Härtetest Was taugt ein Tesla Model 3 nach 600'000 Kilometern?

Martin Abgottspon

5.5.2026

Ein Tesla 3 wurde von einem Youtuber auf Herz und Nieren geprüft.
Ein Tesla 3 wurde von einem Youtuber auf Herz und Nieren geprüft.
Tesla

Ein kanadischer YouTuber kaufte einen sieben Jahre alten Tesla 3 und fuhr mit diesem eine Distanz von rund 15 Erdumrundungen. Was er herausfand, dürfte so manchen E-Auto-Skeptiker überraschen.

Martin Abgottspon

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein 2019er Tesla Model 3 mit über 600'000 Kilometern und originalem Akku taugt noch immer als Alltagsauto.
  • Die Batteriekapazität ist zwar um gut ein Drittel gesunken, doch das ist nach diesem extremen Pensum kaum überraschend und weit besser als viele Kritiker erwarten würden.
  • Neuere E-Autos mit modernerer Batterietechnologie dürften noch deutlich robuster altern.

610'000 Kilometer. Diese Distanz legen nur die wenigsten Menschen mit demselben Auto zurück. Ein kanadischer YouTuber hat sich genau diesen Extremfall allerdings vorgenommen und wollte wissen, wie weit er wirklich kommt.

Das Fahrzeug – ein Tesla Model 3 Standard Range Plus, Baujahr 2019 – hat seinen ursprünglichen Akku noch immer drin. Kein Ersatz, kein Tausch. Der Youtuber-Kanal Drive Protected liess das E-Auto nach dem Langzeit-Test vollständig aufladen und mass anschliessend die angezeigte Reichweite: 254 Kilometer. Ein neues Modell desselben Typs schaffte damals rund 386 Kilometer. Die Batteriekapazität ist damit um rund 34 Prozent gesunken.

Zum Vergleich: Schweizer Autofahrerinnen und -fahrer legen im Schnitt etwa 15'000 Kilometer pro Jahr zurück. Um auf dieselbe Distanz wie der Tester zu kommen, müssten die meisten also gut 40 Jahre unterwegs sein.

Gute Ergebnisse auf der Autobahn

Der eigentliche Praxis-Test erfolgte auf der Autobahn unter konstanten Bedingungen.  Tempo 110, Aussentemperaturen zwischen 11 und 23 Grad und einem Verbrauch von rund 14,5 kWh auf 100 Kilometer. Damit kommt das Fahrzeug noch 222 Kilometer weit mit einer Ladung. Für Alltagsfahrten wie Pendeln, Einkaufen oder gelegentliche Ausflüge reicht das für die meisten noch immer problemlos.

Zwar klingt diese Zahl auf den ersten Blick ernüchternd. In der Praxis hingegen ist sie bemerkenswert. Konstante Autobahnfahrten zählen zu den anspruchsvollsten Szenarien für E-Auto-Akkus. Dass das Fahrzeug trotz jahrelangem Intensivbetrieb noch immer so gut mitspielt, überraschte selbst Experten.

Bei diesen Zahlen wird wahrscheinlich sogar Elon Musk positiv überrascht sein.
Bei diesen Zahlen wird wahrscheinlich sogar Elon Musk positiv überrascht sein.
Matt Rourke/AP/dpa

Elektroauto-Batterien halten länger als gedacht

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Das Ergebnis steht nicht allein. Eine Analyse von fast 23'000 Elektroautos, die Anfang 2026 publiziert wurde, kommt zum Schluss, dass EV-Batterien im Schnitt rund zwei Prozent ihrer Kapazität pro Jahr verlieren – deutlich weniger als viele bis anhin befürchteten. Laut Daten von Geotab dürften die meisten Akkus die nutzbare Lebensdauer des Fahrzeugs damit locker überstehen.

Eine Studie der Universität Birmingham aus dem Jahr 2025 beziffert die durchschnittliche Laufleistung eines Elektroautos über seinen Lebenszyklus auf rund 200'000 Kilometer – gegenüber 187'000 Kilometern bei Benzinern und 257'000 bei Diesel-Fahrzeugen. Das getestete Tesla Model 3 hat diesen Schnitt um den dreifachen Wert übertroffen.

Wer derzeit ein gebrauchtes Elektroauto als Kaufoption in Betracht zieht, sollte den Akkuzustand sicher genau prüfen lassen. Doch dieser Test zeigt, dass ein hoher Kilometerstand allein kein automatisches Todesurteil für ein Elektrofahrzeug ist. Erst recht, wenn man bedenkt, dass ältere Teslas wie dieser noch mit einer überholten Batteriechemie fährt. Neuere Fahrzeuge mit modernen Zellen dürften noch deutlich robuster altern.