Fiese Betrugsmasche Päckli aus dem Nichts – Teenager wird von Amazon geflutet

Andreas Fischer

11.5.2026

Päckliflut bei Amazon: Ein Bieler Teenager bekommt täglich unbestellte Pakete – ein Fall von «Brushing»-Betrug.
Päckliflut bei Amazon: Ein Bieler Teenager bekommt täglich unbestellte Pakete – ein Fall von «Brushing»-Betrug.
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Von Kugelschreibern bis Ausmalbüchern: Ein Bieler Teenager erlebt eine Päckliflut von Amazon – unbestellt und unerwünscht. Der 17-Jährige wird Teil eines «Brushing»-Betrugs, der Bewertungen und Verkäufe manipuliert.

Andreas Fischer

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein 17-Jähriger aus Biel wird von Amazon mit Päckli geflutet: Beim sogenannten «Brushing» verschicken Händler ungefragt Waren an zufällige Personen, um Verkäufe vorzutäuschen.
  • Die zugestellten Pakete gelten im System der Verkaufsplattformen als erfolgreiche und verifizierte Bestellungen.
  • Anschliessend nutzen die Betrüger die Fake-Käufe für positive Bewertungen, wodurch ihr Ranking und ihre Verkaufszahlen steigen.

Mal ist es ein einzelner Kugelschreiber, mal eine ganze Kiste mit Plastiküberschuhen für den Operationssaal, mal sind es Ausmalbüchlein für Kinder: Ein 17-jähriger Teenager aus Biel bekommt Anfang April täglich Päckli von Amazon. Nur bestellt hat er keines der Produkte.

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Wie das SRF‑Konsumentenmagazin «Espresso» berichtet, habe die Familie mehrfach vergeblich versucht, den Grund für die nicht bestellten und unerwünschten Lieferungen zu erfahren. Der Kundendienst von Amazon sei eine Antwort aber schuldig geblieben

Auch eine Löschung des Kundenkontos sei nicht möglich gewesen. Der Teenager hatte es demnach vor zwei Jahren angelegt, allerdings ohne eine Adresse zu hinterlegen. Ende des vergangenen Jahres sei wegen verdächtiger Login-Aktivitäten blockiert worden, habe ihm Amazon mitgeteilt. Das entsprechende Mail sei die letzte Nachricht gewesen, die er von dem Versandriesen erhalten habe.

Amazon entschuldigt sich

Und dann kam die Paketflut. Zum konkreten Fall wollte sich Amazon nach einer  «Espresso»-Anfrage nicht äussern und verwies lediglich auf die Hilfeseiten, konkret auf den Abschnitt «Betrug durch ‹Brushing› melden».

Das ist «Brushing»-Betrug

  • «Brushing» ist eine Form von Internetbetrug, bei der Händler falsche Bestellungen verschicken. Kommen diese an der Zieladresse an, gelten sie als erfolgreicher und verifizierter Kauf. Die Betrüger können daraufhin eine (natürlich positive) Produktbewertung schreiben: Dadurch gelten sie als seriös, was ihr Ranking beeinflusst und schlussendlich die Verkaufszahlen steigert.

Im Fall des Bieler Teenagers hat sich Amazon inzwischen dafür entschuldigt, nicht schon bei der ersten Kontaktaufnahme professionell reagiert zu haben. Man «untersucht Meldungen über das sogenannte ‹Brushing› und ergreift Massnahmen gegen Akteure mit schlechten Absichten, die damit gegen unsere Richtlinien verstossen.» Dies könne bis zum Entzug von Verkaufsrechten führen.

Übrigens: Wer unbestellte Ware zugeschickt bekommt, darf diese auf jeden Fall behalten. Man muss das Päckli weder bezahlen noch zurückschicken, heisst es bei «Espresso». Ratsam sei allerdings, den Onlineshop zu informieren.

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