Trump-Fans sehen plötzlich nur noch Videospiel-Pornos

dj

5.7.2021

Sexualisierte Darstellungen von Sonic the Hedgehog fluteten Gettr.
Sexualisierte Darstellungen von Sonic the Hedgehog fluteten Gettr.
Getty Images

«Gettr» soll die neue Web-Heimat der Trump-Fans werden. Zum Start fluten Trolle die Seite mit Pornobildern der Videospiel-Figur Sonic The Hedgehog – und hacken sie auch gleich.

dj

5.7.2021

Seit seiner Verbannung von Facebook, Twitter, YouTube und Co. sind Donald Trump und seine Anhänger*innen auf der Suche nach einer neuen Plattform im Netz. Parler sah lange so aus, als könnte es diese Funktion übernehmen. Aber die Seite wurde durch einen zeitweiligen Rausschmiss aus dem App Store und internen Streitigkeiten aus der Bahn geworfen.

Trump selbst startete dann einen primitiven Blog namens «From The Desk of Donald J. Trump». Dieser wurde aber nach knapp einem Monat schon wieder wegen chronischer Erfolglosigkeit eingestellt. Sein engster Berater Jason Miller hat nun eine weitere Social-Media-Plattform lanciert. «Gettr» nennt sich der Twitter-Klon, der schon in seinen ersten Tagen mit mächtigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.



Igel-Pornos bei beliebten Hashtags

Eigentlich sollte Gettr am gestrigen amerikanischen Unababhängigkeitstag offiziell starten, es war allerdings schon einige Tage vorher in den App-Stores erhältlich. Wie «Kotaku» berichtet, machten sich auch zugleich Trolle auf der Plattform breit. So wurden etwa bei Trump-Fans beliebte Hashtags mit pornografischen Bildern von Sonic the Hedgehog, dem aus der gleichnamigen Videospielreihe von Sega bekannten blauen Igel, versehen.

Am Independence Day selbst wurde die Seite dann auch noch gehackt. Laut «Reuters» wurden die Namen der Profile prominenter Nutzer*innen, wie dem früheren Aussenminister Mike Pompeo sowie von Miller selbst, abgeändert. Miller sagte, der Angriff sei innert von Minuten abgewehrt worden, ausser den Namensänderungen hätte es keine Schäden gegeben.

Chinesischer Milliardär ist Geldgeber

Trump selbst ist noch nicht Mitglied bei Gettr. Er will offenkundig nicht erneut auf das falsche Pferd setzen und dürfte erstmal abwarten, ob sich die Plattform zu seiner Zufriedenheit entwickelt. Auch finanziell ist er nicht an Gettr beteiligt.

Hauptgeldgeber ist laut «Politico» der chinesische Milliardär Guo Wengui, der schon diverse Pro-Trump-Aktivitäten finanzierte und eng mit dem einstigen Trump-Flüsterer Steve Bannon zusammenarbeitet. Unter dem Namen Gettr betrieb Guo zuvor eine chinesischsprachige Social-Media-Plattform.