Das endgültige und unrühmliche Ende von Gamestop?

Martin Abgottspon

23.3.2020 - 13:22

Seit dem Wochenende haben nun auch die Gamestop-Filialen aufgrund von Corona geschlossen.
Bild: Getty Images

Schon seit Monaten befindet sich Gamestop in der Krise. Ausgerechnet mit der Corona-Welle wollte man das Unternehmen nochmal versuchen zu retten. Ohne Rücksicht.

Wie in der Schweiz herrscht inzwischen auch in den USA ein Lockdown. Nicht systemrelevante Geschäfte wurden deshalb aufgefordert, die Läden zu schliessen.



Gamestop hielt sich nicht an die Verordnung. Stattdessen hat man mit Flyern alle Ladenbetreiber dazu aufgefordert, die Geschäfte am Laufen zu halten. Begründet wurde der Entscheid damit, dass Gamestop zahlreiche Geräte und Leistungen anbiete, die durchaus «essenziell» wären. Dazu zählten sie etwa Peripheriegeräte, die man zum Arbeiten und Lernen von zu Hause aus benötige.

Zwei Kassenschlager in der Pipeline

Dass es Gamestop dabei nicht wirklich um die Leute im Homeoffice ging, war offensichtlich. Schliesslich steht die Kette primär für den Verkauf von Videospielen, die mittlerweile immer häufiger direkt online bezogen werden. Mit den kürzlich veröffentlichten Titeln «Animal Crossing» und «Doom Eternal» hoffte die Geschäftsleitung allerdings, die Umsätze nochmal richtig ankurbeln zu können.

Die Kritik liess jedoch nicht lange auf sich warten. Mitarbeiter verschafften ihrem Ärger in allen möglichen Foren Luft und machten sich zeitgleich Sorgen um ihre Gesundheit. Der Druck in den sozialen Medien wuchs von Tag zu Tag.

Eine Schliessung für immer?

Inzwischen hat Gamestop doch beschlossen, seine Geschäfte zu schliessen. Grund dafür war aber eher das Vorgehen der Regierung. Der Gouverneur von Pennsylvania, Tom Wolfe, veröffentlichte am Wochenende eine Liste mit allen Unternehmen, die systemrelevant sind. Gamestop gehörte wie zu erwarten war nicht dazu. Unter Androhung einer Zwangsschliessung blieb dem Unternehmen dadurch nicht mehr viel Handlungsspielraum.

Ob dies das endgültige Ende von Gamestop ist, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich ist es allemal. Zuletzt gab es bereits riesige Entlassungswellen und fast schon verzweifelte Neukonzipierungsmassnahmen, die das Unternehmen wohl auch nicht mehr gerettet hätten. 

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