eSports lassen Gamer körperlich schneller altern

Fabian Gilgen

24.10.2019 - 16:11

eSportler Uzi leidet schon seit Jahren an Gebrechen, die eigentlich eher in höherem Alter auftreten.
Bild: Riot Games

Den ganzen Tag spielen und dafür auch noch bezahlt werden: Gerade deswegen ist eSportler für viele Gamer ein Traumberuf. Aber genau wie im normalen Sport drohen körperliche Abnutzungserscheinungen.

Durch den grossen Boom erfüllen sich immer mehr eSportler den Traum, auf professionellem Niveau zu spielen. Sie können sogar ihren Lebensunterhalt damit verdienen. Aber auch die Konkurrenz in der Szene wächst – und damit der Leistungsdruck. Um an der Spitze bleiben zu können, sind dann tägliche Trainings von bis zu zwölf Stunden keine Ausnahme.



Die Leidensgeschichte von eSports-Profi Uzi

Für die körperliche Gesundheit ist das stundenlange Sitzen mitunter problematisch. Das zeigt auch das Beispiel vom professionellen eSportler Jian «Uzi» Zi-Hao, der aktuell für das «League of Legends»-Team Royal Never Give Up im Einsatz ist.

Der 22-jährige Chinese spielt bereits seit sieben Jahren im eSports mit. Und diese Zeit fordert mittlerweile ihren körperlichen Tribut. «Das Schlimmste ist der Schmerz in meinen Schultern, er beeinflusst den ganzen Arm. Manchmal fühlt sich mein Arm an, als sei er bereits in Rente», beschreibt Uzi es in einem Video auf Twitter. Die Ärzte bestätigten ihm, tatsächlich bereits jetzt die Arme eines 50-Jährigen zu haben.

Auch Rücken und Beine machen dem jungen Mann Probleme. Wenn er seine Gebrechen beschreibt, könnte man fast meinen, er sei in Rehabilitation nach einem schweren Unfall: «Ich habe öfters das Gefühl, als hätte ich keine Kraft in den Beinen. Der untere Teil meines Körpers fühlt sich so an, als würde er nicht zu mir gehören.»

Trotzdem ist der Rücktritt aus der eSports-Karriere für ihn keine Option. Denn seit 2015 hat er sich trotz der genannten Verletzungen steigern können. Sein Team Royal Never Give Up qualifizierte sich für die diesjährige Weltmeisterschaft in «League of Legends», das Viertelfinale wurde kürzlich nur knapp verpasst.



Die Leistungsfähigkeit ist nur gegeben, wenn sich Geist und Körper im Einklang befinden. Viele eSports-Organisationen haben dies bereits erkannt. Sie stellen den Teams Fitness-, Health- und Mental-Coaches zur Seite, damit die Spieler nicht nur geistig, sondern auch körperlich fit bleiben. Nur so bleibt man für längere Zeit konkurrenzfähig.

Momentan ist es so, dass für die meisten eSportler die aktive Karriere im Alter von 25 bis 30 Jahren endet, sie können mit der jüngeren und reaktionsfähigeren Generation von eSportlern schlicht nicht mehr mithalten.

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