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In Österreich braucht man eine Vignette, wenn man auf der Autobahn unterwegs sein will. Dies wurde einem Schweizer zum Verhängnis.
imago images/Roland Mühlanger
Eigentlich wollte Patrick Scherz nur schnell eine Vignette für die Fahrt zum ESC in Wien kaufen. Stattdessen verlor er binnen Sekunden 800 Franken an Betrüger. Zwei Wochen später versuchten dieselben Kriminellen offenbar erneut, an sein Geld zu kommen.
Es hätte ein entspannter Trip zum ESC nach Wien sein sollen. Stattdessen entpuppten sich die ersten Stunden von Patrick Scherz auf dem Weg nach Wien als purer Stress. Der Grund: Er fiel auf einen Betrug herein.
Der 27-Jährige erzählt blue News von seinem Malheur.
«Wir sind am Donnerstag vor dem ESC-Finale über München nach Österreich gefahren.» Die Gruppe bemerkte erst vor der Grenze, dass man ja eine Vignette für die Autobahnen in Österreich braucht. «Ich packte also mein Handy aus und googlete schnell nach der Vignette, die man auch online kaufen kann», sagt Scherz.
Das erste Ergebnis klickte Scherz an. «Die Seite sah seriös aus. So wie man es kennt von den Vignetten-Seiten.» Scherz zögerte also nicht lange und kaufte eine für das Auto, in dem die Gruppe sass. Doch da passierte der Betrug.
«Ich registrierte mich und gab meine Daten an. Als ich den Kauf bestätigte, wurden mir gleich 800 Franken von meinem Konto abgezogen», erklärt Scherz gegenüber blue News. Wobei eine Vignette für 10 Tage gerade mal rund 13 Euro kosten sollte. Dies bemerkte er über eine Pushbenachrichtigung seiner Banking-App.

So sah die Fake-Seite aus. Mittlerweile soll sie nicht mehr aktiv sein.
zvg
Scherz reagiert schnell, als er bemerkte, dass ihm ein höherer Betrag abgebucht worden war. «Ich sperrte über meine Banking-App alle meine Karten.» Noch aus dem Auto heraus hat er seine Bank angerufen und sie informiert. «Ich hatte Glück, da ich schnell reagierte und nicht noch mehr Geld abgezogen wurde», sagt er.
Seine Bank reagiert ebenfalls schnell und schickte ihm gleich neue Kartennummern. So musste Scherz nicht über das Wochenende ohne Zahlungsmittel herumlaufen.
Auch seiner Versicherung gibt Scherz Bescheid. «Ich habe angerufen und abgeklärt, ob ich eine Cyberversicherung habe. Und tatsächlich hatte ich eine.» Die Versicherung übernahm den Fall und überwies Scherz den Schaden einige Tage später.
Man könnte nun meinen, dass die Geschichte damit erledigt war. Doch zwei Wochen später stellt sich heraus, dass die Betrüger immer perfider werden. «Ich erhielt einen Anruf von einer Schweizer Nummer. 076 war der Anfang, und ich habe abgenommen», erklärt Scherz.
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Am anderen Ende meldete sich eine weibliche Stimme mit gebrochenem Deutsch. Scherz sagt: «Die Frau hat mir gesagt, sie sei von meiner Versicherung, und wollte mich darauf aufmerksam machen, dass ich auf einen Betrug reingefallen bin. Dann wollte sie meine Bankdaten, um mir das Geld zurückzuüberweisen.» Da wusste er: Das sind die Betrüger von der Fake-Vignetten-Seite.
Scherz sagt: «Ich habe mir dann noch einige Minuten einen Spass gemacht und das Spiel mitgespielt. Irgendwann hat sie dann gemerkt, dass ich wusste, dass der Anruf ein Scam ist.» Die Frau am anderen Ende sei wütend geworden und habe das Telefonat beendet. Scherz meldet die Nummer sogleich der Berner Polizei.
Auf Anfrage von blue News sagt ein Mediensprecher der Kantonspolizei Bern: «Insgesamt wurden im letzten Jahr 7593 Straftaten im Bereich der Cyber-Wirtschaftskriminalität registriert. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme um ein Prozent.»
In solchen Fällen sollte man sich richtig verhalten. Bei Anrufen geht man wie folgt vor: «Brechen Sie bei verdächtigen Anrufen das Gespräch sofort ab – insbesondere, wenn die Anrufenden Druck ausüben. Melden Sie verdächtige Anrufe umgehend der Polizei über die Notrufnummern 117 oder 112», sagt der Sprecher.
Und wie verhält man sich bei Online-Betrug? Der Sprecher: «Verdächtige Internetseiten (wie Phishing oder Betrugsseiten) melden Sie am schnellsten direkt über die offiziellen Meldeplattformen des Bundesamtes für Cybersicherheit BACS.» Wenn man bereits geschädigt wurde, sollte eine Anzeige bei der Polizei aufgegeben werden.
Manchmal ist es schon zu spät und man merkt erst im Nachhinein, dass man auf einen Betrug reingefallen ist. Der Mediensprecher der Kapo sagt: «Haben Sie Ihre Kartendaten bereits eingegeben, informieren Sie sofort Ihre Bank und lassen Sie die Karte sperren. Prüfen Sie als Sicherheitsmassnahme regelmässig Ihre Bankauszüge auf verdächtige Buchungen und melden Sie Auffälligkeiten umgehend ihrer Bank.»
Die folgenden Tipps wurden durch die Kantonspolizei Bern auf Anfrage von blue News aufgeführt: