Fernseher dank MicroLED selbst zusammenbasteln

dj

14.1.2019

The Wall nennt sich ein 219 Zentimeter grosser Bildschirm von Samsung.
Getty Images

Die neue MicroLED-Technologie bietet nicht nur eine hervorragende Bildqualität, mit ihr könnten sich Kunden einen Fernseher auch selbst in der gewünschten Grösse zusammenstellen.

Die neue Fernseher-Technologie MicroLED könnte dem derzeitigen Nonplusultra OLED schon bald den Rang ablaufen. Wie OLED besteht ein MicroLED-Bildschirm auch unzähligen LED, die sich einzeln anschalten lassen und keine Hintergrundbeleuchtung benötigen. Doch das O in OLED steht für «Organic» und bedeutet, dass sich die organischen Komponenten mit der Zeit zersetzten und die Bildqualität leidet.

Das anorganische MicroLED hat dieses Problem nicht. An der CES in Las Vegas machte sich vor allem Samsung für die Technologie stark. Das macht durchaus Sinn, denn Samsung hat sich dem OLED-Trend immer widersetzt und setzte unter dem Namen QLED stattdessen auf eine eigene Lösung. Nun bauen die Koreaner auf MicroLED und bauen ist auch das passende Stichwort. Denn ein weiterer Vorteil von MicroLED ist, dass es sich fast beliebig zusammenbauen lässt.

Modulare Bauweise

An der CES zeigte Samsung einen 75 Zoll grossen MicroLED-Fernseher für den Heimeinsatz sowie einen riesigen 219 Zoll grossen Bildschirm namens The Wall, eher für Unternehmenskunden gedacht. Deren Besonderheit: Beide bestehen aus einer Vielzahl von einzelnen Kacheln. Diese lassen sich nahtlos verbinden, um ein Display in der gewünschten Grösse und mit dem bevorzugten Seitenverhältnis zu erzeugen. Ob man einen Fernseher fürs Schlafzimmer oder einen Mega-Bildschirm für ein Stadion braucht, die Technologie ist die Gleiche.

Diese Lego-Baukastenprinzip könnte auch die Erweiterung eines bestehenden Fernsehers erleichten. Reicht das Budget in diesem Jahr nur für ein etwas kompakteres TV, könnte man das Gerät im nächsten Jahr einfach durch den Kauf neuer Kachel erweitern — ohne sich direkt einen ganz neuen Fernseher zulegen zu müssen.

Mit dem Lego-Prinzip können neue Kacheln einfach zu einem bestehenden Bildschirm hinzugefügt werden.
Samsung

Baldige Verfügbarkeit fraglich

Noch ist das allerdings eher Zukunftsmusik. Denn das nicht unerhebliche Problem von MicroLED ist, dass es derzeit aufwendig und teuer in der Produktion ist, wie das «Wall Street Journal» schreibt. So sind die einzelnen Pixel in einer Kachel dünner als menschliches Haar.

Samsung hat denn auch noch nicht bekannt gegeben, wann und zu welchem Preis der 75-Zoll MicroLED TV erhältlich sein wird. Auch bei The Wall wurde noch kein Verkaufspreis genannt. Das im Vorjahr präsentierte Modell mit 146 Zoll wurde im vergangenen Juni zur Vorbestellung angeboten — ein Preis wurde aber auch hier bis heute nicht bekannt. Billig wird MicroLED in den ersten Jahren sicherlich nicht.

Das sind die Highlights der CES

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