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Elon Musks Satelliten von Starlink ermöglichen auch Telefongespräche in abgelegenen Winkeln der Erde.
ChatGPT @ blueNews
Mit Starlink nimmt sich Elon Musk jetzt auch den Mobilmarkt vor. Technisch funktioniert das Ganze auch in der Schweiz. Ein Abo kann man trotzdem nicht abschliessen. Aber warum?
«Hello Salt, SpaceX here.» Mit diesen vier Wörtern schrieb Salt im Sommer 2025 ein Stück Schweizer Mobilfunkgeschichte. Die Testnachricht kam über einen Starlink-Satelliten auf ein herkömmliches 4G-Smartphone, möglich gemacht durch eine Bewilligung des Bundesamts für Kommunikation. Kein Spezialgerät, keine Schüssel, keine zusätzliche App. Technisch funktioniert der direkte Draht ins All also auch hierzulande, abonnieren kann man den Dienst bis heute trotzdem nicht.
Um zu verstehen, was blockiert, muss man zwei Dinge auseinanderhalten. Elon Musk ist mit Starlink doppelt in der Schweiz präsent. Seit August 2023 ist der Internetdienst direkt abonnierbar, zusätzlich besteht ein Nutzungsvertrag mit dem Telekomanbieter Salt. Das eine läuft längst, das andere hängt fest.
Der erste Weg ist die klassische Satellitenschüssel fürs Haus. Starlink hat seine Schweizer Angebote im Mai 2026 erneuert und bietet den Zugang neu ab 30 Franken pro Monat mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde an, ohne Hardwarekosten, höhere Tarife liefern bis zu 400 Megabit pro Sekunde. Das lohnt sich aber nur dort, wo Glasfaser oder Kabel fehlen, etwa auf einer Alp, in einer Berghütte oder im Campingbus. Für die allermeisten Haushalte mit 5G vor der Tür und günstigen Festnetzabos bleibt das ein Nischenprodukt.
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Spannend wird es beim zweiten Weg, dem Dienst, der ganz ohne Schüssel auskommt. Hier verbindet sich das normale Smartphone direkt mit einem Satelliten, der wie eine Mobilfunkantenne im Orbit funktioniert. SpaceX hat diesen Dienst am Mobile World Congress in Barcelona im März 2026 in «Starlink Mobile» umgetauft, mit dem Ziel, jedes gewöhnliche Handy überall auf der Welt zu verbinden. Genau das hat Salt in Interlaken getestet, und genau das steckt nun fest. Drei Hürden stehen dem kommerziellen Start im Weg.
Hürde 1: Die Frequenz gehört Starlink gar nicht
Wer in der Schweiz funken will, braucht eine Konzession für ein bestimmtes Frequenzband, egal ob vom Boden oder aus dem All. In Europa besitzt Starlink keine solche eigene Mobilfunk-Konzession. Deshalb muss die Firma mit einem bestehenden Anbieter zusammenspannen, in der Schweiz mit Salt, das 2023 als erster Mobilfunkanbieter Europas überhaupt einen solchen Deal unterschrieb. Der Satellit klinkt sich dabei in das Salt-Netz ein wie ein Roaming-Partner.
Hürde 2: Ein Signal, das nicht an der Grenze haltmacht
Die grössere Hürde ist physikalisch und politisch zugleich. Ein Satellit streut sein Signal über einen Umkreis von mehreren Dutzend Kilometern, und was für Salt-Kunden gedacht ist, könnte Anbieter im nahen Ausland stören. Genau darum war der Schweizer Test eng auf die Region Interlaken begrenzt, und beim Telefonieren führte der Wechsel von einem Satelliten zum nächsten zu Verzögerungen mitten im Gespräch.
Bevor es kommerziell weitergeht, müssen sich die europäischen Länder auf gemeinsame Spielregeln einigen. Eine Versuchskonzession wäre denkbar, ein kommerzieller Betrieb damit aber nicht, weshalb sich Salt mindestens bis 2027 gedulden muss. Bitter für ein Unternehmen, das einst Europas Vorreiter war.
Hürde 3: Noch zu wenige Satelliten für mehr als SMS
Selbst wenn die Bewilligung käme, wäre der Dienst vorerst bescheiden. Anfang 2026 kreisen über 650 Mobilfunk-Satelliten um die Erde, genug für Textnachrichten, aber zu wenig, wenn viele Nutzer gleichzeitig ein Video streamen wollen. Der Grund: Alle Menschen unter einem Satelliten teilen sich dessen Kapazität, und Funksignale tragen ohnehin weniger als Licht im Glasfaserkabel.
SpaceX arbeitet an leistungsfähigeren Satelliten mit grösseren Antennen und zusätzlichen Frequenzen. Eine Architektur mit bis zu 150 Megabit pro Sekunde peilt die Firma frühestens gegen Ende 2027 an. Hinzu kommt eine vierte, hartnäckige Schwäche: Die Wellen aus dem All dringen senkrecht von oben schlecht durch Dächer und Betondecken, also genau dort, wo die meisten Menschen ihr Handy am häufigsten nutzen.
Ein Ersatz für Swisscom oder Sunrise wird Starlink Mobile damit nicht. In den Städten und in Innenräumen bleibt das irdische Netz aus Masten und Glasfaser überlegen, der Satellit ergänzt es, statt es abzulösen. Realistisch ist Starlink Mobile auf Jahre hinaus ein Sicherheitsnetz für das letzte Bergtal, kein zweites Vollnetz.
Klar ist nur das Tempo. In Grossbritannien ging der Satelliten-Handydienst Ende Februar 2026 mit Virgin Media O2 bereits kommerziell live, als erster in Europa. Die spannendere Frage für die Schweiz ist deshalb nicht mehr, wann das Handynetz aus dem All kommt, sondern über wessen Satelliten es dann läuft.