Riesiger Energiespeicher In diesem Schweizer Städtchen wird die grösste Batterie der Welt gebaut

Martin Abgottspon

11.5.2026

Das Loch für die gigantische Batterie ist so gross wie zwei Fussballfelder.
Das Loch für die gigantische Batterie ist so gross wie zwei Fussballfelder.
Flexbase

Mitten in der beschaulichen Stadt Laufenburg klafft ein Loch, das zwei Fussballfelder bedeckt und 27 Meter tief ist. Befüllt wird dieses mit dem grössten Energiespeicher der Welt.

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • In Laufenburg AG entsteht bis 2029 die grösste Redox-Flow-Batterie der Welt.
  • Die Flüssigbatterie soll als Pufferspeicher für Windstrom dienen und zeigt, wie überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen sinnvoll gespeichert werden kann.
  • Darüber entsteht ein Technologiezentrum mit KI-Rechenzentrum und Solarfassade. Die Gesamtkosten liegen zwischen 1 und 5 Milliarden Franken.

Das Unternehmen Flexbase hat in letzter Zeit gleich mehrere Bilder von der Mega-Baustelle in Laufenburg geteilt. Aktuell ist dort eine gewaltigen Grube zu sehen, die künftig Platz für eine sogenannte Redox-Flow-Batterie bieten soll. Nicht weniger als die grösste der Welt.

Die geplante Kapazität von 2,1 Gigawattstunden klingt abstrakt, lässt sich aber einfach greifbar machen. 210'000 Schweizer Haushalte könnten damit einen ganzen Tag lang mit Strom versorgt werden. Noch beeindruckender ist die Ausgangsleistung mit bis zu 1,2 Gigawatt. Das ist exakt gleich viel wie das Kernkraftwerk Leibstadt aufbringen kann, das nur unweit der deutschen Grenze steht. 

In zwei Jahren soll von der Baustelle nichts mehr zu sehen sein.
In zwei Jahren soll von der Baustelle nichts mehr zu sehen sein.
Flexbase

Strom auf Vorrat – warum das jetzt wichtig wird

Die Idee hinter solchen Grossspeichern ist so simpel wie dringend. Solar- und Windenergie produzieren Strom dann, wenn die Wetterbedingungen es zulassen und nicht unbedingt dann, wenn ihn die Menschen brauchen. Ein riesiger Pufferspeicher kann diese Lücke schliessen, indem er überschüssigen Strom aufnimmt und bei Bedarf wieder ins Netz einspeist.

In Laufenburg sollen primär Windräder den Akku befüllen. Das Prinzip der Redox-Flow-Technologie geht übrigens bis ins späte 19. Jahrhundert zurück und wurde ab den 1950er-Jahren von der NASA weiterentwickelt. Es ist also keine wilde Start-up-Idee, sondern bewährte Physik in neuem Massstab.

So soll das zukünftige Technologiezentrum in Laufenburg aussehen.
So soll das zukünftige Technologiezentrum in Laufenburg aussehen.
Flexbase

Was steckt in der Batterie?

Der Elektrolyt, also die leitfähige Flüssigkeit im Inneren der Batterie, besteht laut Flexbase zu 75 Prozent aus Wasser. Die Energiedichte ist zwar deutlich tiefer als bei den Lithium-Ionen-Akkus wie sie in vielen Geräten verwenden werden, doch das spielt bei einem stationären Speicher dieser Grösse kaum eine Rolle.

Viel wichtiger ist die Anzahl Ladezyklen, welche eine solche Anlage übersteht. In diesem Fall geht man von rund 20'000 Zyklen aus. Ausserdem lässt sich die Batterie modular erweitern und gilt als vergleichsweise sicher und wartungsfreundlich. Der Elektrolyt selbst kann chemisch «aufgefrischt» werden, ohne das System ersetzen zu müssen.

Weit mehr als nur ein Akku

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Über dem unterirdischen Riesen-Akku entsteht auf 40'000 Quadratmetern das Technologiezentrum Laufenburg, das bereits 2028 eröffnet werden soll – ein Jahr vor der geplanten Inbetriebnahme des Speichers selbst. Die Fassade wird mit 11'000 Quadratmetern Photovoltaik ausgestattet, die zu Spitzenzeiten zwei Megawatt liefert.

Teil des Komplexes ist auch ein KI-Rechenzentrum, das bei Bedarf bis zu 480 Megawatt aus dem Akku abrufen kann. Dessen Abwärme soll ins lokale Fernwärmenetz fliessen. Ein Kreislauf, der vorbildlich klingt, aber erst noch bewiesen werden muss. Finanziert wird das Milliardenprojekt von privaten Investoren. Die genauen Kosten sind noch offen, bewegen sich aber zwischen einer und fünf Milliarden Franken.