Wer zahlt, verliert sein Geld«Letzter Wunsch von Alfred Heer?» – Vorsicht vor diesem dreisten Betrug
Sven Ziegler
19.1.2026
Alfred Heer wurde 63 Jahre alt.
sda
Kriminelle nutzen den Tod des früheren SVP-Nationalrats Alfred Heer, um mit gefälschten Werbeanzeigen im Netz Geld zu erbeuten. Prominente Namen sollen Vertrauen schaffen – wer einzahlt, verliert sein Geld.
Kurz nach dem Tod von Alfred Heer tauchten auf Facebook und Instagram Werbeanzeigen auf, die wie redaktionelle Beiträge gestaltet waren. In den Anzeigen wird suggeriert, Heer habe sein Vermögen oder Firmenanteile an Bekannte und eine angebliche Investmentplattform vermacht.
Die Masche folgt einem bereits seit langer Zeit bekannten Muster: Ein prominenter Name soll Seriosität vorgaukeln, am Ende werden Nutzerinnen und Nutzer aufgefordert, einen vergleichsweise kleinen Betrag – meist rund 250 Franken – zu investieren. Versprochen werden hohe Gewinne innerhalb kurzer Zeit.
«Alles ist Lug und Trug»
SVP-Nationalrat Mauro Tuena, der Alfred Heer persönlich kannte, reagiert gegenüber CH Media, welches zuerst über die Fake-Anzeige mit Alfred Heer berichtete, empört. Bekannte hätten ihn plötzlich auf eine Anzeige angesprochen, in der behauptet wurde, Heer habe ihm ein Millionenvermögen hinterlassen. «Das ist absolut pietätlos. Alles daran ist falsch», sagte Tuena.
Die gefälschte Anzeige kommt im «Blick»-Stil daher.
Screenshot CH Media
Er meldete die Fake-Anzeige umgehend beim Bundesamt für Cybersicherheit und beim Fedpol. Beide Stellen hätten rasch reagiert, so Tuena. Von den betroffenen Plattformen habe er jedoch lange keine Rückmeldung erhalten.
Die Betrüger versprechen garantierte Gewinne, teils mehrere Tausend Franken pro Woche. Wer einzahlt, sieht sein Geld in der Regel nie wieder.
Behörden und Politiker raten zur Vorsicht. Seriöse Investitionen würden weder über Social-Media-Werbung mit Prominenten noch mit garantierten Renditen beworben. Nutzerinnen und Nutzer sollten misstrauisch werden, wenn Anzeigen wie redaktionelle Beiträge aussehen und zu schnellen Einzahlungen drängen.