20 Polizeiautos und DrohnenGrosi filmt sich beim Gamen, weil Enkel Krebs hat – dann rückt ein SWAT-Team an
Noemi Hüsser
21.5.2026
Sue Jacquot spielt in Streams das Computerspiel Minecraft, um Geld für die Krebsbehandlung ihres Sohnes zu sammlen.
Screenshot Youtube
Mitten in der Nacht tauchen Polizeikräfte bei der 81-jährigen Minecraft-Streamerin Sue Jacquot in Arizona auf. Die Youtuberin reagierte überraschend entspannt auf den gefährlichen Swatting-Angriff.
Die 81-jährige Minecraft-Streamerin GrammaCrackers wurde Opfer eines Swatting-Angriffs, bei dem eine falsche Notfallmeldung einen grossen Polizeieinsatz mit SWAT-Teams und Drohnen auslöste.
Die Youtuberin aus Arizona blieb erstaunlich gelassen und bezeichnete den Einsatz sogar als spannend. Sie lobte die Polizei und erzählte begeistert von ihrer Fahrt im Streifenwagen.
Swatting gilt in den USA als schwere Straftat. 2018 wurde bei einem ähnlichen Vorfall ein unschuldiger Familienvater erschossen.
Die 81-jährige Minecraft-Streamerin Sue Jacquot aus Arizona in den USA ist Opfer eines sogenannten Swatting-Angriffs geworden: Jemand rief die Polizei mit einer falschen Notfallmeldung – und löste damit einen Grosseinsatz aus. 20 Streifenwagen, mehrere Polizist*innen und Drohnen rückten beim Haus der Streamerin an, während die Rentnerin im Bett lag und schlief.
Jacquot, die sich auf Youtube «GrammaCrackers» nennt, hat über 600'000 YouTube-Abonnent*innen und nutzt ihre viralen Streams und Videos, um Geld für die Krebsbehandlung ihres Enkels zu sammeln.
Jacquot nahm den Polizeieinsatz mit erstaunlicher Gelassenheit, wie sie in einem neuen Video erzählt. «Es machte Spass», sagt sie. «Normalerweise bekommt man nicht so viel Aufmerksamkeit. Ich habe es richtig genossen», erzählt sie weiter.
Swatting ist in den USA eine Straftat
Ein Highlight für Jacquot: Sie durfte im Streifenwagen mitfahren: «Das konnte ich noch nie.» Die Polizist*innen lobte sie in höchsten Tönen. «Sie waren so nett zu mir, ich habe sie geliebt.» Einige Beamte hätten hinterher sogar nach einem Autogramm gefragt. Nach dem Einsatz habe sie sich wieder schlafen gelegt.
Sie betont im Video aber auch, dass Swatting gefährlich und in den USA eine Straftat ist. Beim Swatting erstattet jemand anonym eine falsche Notfallmeldung – etwa über eine Geiselnahme oder einen Bombenanschlag – um einen bewaffneten Einsatz der Polizeispezialeinheit Swat gegen eine ahnungslose Person auszulösen. Besonders Streamer*innen sind regelmässig Ziel solcher Angriffe.
Der bekannteste Fall ereignete sich 2018: Ein 25-Jähriger wollte einen Streamer swaten, schickte die Polizei aber zur falschen Adresse. Ein unbeteiligter Familienvater wurde erschossen. Der Täter, der den Swat-Einsatz auslöste, wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.
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