Nostalgie-Gefühle Die «Lemmings» sind zurück – Leider mit einem Abzock-Modell

dpa / mar

1.2.2019

Die «Lemmings» waren schon in den Neunzigerjahren ein grosser Spielehit.
Die «Lemmings» waren schon in den Neunzigerjahren ein grosser Spielehit.
Bild: Sad Puppy Ltd.

«Lemmings» ist ein Klassiker der Videospielgeschichte. 28 Jahre nach ihrer Premiere wuseln die kleinen Gestalten nun auch über Smartphone-Bildschirme. Leider trübt das Geschäftsmodell den Spielspass.

Die Lemmings sind wieder da. Die kleinen lebensgefährdeten Rudelwesen treiben diesmal ihr Unwesen auf dem Smartphone. Das macht eigentlich Spass, wenn da nicht eine absurde Spielmechanik wäre.



Moment: «Lemmings»? Spieler in den 90er-Jahren kamen kaum um die kleinen Wesen herum. In dem Spiel gingen kleine blaue Männchen mit grünen Haaren stur in eine Richtung, bis sie auf ein Hindernis trafen oder in ihr Verderben liefen.

Die Spieler mussten dafür sorgen, dass nicht allzu viele Lemmings in Abgründe fielen, sondern erfolgreich das Ende des Levels erreichten. Und genau das macht auch die kostenlose Neuauflage der Lemmings von Sad Puppy Ltd. für Android und iOS aus.

Grafisch etwas aufgehübscht, von der Mechanik her aber immer noch eng beim Original.
Grafisch etwas aufgehübscht, von der Mechanik her aber immer noch eng beim Original.
Bild: Sad Puppy Ltd.

Kaum Änderungen bei der Mechanik

Die Lemmings laufen wie immer geradeaus. Treffen sie auf eine Wand, kehren sie um. Spieler können dem Lemmings-Schwarm Anweisungen geben, um sie auf den richtigen Weg zu bringen. Dazu gibt es etliche Werkzeuge. Lemmings können sich etwa durch Wände graben, Treppen bauen oder per Fallschirm grosse Höhen überwinden.

Das Problem: Immer nur ein Lemming erfüllt eine dieser Aufgaben. Der Rest läuft einfach weiter und muss schön unter Kontrolle gehalten werden - ständig hat man mehr als eine Baustelle offen.

Ein erster Eindruck des Spiels auf dem Handy.

Bild: Youtube

Free to play? Nicht wirklich

Die Umsetzung auf Smartphone ist gut gelungen. Die Level sind auf einen Bildschirm begrenzt und die Bedienung intuitiv. Insgesamt ist «Lemmings» aber weniger komplex als seine Vorgänger, was Veteranen sauer aufstossen könnte.

Was richtig nervt: «Lemmings» ist als Free-to-play-Spiel angelegt - und das auf schlimme Art. Jede Anweisung an die Lemmings kostet Energie. Geht die Energie aus, können Spieler also nichts mehr tun und müssen gegen echtes Geld neue Energie kaufen. Oder sie lassen das Spiel eine Weile ruhen. Das kann auch mitten im Level passieren und trübt daher Spielfluss und Spaß. Wer damit klarkommt, erhält ein kreatives Rätselspiel.

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