Endloser AlbtraumBetrüger räumen Konten leer und treiben Opfer Monate später in neue Schulden
Lea Oetiker
3.12.2025
Ursula Brecht verlor 5000 Franken durch Betrüger via Twint.
KEYSTONE
Betrüger plündern seit Monaten Twint-Konten von Privatverkäufern – und selbst nach der Tat reissen die Folgen nicht ab. Eine Betroffene verlor fast 5000 Franken und soll nun auch noch für ein iPhone bezahlen.
Redaktion blue News
03.12.2025, 15:01
03.12.2025, 16:14
Lea Oetiker
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Betrüger plündern seit Monaten Twint-Konten von Tutti-Verkäufern via Phishing-Links.
Auch Ursula Brecht wurde Opfer eines solchen Betrugs. Innerhalb von 30 Minuten verlor sie knapp 5000 Franken.
Doch damit noch nicht genug: Die Betrüger bestellten Monate später mit den gestohlenen Daten von Brecht ein iPhone 16 Pro – per Twint Funktion «später bezahlen».
Mediamarkt will den Fall lösen, jedoch müsse Swissbilling die Forderung stornieren. Doch sie bestehen auf die Zahlung.
Betrüger räumen die Twint-Konten ihrer Opfer leer – und dies seit Monaten. Betroffen sind vor allem Personen, die über Plattformen wie Tutti Ware verkaufen. Die Betrüger lassen sich die Angebote an Adressen schicken, die längst nicht mehr existieren oder zu verstorbenen Personen gehören.
Sie versichern den Opfern, sie könnten nun auf einem Link die Funktion «Geld erhalten» anklicken, um die Auszahlung via Twint auszulösen. Doch eine solche Funktion gibt es bei Twint nicht, es handelt sich um Phishing.
So verlor auch Ursula Brecht (Name geändert) fast 5000 Franken, nachdem Unbekannte innerhalb von 30 Minuten ihr Twint-Konto geplündert hatten, wie der «Beobachter» schreibt.
Der Betrug hatte noch ein bizarres Nachspiel: Die Diebe bestellten Monate später mit ihren gestohlenen Daten ein iPhone 16 Pro für 1000 Franken bei Mediamarkt – per Twint-Funktion «später bezahlen».
Obwohl die Staatsanwaltschaft St. Gallen den mutmasslichen Täter inzwischen identifiziert hat, fordert die Inkassofirma Swissbilling weiterhin Geld von Brecht. Laut dem Unternehmen hätte Brecht ihre Zugangsdaten «sorgfaltspflichtwidrig» weitergegeben.
Täter ist bekannt
Aus den Unterlagen geht zudem hervor, dass das iPhone nach La Chaux-de-Fonds geliefert wurde, wie der «Beobachter» schreibt. Empfänger war der inzwischen bekannte Täter. Er nahm die Sendung persönlich entgegen und quittierte mit seiner Unterschrift. Diese Angaben liegen Swissbilling und Mediamarkt vor.
Mediamarkt will den Fall lösen, jedoch müsse Swissbilling die Forderung stornieren. Laut Swissbilling hätten sie die Mahngebühren storniert und werden sich nun bezüglich Rückzahlungsmodalitäten bei Brecht melden. Swissbilling besteht also auf die Zahlung. Obwohl Name und Adresse des Täters aktenkundig sind, erklärt das Unternehmen, man verfüge über «keine weiterführenden Informationen zur Täterschaft».
Ursula Brecht wartet nun auf die Betreibung, um anschliessend Rechtsvorschlag zu erheben. Gegen den eigentlichen Käufer des iPhone 16 Pro läuft derweil ein Strafverfahren.
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