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Fussballfans verfolgen das erste WM-Gruppenspiel der Schweizer Nati gegen Katar in Vevey VD.
Bild: Keystone
Wirkt die WM im Fernsehen plötzlich anders als gewohnt? Fans berichten etwa von ungewohnten Bewegungsabläufen. Die Ursachen reichen von US-Produktionsstandards bis zu den verwendeten Stadien.
Die WM lockt täglich unzählige Fussballfans vor die TV-Bildschirme – allerdings mit Nebengeräuschen: Auf Social Media finden sich mehrere Beiträge, wonach die TV-Bilder ungewohnt wirken. Die Bildqualität sei schlechter, Bewegungen erscheinen anders und auch der Rasen wirke plötzlich gelb statt grün.
Ein Grossteil der Kritik richtet sich gegen die Übertragungen der deutschen Sender ARD und ZDF. Bei blue News melden sich allerdings Leser*innen, die auch bei SRF einen Unterschied zur gewohnten Qualität ausmachen.
Tatsächlich gibt es mehrere technische Ursachen dafür, dass Fernsehbilder aus Nordamerika auf europäische Zuschauer ungewohnt wirken können. Ein wesentlicher Grund liegt in den unterschiedlichen TV-Standards. In Nordamerika wird traditionell mit knapp 60 Bildern pro Sekunde produziert, in Europa mit 50.
Irgendwie ist die Bildqualität der #wm2026 unterirdisch.
— hu.vollenweider (@deppenpost) June 17, 2026
Der Unterschied erscheint auf den ersten Blick gering, kann bei schnellen Sportarten jedoch sichtbar werden. Müssen die Signale für den europäischen Markt angepasst werden, verändert sich die Darstellung von Bewegungsabläufen leicht. Besonders bei schnellen Pässen, langen Bällen oder Kameraschwenks kann das Bild dadurch anders wirken als etwa bei Super-League-Übertragungen.
Eine weitere Rolle spielen die Stadien selbst. Viele Arenen, die bei der WM 2026 genutzt werden, sind eigentlich für American Football konzipiert. Deshalb befinden sich die Kamerapositionen oft deutlich höher als in klassischen Fussballstadien in Europa.
Dadurch verändert sich die Wahrnehmung des Spiels: Das Spielfeld erscheint kompakter, Entfernungen wirken kürzer und die Tiefenwirkung fällt anders aus. Für manche Zuschauer entsteht so der Eindruck, weiter vom Geschehen entfernt zu sein oder ein weniger dynamisches Bild zu sehen.
Hinzu kommen Unterschiede bei der Bildbearbeitung. Amerikanische Produktionen setzen teilweise andere Akzente bei Kontrast, Helligkeit und Farbsättigung als europäische Sender. Während in Europa häufig eine möglichst natürliche Darstellung angestrebt wird, können US-Übertragungen einen anderen visuellen Stil aufweisen.
So wirkt etwa der Rasen mitunter in einem anderen Farbton oder das gesamte Bild erscheint anders abgestimmt.
Die SRG verneint auf Anfrage von blue News einen Unterschied zur gewohnten Bildqualität. Diese hänge aber auch vom jeweiligen Weiterverbreiter ab. So können etwa bei Streaminganbietern durch schwankende Datenraten zusätzliche Bildprobleme auftreten.