Digitaler Trend

Ist «FIFA» in Zukunft nur noch im Abo spielbar?

Martin Abgottspon

14.2.2019

«FIFA 20» könnte hinsichtlich Monetarisierung einige Neuerungen bereit halten.
Bild: Electronic Arts / Getty Images

Electronic Arts denkt bereits laut über neue Vertriebsarten der hauseigenen Spiele nach. Es ist durchaus denkbar, dass man schon bei «FIFA 20» eine monatliche Gebühr zahlen muss.  

Die Gewinnerwartungen für dieses Quartal hat Electronic Arts erst kürzlich nach unten korrigiert. Als Grund nennt das Unternehmen unter anderem den sinkenden Absatz von physischen Produkten. Mehr und mehr Leute laden sich Videospiele mittlerweile direkt auf ihre Konsole oder PC und kaufen die Games nicht mehr beim Händler.



Dieser Trend wirkt sich offensichtlich negativ auf die Einnahmen der Publisher aus. Electronic Arts hat die Zeichen der Zeit allerdings erkannt und will deshalb in Zukunft noch stärker auf das Abo-Modell setzen. Für den PC gibt es ein solches mit Origen Access bereits. Für fünf Euro im Monat kann man neue Titel zehn Stunden lang anspielen, und wer für die Premium-Mitgliedschaft 15 Euro berappt, hat Zugriff auf das komplette Spieleangebot mit über 170 Spielen.

In ihrem aktuellen Finanzbericht kündigte Electronic Arts nun an, dass das Abo-Modell demnächst auch auf einer anderen grossen Plattform eingeführt werden soll. Ob es sich dabei um die Playstation oder die Xbox handelt, ist allerdings noch unklar. Früher oder später werden aber wohl eh alle grossen Plattformen Abo-Modelle unterstützen, und die Vermutung liegt nahe, dass «FIFA 20», das im Herbst erscheint, bereits da rein fällt.

«FIFA»-Punkte-Diskussion weiterhin heiss

Unabhängig von einem Abo-Modell ist auch die «FIFA»-Punkte-Diskussion noch lange nicht abgeschlossen. Mit der virtuellen Währung leisten sich «FIFA»-Spieler Fussballerpacks, mit denen sie ihre Traum-Elf zusammenstellen. Ambitionierte Spieler geben dafür zum Teil mehrere Tausend Euro aus, um ein möglichst starkes Team zu erhalten.



Die Mehrheit beklagt sich zwar über die «Abzocke» und fordert ein neues System, doch bei dem Umsatz hat Electronic Arts eher ein geringes Interesse daran, etwas an dem Modell zu ändern. Ausser sie werden dazu gezwungen. Das ist seit Kurzem in Belgien der Fall – dort entschied die Regierung, dass die sogenannten «Lootboxen» als Glücksspiel gelten. Deutschland erwägt derzeit ähnliche Schritte.

Wird Electronic Arts dem Druck deshalb irgendwann nachgeben? Die hängigen Gerichtsverfahren werden darüber Aufschluss geben. Und sonst hat der Spieleentwickler immer noch die Option, eine Glücksspiel-Lizenz zu erwerben. 

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