Dieser Kurzfilm bringt der Game-Industrie den ersten Oscar

#Von Martin Abgottspon

27.4.2021

Die Kurz-Doku Colette findet innerhalb des VR-Spiels «Medal of Honor: Above and Beyond» statt.
Die Kurz-Doku «Colette» findet innerhalb des VR-Spiels «Medal of Honor: Above and Beyond» statt.
Activision

Für das VR-Spiel «Medal of Honor: Above and Beyond» haben Electronic Arts und Facebook eine Dokumentation über die Freiheitskämpferin Colette Marin-Catherine gedreht. Bewegende Bilder, welche auch die Oscar-Juroren überzeugten.

#Von Martin Abgottspon

27.4.2021

Die diesjährige Oscar-Verleihung bot auch eine besondere Premiere. Denn erstmals in der Geschichte der prestigewürdigen Show holte sich die Spieleindustrie eine Auszeichnung ab. Zu verdanken ist dies dem Kurzfilm «Colette in der Sparte «Beste Dokumentation (Kurzfilm)».



Der Film wurde ursprünglich für das VR-Spiel «Medal of Honor: Above and Beyond» produziert. Electronic Arts und Facebook haben gleich mehrere Dokumentationen über Veteranen des Zweiten Weltkriegs gedreht, die im Spiel zu Wort kommen und zu denen eben auch Colette gehört.

Wer ist Colette?

Die Kurz-Dokumentation begleitet die französische Widerstandskämpferin Colette Marin-Catherine, wie sie zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland zurückkehrt, um jenes Konzentrationslager zu besuchen, in dem ihr Bruder getötet wurde.



Für den Mut, den die 92-Jährige dabei aufbringt, wurde sie auch von allen Seiten gelobt und bewundert. So sagte etwa auch Mike Doran, Produktionsleiter der Oculus Studios, in einem Statement: «Wie wir im Film sehen können, erfordert Widerstand Mut, aber sich der eigenen Vergangenheit zu stellen kann noch mehr fordern. Uns zu erlauben, ihre Reise für zukünftige Generationen zu bewahren, war ein wahrer Akt der Tapferkeit und des Vertrauens.»

Das Spiel überzeugt nur mässig

Trotz des hochkarätigen Videomaterials kam «Medal of Honor: Above and Beyond» bei den Spielern bisher aber nur mässig gut an. Viele bemängeln vor allem die extrem hohen Systemanforderungen und die Installationsgrösse von rund 170 Gigabyte. Der hohe Dateienumfang ist zu grossen Teilen auf die Einbeziehung des dokumentarischen Filmmaterials zurückzuführen.