Luca Rigoni gibt dem Schweizer eSports ein Gesicht

Anatol Heib

9.5.2019

Der 24-jährige Luca Rigoni ist eSports-Moderator aus Leidenschaft.
Bild: Bytheway AG

Sportevents ohne Kommentatoren sind für Zuschauer kaum vorstellbar. So ist es auch im eSports. Wenn sich in der Swisscom Hero League die besten eSports-Teams duellieren, begleitet Luca Rigoni die Action.

Der 24-Jährige ist auf der Videostreaming-Plattform Twitch zu hören und tritt auch an Turnieren auf. Am kommenden Wochenende ist er beim Grand Final der Swisscom Hero League auch erstmals im TV auf Teleclub Zoom zu sehen.

Drei Tage pro Woche kommentiert Luca Rigoni Partien in «League of Legends», «Clash Royale» und «Hearthstone». Eine komplette Partie dauert je nach Spiel 30 bis 60 Minuten.

Erst die Taktik, dann das Spiel

Luca Rigoni geht in seiner Aufgabe voll auf, ist in den Partien mit Leidenschaft bei der Sache. «Vor dem Spiel liefere ich den Zuschauern Fakten zu den Teams, thematisiere mit dem Kollegen im Studio die möglichen Strategien und liefere News aus der Liga», erzählt der eSports-Reporter. Neben seriösen Inhalten zum Spiel ist in der lockeren Atmosphäre auch Platz für den einen oder anderen Spass. Weil ihm die Arbeit als Moderator so viel Freude bereitet, könnte er sich auch vorstellen, eines Tages als TV-Moderator zu arbeiten.

An eSports fasziniert ihn die Dynamik der Spiele, jede Begegnung läuft anders ab. Alleine durch ein Software-Update werden die Karten neu gemischt, Teams müssen neue Spielstrategien entwickeln.

Ein Spieltag in der Swisscom Hero League: Hier sieht und hört man Luca Rigoni in Aktion.

Bild: Twitch

«Ich musste nicht lange überlegen»

Luca Rigoni ist durch Zufall ans Mikrofon gekommen, als er vor einem Turnier spontan angefragt wurde. «Ich musste damals nicht lange überlegen und war sofort von der Arbeit fasziniert», erinnert er sich. Die Nervosität beim ersten Auftritt war schnell verflogen. Den Einstieg in den Moderatoren-Job fiel Rigoni auch deshalb leicht, weil er sich für Präsentationstechniken interessiert und weiss wie man vor einem Publikum spricht.

Die spielerische Expertise für seine Aufgabe bringt er ebenfalls mit. Denn neben seiner Arbeit mit Mikrofon und Kamera spielt er auch schon seit acht Jahren selber «League of Legends». Ausserdem gründete er vor einiger Zeit selber ein Team, das mittlerweile bei der Schweizer Organisation Silentgaming ein neues Zuhause gefunden hat. Heute kümmert sich Rigoni primär noch um das Organisatorische.

Wenn er nicht gerade ein Spiel kommentiert, studiert Rigoni an der Universität Zürich Politik- und Rechtswissenschaften. In der Freizeit treibt er gerne Sport, ist mit Freunden unterwegs oder geht ins Kino. Bei seinen Reiseplänen steht Südkorea ganz oben auf der Liste. «Ich möchte unbedingt einmal ins Land der eSports-Pioniere.»

Ein Sport mit Zukunft?

ESports in der Schweiz ist den vergangenen Jahren stark gewachsen und professioneller geworden, sagt Luca Rigoni. Es sei nicht nur ein Phänomen, sondern ein Sport von Dauer. «Heute nehmen an einer LAN-Party über 2000 Spieler teil. Gleichzeitig steigen die Zuschauerzahlen», erzählt der Szene-Kenner. Das macht die Schweizer eSports-Szene auch für Unternehmen attraktiver. Sie sponsern Teams und Turniere oder gründen eigene Ligen. Durch die Professionalisierung steigt auch die Qualtität der Spiele. Deshalb ist es Luca Rigoni ein Anliegen, dass der eSports in der Gesellschaft noch mehr Akzeptanz findet.

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