Was muss «FIFA 21» besser machen? 

Martin Abgottspon

3.8.2020 - 12:03

In rund zwei Monaten erscheint die neue Ausgabe von «FIFA».
Bild: Electronic Arts  / FIFA

Unter Profis wurde wohl noch kein Spiel der «FIFA»-Serie so kontrovers diskutiert wie der aktuelle Titel. Doch wo liegen die Probleme und wo das Verbesserungspotenzial? Weltmeister «MoAuba» erzählt von seiner Vision.

So langsam neigt sich für «FIFA»-Spieler eine weitere Saison dem Ende entgegen. Im Oktober erscheint mit «FIFA 21» der neuste Teil der Serie und in diesen setzen sowohl Profis wie auch Amateure grosse Hoffnungen. 

Die aktuelle Ausgabe wurde quasi von Beginn weg immer wieder kontrovers diskutiert. Das lag zum einen an technischen Begebenheiten wie wiederholten Server-Ausfällen, aber auch an den Modi wie Karriere oder Volta, bei welchen sich viele Spieler mehr erhofft hatten.

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Profis werden schlecht belohnt

Im Kern geht es bei «FIFA» aber natürlich auch um das Gameplay, das insbesondere bei dem einen oder anderen Profi zu schlaflosen Nächten geführt hat. Das war auch beim amtierenden Weltmeister Mohammed «MoAuba» Harkous nicht anders: «Man musste in dieser Ausgabe nicht viel lernen, um erfolgreich zu sein. Das macht es für uns Profis natürlich nicht einfach, wenn man täglich stundenlang trainiert und kaum besser wird», sagt er in einem Gespräch mit «Bluewin».



Demzufolge wurden gemäss seiner Ansicht viele Spiele durch Glück entschieden. Die Fähigkeiten am Controller verkamen zur Nebensache. Deshalb wünscht sich der Deutsche für die neue Ausgabe, dass Electronic Arts hier wieder mehr Komplexität reinbringt, beispielsweise in Form von verschiedenen Schüssen und Pässen, die im richtigen Moment ihre volle Wirkung entfalten und die man eben auch üben muss.

Wo bleibt die Action?

Der mehrfache Schweizer Meister Luca «LuBo» Boller bläst ins gleiche Horn. Er bemängelt insbesondere, dass man in «FIFA 20» oft einfach auf Ballbesitz spielt. Eine Tatsache, die sich nicht nur schlecht trainieren lässt, sondern auch langweilig ist: «Vielen Partien fehlt es dadurch an Action und spektakulären Spielzügen und ich wünsche mir deshalb, dass wir in ‹FIFA 21› wieder wesentlich mehr Tore sehen.»

Persönlich würde es «LuBo» ausserdem begrüssen, wenn Weitschüsse wieder an Bedeutung gewinnen, da diese schon immer eine seiner grossen Stärken waren. «Sollte das tatsächlich passieren, merkt man als Profi schnell, ob das dann eine gute oder eher schlechte Saison wird.»

FUT-Modus: zu wichtig und zu teuer

So oder so werden im Oktober die Karten für alle «FIFA»-Spieler neu gemischt. Plötzlich kann wieder jeder jeden schlagen, bis man sich etwas an die neuen Eigenheiten gewöhnt hat. Und: Wer viel investiert, ist zumindest in der Anfangsphase klar im Vorteil.

Der FUT-Modus hat sich inzwischen auch als fester Wettbewerbsmodus im E-Sport etabliert. Jeder kann sich dabei seine Traumelf zusammenstellen, doch das kostet Geld. Profis investieren schnell mal mehrere Tausend Franken, die teils aber auch von den Vereinen oder E-Sport-Teams übernommen werden. Diese sind aber auch dringend nötig, wenn man mit den Besten der Welt mithalten will, denn ohne einen Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi im Sturm wird es schon bedeutend schwieriger, Tore zu schiessen.



Dass das nicht fair ist, sieht auch der Weltmeister «MoAuba» ein. Trotzdem würde er nur ungern auf diesen Modus verzichten. «Es gibt ‹FIFA› einfach noch dieses gewisse Etwas und ist auch für Zuschauer viel attraktiver. Man sollte sich einfach mal über die Preise Gedanken machen.»

Vielleicht auch über die Legalität. In gewissen Ländern wie Belgien fällt der Kauf solcher Spieler-Packs bereits unter das Glücksspielgesetz und ist demnach verboten. «Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Spiele-Publisher hier an einer Lösung arbeiten», so «LuBo». 

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