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Ist man mit den neuen Funktionen in WhatsApp wirklich besser geschützt?
Bild: Imago
WhatsApp führt eine neue Datenschutzfunktion ein, die sensible Chats besser schützen soll. Doch Experten haben Zweifel an der Wirksamkeit und warnen vor einem falschen Sicherheitsgefühl.
Millionen Nutzer vertrauen WhatsApp täglich ihre privatesten Konversationen an. Nun will der Messenger-Riese mit einer neuen Funktion die Vertraulichkeit stärken. Doch während das Unternehmen einen wichtigen Schritt für sensible Kommunikation verspricht, wächst die Skepsis bei Datenschützern.
Die neue Option, die derzeit für Einzel- und Gruppenchats ausgerollt wird, soll laut WhatsApp verhindern, dass Gesprächspartner Chatverläufe exportieren oder Medien wie Fotos und Videos automatisch auf ihren Geräten speichern. Ziel sei es, so das Unternehmen in einem Blogbeitrag, das Verlassen sensibler Inhalte aus dem Messenger zu unterbinden.
WhatsApp bewirbt die Funktion als wichtigen Schutz, «gerade wenn das Bedürfnis nach Vertraulichkeit besonders gross ist», und nennt als Beispiele Gesundheitsinformationen in Selbsthilfegruppen oder die Organisation in Communitys.
Doch genau hier setzt die Kritik an. Das Magazin Netzpolitik.org bewertet das Feature als «trügerische Sicherheit». Das Kernproblem: Screenshots von Chats sind weiterhin problemlos möglich, ebenso wie das manuelle Kopieren oder Abfotografieren von Inhalten. «Wer also mit Personen chatte, denen er oder sie nicht voll vertraut, sei trotz der neuen Funktion nicht ausreichend geschützt», lautet die Argumentation der Experten.
Die grundlegende Problematik des Teilens durch unzuverlässige Kontakte werde nicht gelöst. Zudem bemängeln die Datenschützer weiterhin den generellen Umgang von WhatsApp mit Metadaten, die der Dienst sammle und potenziell an Behörden weitergebe. Immerhin könnte die Funktion den Zugriff der kürzlich eingeführten Meta AI auf die Inhalte derart geschützter Chats blockieren.
Nutzer können den erweiterten Datenschutz aktivieren, indem sie auf den Namen des jeweiligen Chats tippen und dort die entsprechende Option auswählen. Falls der Menüpunkt noch nicht erscheint, kann ein Update der App erforderlich sein.
Unabhängig von der Debatte um die neue Datenschutzfunktion müssen sich Nutzer älterer iPhones auf eine andere Änderung einstellen. Ab dem 5. Mai setzt WhatsApp zwingend iOS 15.1 voraus. Dies bedeutet das Aus für die Unterstützung des iPhone 5s und iPhone 6.
Als Alternativen mit stärkerem Fokus auf Datenschutz nennt Netzpolitik.org etwa Signal. Allerdings setzen Dienste wie Signal und Threema laut MacTechNews ebenfalls mindestens iOS 15 voraus. Lediglich Telegram gebe sich derzeit noch mit iOS 12 zufrieden.