17.02.2017 - 11:21

Abzocker-Anrufe: «Ja»-Sager tappen in die Falle

Marianne Siegenthaler
 

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Man sollte auch mal Nein sagen. Das gilt besonders bei dieser Abzocker-Methode. Wer sich am Telefon ein «Ja» entlocken lässt, landet in einer Falle. Die Betrüger fälschen damit eine Tonaufnahme.

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Die Fantasie von Betrügern scheint grenzenlos, wenn es darum geht, arglose Konsumenten über den Tisch zu ziehen. In den USA macht jetzt eine besonders perfide Betrugsmasche am Telefon von sich reden – und womöglich dürfte diese demnächst auch nach Europa und in die Schweiz überschwappen. Bei der Meldestelle MELANI sind bisher keine Meldungen zu solchen «Ja»-Anrufen eingegangen, heisst es auf Anfrage von «Bluewin».

Wir zeigen nachfolgend und in der Bildergalerie, wie die Abzocke in 5 Schritten funktioniert und was Sie dagegen tun können.

Schritt 1

Ein unbekannter Anrufer meldet sich. Er gibt sich als Call-Center-Mitarbeiter, Berater oder ähnliches aus. Sein Ziel: Er will Ihnen das Wort «Ja» entlocken. Dies beispielsweise mit der Frage «Verstehen Sie mich?» oder «Sind Sie der Hauseigentümer?». Das Gespräch wird aufgenommen.

Schritt 2

Jetzt bastelt der Betrüger den Mitschnitt des Telefonats so zusammen, dass der Eindruck entsteht, Sie hätten eine Bestellung aufgegeben und diese mit Ihrem «Ja» bestätigt.

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Schritt 3

Der Betrüger ruft nochmals an und setzt Sie unter Druck, indem er den Zusammenschnitt mit Ihrer angeblichen Bestellung abspielt. Er fordert Sie auf, die Bestellung zu bezahlen und schickt eine entsprechende Rechnung. 

Schritt 4

Wenn Sie sich weigern zu bezahlen, droht der Betrüger mit Inkasso oder einer Betreibung. 

Schritt 5

Wenn der Betrüger Glück hat, bezahlen Sie, weil Sie einen Eintrag ins Betreibungsregister vermeiden wollen. Auch eine grundlose Betreibung wird nämlich im amtlichen Register vermerkt und hat so auch negative Auswirkungen beispielsweise bei der Wohnungs- oder Jobsuche. 

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So reagieren Sie richtig

  • Nehmen Sie Telefonanrufe von unbekannten oder anonymen Anrufern gar nicht erst entgegen.
  • Falls Sie doch abheben, legen Sie sofort auf, wenn Ihnen der Anrufer suspekt vorkommt.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zahlen Sie keinesfalls eine Rechnung für eine Bestellung, die Sie niemals getätigt haben.

Anrufe von falschen Microsoft-Mitarbeitern

Auch wenn für viele kriminelle Aktivitäten fingierte Mails (zuletzt mit falschen Swisscom-Rechnungen) die erste Wahl sind, scheint das gute alte Telefon bei den Betrügern immer noch eine Option zu sein. Das zeigt nicht nur dieser Fall, sondern auch die regelmässigen Anrufe von falschen Microsoft-Mitarbeitern. Sie wollen die Opfer dazu bringen, Schadsoftware zu installieren, die den Computer unbrauchbar macht.

Phishing-Attacken in der Schweiz

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  • Swisscom Meldung
  • Computer Downolad
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