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Vollgepackt mit energiefressenden Computerchips: ein KI-Rechenzentrum von Amazon Web Services in New Carlisle im US-Teilstaat Indiana. Den Bau eines weiteren Rechenzentrums hat die Gemeinde nach Protesten vorerst blockiert.
Bild: Keystone/Noah Berger/Amazon Web Services via AP Images
Künstliche Intelligenz sorgt für einen sprunghaften Anstieg des Bedarfs an Rechenleistung. Auch in der Schweiz boomt deshalb der Bau neuer Rechenzentren. Nun regt sich Widerstand gegen die Errichtung eines Rechenzentrums in Beringen SH.
Die Gruppierung «Aufstände der Allmende» plant laut den Zeitungen von Tamedia ein Widerstandscamp gegen das geplante Rechenzentrum in Beringen SH. Sie wolle damit gegen den Ausbau der KI-Infrastruktur stellen und schliesse militante Mittel nicht aus. Das aus der Klimastreikbewegung entstandene Aktivistenkollektiv plane für Juli ein mehrtägiges Protestcamp in der Gemeinde. Mehrere Kantonspolizeien sowie das Fedpol beobachteten die Aktivitäten der Gruppierung, hiess es auf Anfrage.
Die Gemeinde Beringen habe für das einwöchige Camp keine Bewilligung erteilt. Der Gemeinderat anerkenne zwar das Recht auf freie Meinungsäusserung, daraus entstehe jedoch kein Anspruch auf die Durchführung eines mehrtägigen Protestcamps auf öffentlichem Grund, sagte Gemeindepräsident Roger Paillard zu den Zeitungen.
Das Rechenzentrum in Beringen werde von Stack Infrastructure errichtet, heisst es in dem Bericht. Das in Denver im US-Teilstaat Colorado beheimatete Unternehmen ist auf den Bau von Rechenzentren spezialisiert. Die Inbetriebnahme sei für 2028 geplant. Der Energiebedarf der Anlage sei beträchtlich, heisst es weiter: Pro Jahr würden rund 55'000 Kubikmeter Wasser für die Kühlung sowie 315 Gigawattstunden Strom benötigt. Letzteres entspreche mehr als 70 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs des Kantons Schaffhausen.
Der Bau eines Rechenzentrums führt oft zum Widerstand von Anwohnern. Vor allem in den USA, wo die meisten dieser riesigen Rechenzentren entstehen, wehren sich immer mehr Menschen gegen die KI-Giganten und den Flächenfrass, Wasserverbrauch und Energiehunger – und sind damit oft erfolgreich. Die Proteste erreichen nun auch die Schweiz und andere Länder in Europa.
Rechenzentren werden in aller Regel von US-Konzernen betrieben – weshalb die eigentliche Wertschöpfung weit weg passiert, nicht in den Gemeinden, in denen die riesigen Anlagen errichtet werden.