Huawei P30 Lite im Test: Kleiner Bruder fast ganz gross

Henning Steier

31.5.2019

Das Huawei P30 Lite kostet 380 Franken.
Bild: PD

Die abgespeckte Version des P30 lässt im Vergleich vor allem die Kameratechnologie vermissen. Wie aber schlägt sich das P30 Lite im Vergleich zum direkten Konkurrenten Samsung Galaxy A50?

Kann man in diesen Tagen unbefangen Huawei-Smartphones testen? Wohl nur, wenn man davon ausgeht, dass US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am G20-Gipfel in Japan Ende Juni über Huawei sprechen wird.

Im fürs Unternehmen günstigsten Fall würde Trump das von ihm erlassene Dekret zurücknehmen. Dieses untersagt US-Unternehmen die Nutzung von Telekommunikationstechnik , die als Risiko für die nationale Sicherheit der USA eingestuft wird. Davon ist vor allem Huawei betroffen, weil zahlreiche Firmen, etwa Google, derzeit nicht mit den Chinesen zusammenarbeiten dürfen

Von den Höhen der Weltpolitik zurück in die Tiefen des Smartphone-Kartons, in dem das Huawei P30 Lite schlummert. Beim Auspacken sticht bereits das für ein Mittelklassengerät sehr wertige Design ins Auge. Natürlich kommt es nicht an die Optik und Haptik der grossen Brüder P30 und P30 Pro heran. Das liegt unter anderem daran, dass der Hersteller viel Kunststoff verbaut hat. 

Was vermissten wir im Test? Zum einen fehlt eine IP-Zertifizierung. So ist etwa bei Samsung ist auch die Mittelklasse wassergeschützt. Zum anderen steht die Kamera zu weit für unseren Geschmack aus dem Gehäuse heraus. Das setzt sie Kratzrisiken aus und lässt das Smartphone nicht plan auf dem Tisch liegen.

Dankenswerterweise liefert Huawei aber eine Hülle mit, die zumindest letztgenanntes Manko mildert. Eine Hülle im Lieferumfang ist unüblich, eine Schutzfolie, die bereits auf dem Display klebt, auch. Aber lobenswert. Die Kopfhörer sind übrigens nicht empfehlenswert, aber das ist bei einem Smartphone-Preis 380 Franken auch nicht zu erwarten. 

Hingegen überdurchschnittlich für die Mittelklasse: 83 Prozent der Vorderseite des P30 Lite nimmt der Bildschirm ein. Die tropfenförmige Notch kennt man bereits von Huawei-Geräten. Auch bei diesem fällt sie kaum auf. Das helle Display überzeugt auch, kann aber nicht ganz mit dem Bilschirm des Samsung Galaxy A50 mithalten. Dafür sind die Kameras des Huawei-Geräts besser, was auch daran liegt, dass der grosse Brennweitenbereich des Huawei-Handys aussergewöhnlich für diese Preisklasse ist. Typisch für diese: Bei schlechten Lichtverhältnissen haben beide Geräte Probleme mit der Bildqualität.

Fazit

Huawei hat im Vergleich zu Samsung mit dem P30 Lite die Nase vorn, wenn es um die Kamera geht. Die Akkulaufzeiten sind bei beiden mit fast zwei Tagen gleich. In puncto Display und Haptik liegt hingegen das Samsung Galaxy A50 vor dem Huawei-Smartphone. Mit beiden Geräten macht man aber nichts falsch. Im Gegenteil: Dass die Flaggschiffe fast dreimal so teuer sind, merkt man dem P30 Lite und dem A50 vor allem bei den Kameras an. Was alle Huawei-Handys gemeinsam haben: Die überladene Benutzeroberfläche Emui. Samsungs One UI ist eindeutig die bessere, weil schlankere Lösung. 

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