16.04.2016 - 13:46, Dirk Jacquemien

Phänomen Snapchat: Sind WhatsApp und Facebook bald passé?

 

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Sie denken, Facebook und WhatsApp seien der letzte Schrei bei der digitalen Kommunikation? Falsch: Teenager weltweit fahren jetzt auf Snapchat ab. Wie schafft es die neue App, etablierte Plattformen zu verdrängen?

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Wenn Teenager im Zug mal wieder in ihren Smartphones versunken sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie gerade am Snapchatten sind. Laut dem Media Use Index 2015 nutzen 59 Prozent der Schweizer zwischen 14 und 19 Jahren regelmässig die App. Snapchat ist auf den besten Wege, die dominante Form der digitalen Kommunikation unter jungen Menschen zu werden.

Nur Instagram ist noch ähnlich populär, andere Plattformen verlieren dagegen bei den jungen Nutzern rasant an Bedeutung. Facebook beispielsweise hat für sie in etwa den selben Coolness-Faktor wie der Musikantenstadl.

Die wichtigsten Tweets

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Nachrichten verschwinden von alleine

Doch was macht Snapchat so einzigartig? Kernfunktion der ausschliesslich für Smartphones erhältlichen App ist das Versenden von Fotos oder kurzen Videos an Freunde. Diese lassen sich mit überlagertem Text, Emojis oder Filtern noch «verschönern».

Die Besonderheit: Die Nachrichten haben eine Haltbarkeit von nur wenigen Sekunden. Der Empfänger kann sie kurz angucken, dann werden sie automatisch für immer gelöscht.

Diese Funktion verschaffte Snapchat gerade in seinen Anfangszeiten den Ruf einer Schmuddel-App zum Versenden von Nacktbildern: Schliesslich war jedes verschickte Bild mit einem Ablaufdatum versehen - alles ganz unverbindlich.

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Snapchat wird seriös - und ernst genommen

Inzwischen wird Snapchat überwiegend für harmlose Inhalte genutzt und das Unternehmen selbst hat auch einiges dafür gemacht, um aus der Schmuddelecke herauszukommen. So hat es einen ehemaligen CNN-Reporter als «Head of News» rekrutiert. Etabliertere, amerikanische Nachrichten-Organisationen wie CNN, Vox oder Vice News produzieren mit grossem Aufwand eigene Inhalte nur für Snapchat.

Mit Nachrichten im Hochkant-Format soll so das ganz junge Publikum angesprochen werden, das kaum noch Fernsehen schaut und selbst den Besuch von Webseiten für anachronistisch hält. Kaum ein Unternehmen, das ein junges Publikum anspricht, kann es sich heute noch erlauben, nicht auf Snapchat vertreten zu sein.

SMS-Alternativen auf dem Vormarsch

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  • Telegram
  • Messenger

Frontalangriff auf Facebook

Für die meisten der jugendlichen Nutzer werden diese Angebote aber trotzdem eher nebensächlich bleiben. Sie nutzen Snapchat vor allem wegen der coolen Filter, die Effekte wie den «Rainbow Vomit» erzeugen. Hier sieht es so aus, als würde aus dem Mund ein Regenbogen entspringen.

Der Textchat war bisher eher untergeordnet, mit den jüngsten Updates hat Snapchat aber hier deutliche Verbesserungen gebracht. Es sieht so aus, als wolle das junge Unternehmen einen Frontalangriff auf Facebook mit seinem Messenger und der Tochter WhatsApp starten und so auch etwas ältere Nutzer gewinnen. Snapchatten könnte also bald eine Aktivität für jedes Alter werden - und dabei die besten Funktionen der etablierten Kurznachrichtendienste vereinen.

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