfeld darüber und geben Sie die Warnung weiter.

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Mit diesen 10 Tipps schützt du dich am besten vor Cyber-Kriminalität.