Die rührendsten Liebesgeschichten in Games

Pascal Wengi

14.2.2020 - 08:49

Geralt von Rivia und Yennefer sind mittlerweile auch durch die Netflix-Serie noch bekannter geworden.
Bild: CD Projekt Red

Packende Liebesgeschichten gibt es auch in der Pixel-Welt der Videospiele. Zur Feier aller Verliebten, Geliebten, Pärchen und Händchenhaltenden habe ich für euch meine persönliche Liste mit den romantischsten Liebesgeschichten in Games zusammengetragen.

«Halo» – Cortana und Master Chief

Romantik in einem Science-Fiction-Shooter klingt zunächst wie ein schlechter Witz. Doch eine der fast schon rührendsten Liebesgeschichten der Game-Geschichte stammt aus dem Action-Shooter «Halo». Vielleicht nicht die romantischste Lovestory in traditioneller Hinsicht, aber sicher eine der tragischsten. Denn der Protagonist, Master Chief, verliebt sich in seine Begleit-KI Cortana. Diese Liebe zwischen dem gestählten Spartan und dem virtuellen Abbild der Microsoft-Sprachassistentin zieht sich über alle Teile der «Halo»-Reihe hinweg. Der Master Chief würde alles tun, um seine Cortana zu schützen und sie würde es ihm gleich tun, obwohl sie möglicherweise nie zusammen sein können. Spoiler-Alarm: Das Ende von «Halo 4» treibt diese Romanze auf die Spitze mit einer ergreifenden Szene, in der sich die beiden für eine kurze Zeit gegenüberstehen können, nur damit Cortana sich dann für den Master Chief opfert und beide wieder getrennt sind. Hat mich damals fast zu Tränen gerührt.

«Zelda»-Reihe – Prinzessin Zelda und Link

Die spielerische Personifizierung von «Tapferer Held rettet hübsche Prinzessin» ist und bleibt «The Legend of Zelda». In fast jedem «Zelda»-Spiel ist es als Link unsere Aufgabe, die blonde Kronerbin von Hyrule zu retten. Im ersten Moment mag dies fast schon zu märchenhaft kitschig wirken. Wer sich aber mit der übergreifenden Geschichte hinter der «Zelda»-Reihe befasst, merkt, dass ihre Liebe grösser ist. Denn die meisten Titel spielen in einer Art festgelegten, übergeordneten Zeitlinie und es gibt somit mehrere «Versionen» von Link und Zelda. Teils als jüngere oder ältere Version oder als eine Art Wiedergeburt der beiden. Und jedes Mal sind die beiden unaufhörlich zueinander hingezogen, als wären ihren Seelen und Schicksale durch eine starke Macht aneinander gebunden. Man könnte es zuspitzen und sagen, dass Link dazu geboren wurde, Zelda zu retten und zu lieben. Für immer und ewig. Für mich fast schon der Inbegriff eines romantischen Liebesgeständnisses.

«The Witcher 3» – Geralt von Rivia und Yennefer von Vengerberg und Triss Merigold

Die Hexe und der Hexer. Die schwarzhaarige Schönheit und der weisshaarige Monsterschlächter. Yennefer und Geralt sind für mich das romantische Traumpaar schlechthin. Vom ersten Anblick Yennefers war ihr Geralt erlegen und seither treibt sie ihn in den Wahnsinn. Denn die gerissene Hexe ist alles andere als eine typische Liebschaft in Videospielen. Yennefer hat ihren eigenen Kopf und ist um einiges schlagfertiger und gerissener als Geralt. Doch sie hat diese Art, Geralt im ersten Moment eiskalt abzuservieren, nur um ihn dann, mit einem verschmitzten Lächeln, wieder an ihre Liebe zu erinnern. In der «Witcher»-Gamereihe kommt erschwerend hinzu, dass mit Triss Merigold eine zweite Hexe das Liebesleben von Geralt durcheinanderbringt. Die rothaarige Triss, mit ihrem «Mädchen von nebenan»-Look ist in vieler Hinsicht das pure Gegenteil von Yennefer. Sie ist weniger kühl und wirkt ehrlicher, gross- und leichtherziger als ihre durchtriebenere Hexen-Kollegin. Geralt scheint auch ihr gegenüber alles andere als abgeneigt zu sein. Eine verzwickte, romantische Dreiecksbeziehung. Die Wahl zwischen den beiden ist schlichtweg die schwierigste Entscheidung, die man in einem Game treffen muss.

«Days Gone» – Sarah und Deacon

Die alte Geschichte vom netten Mädchen, das sich in den Bad Boy verliebt. Das Zombie-Actionspiel «Days Gone» erzählt vor allem in Rückblenden die romantische Geschichte zwischen Sarah und Deacon. Von ihrer ersten Begegnung, über ihr erstes Date bis zu ihrer Hochzeit. Deacon als Biker und Vollmitglied in einer Rockerbande entführt Sarah in seine Welt. Diese ist anfangs nicht besonders von seinem Biker-Leben angetan, versteht dieses aber nach und nach besser und wird sogar ein Teil davon. Umso tragischer, dass die Romanze zu Beginn des Spiels nur in Rückblenden existiert, denn Deacon muss Sarah für tot erklären, nachdem er sie beim Zombieausbruch aus den Augen verloren hatte. Die Romantik besteht dann ausserhalb dieser Erinnerung vor allem in Deacons ständiger Trauer und Sorge um Sarah und der unumstösslichen, immer wieder aufkeimenden Hoffnung, dass sie doch noch am Leben sein könnte. Für seine geliebte Sarah reist Deacon quer durch die Apokalypse, nur um den Hauch einer Chance zu wahren, dass sie irgendwo auf ihn warten könnte. Dafür geht er wortwörtlich über Leichen und setzt sein Leben aufs Spiel. Wenn das nicht romantisch ist.

«Borderlands 3» – Wainwright Jakobs und Alistar Hammerlock

Die «Borderlands»-Serie nimmt sich oftmals selbst nicht ganz ernst und ist vor allem durch seinen oft derberen Humor bekannt. Trotzdem schafft es «Borderlands 3» ein romantisches Paar zu etablieren. Die Rede ist von Sir Alistar Hammerlock und seinem angetrauten Wainwright Jakobs, Erbe des gleichnamigen Waffenimperiums. Dass Sir Hammerlock homosexuell ist, wurde schon in den vorherigen Teilen angedeutet, aber nie weiter vertieft. Im dritten Teil erhält er mit Wainwright Jakobs nun einen ebenbürtigen Lebenspartner und Waffenbruder. Die Romantik hier besteht nicht aus kitschigen Szenen, sondern wie gefestigt deren Beziehung dargestellt wird. Sie verhalten sich oft wie ein altes Paar, deren Romantik längst einer Art Routine gewichen ist. Trotzdem würden beide Himmel und Hölle in Bewegung setzen, wenn ihre bessere Hälfte in Gefahr schwebt. Sie verkörpern diese alte Liebe und die Vorstellung des «zusammen alt Werdens». Ihre Liebesgeschichte hat aber auch eine tragische Vergangenheit, denn ihr Heimatplanet vertritt eher konservative Ansichten, was Partnerwahl und Tradition betrifft und die Liebe der beiden wurde von allen Seiten verteufelt. Die Liebe zueinander wirkt durchs Spiel hinweg nie aufgesetzt oder erzwungen, sondern echt und tief. Auch zum Ende hin, in der letzten langen Zwischensequenz, sieht man sie dastehen und zwischen Staunen und Furcht greifen sich ihre Hände, als ob sie sagen würden: «Wenn wir sterben, dann gemeinsam!» – Wunderschön romantisch.

Alistar Hammerlock und Wainwright Jakobs erleben eine besonders tiefgreifende Liebe.
Bild: 2K

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