19.05.2017 - 11:33, aktualisiert: 15:45, Dirk Jacquemien

Grandios gescheitert: Diese Handys wollte wirklich keiner haben

 

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Die noch relativ junge Smartphone-Geschichte ist bereits reich an dramatischen Fehlschlägen. Wir zeigen, welche Modelle in die Kategorie «Leider Nein» gehören.

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Das Smartphone ist zum wichtigsten technischen Gadget der Gegenwart geworden. In der noch jungen Geschichte gab es neben den bekannten Hits auch zahlreiche Versuche, ein wirklich neuartiges, manchmal gar revolutionäres Produkt zu lancieren. Doch häufig scheiterten diese Versuche ebenso spektakulär. Wir zeigen nachfolgend und in der Bildergalerie die grössten Pannen.

Nokia N-Gage: Design-Panne

Die Finnen hatten bereits 2003 erkannt, dass Menschen gerne an ihrem Handy aufwändige Spiele zocken. Die Umsetzung in Form des N-Gage war allerdings mangelhaft. Das Handy mit eingebauter Spielkonsole hatte eine gewöhnungsbedürftige Form. Beim Telefonieren sah man einfach nur lächerlich aus, weil man es seitlich ans Ohr halten musste. Ein Graus in Sachen Benutzerfreundlichkeit: Wollte man ein Spielmodul auswechseln, musste man zuerst den Akku entfernen. Das kam zum Glück nicht allzu häufig vor, weil das Spielangebot nicht berauschend war.

Die grössten Produkt-Pannen an einem Ort

  • Colgate
  • Harley-Davidson
  • Peek
  • New Coke

Motorola ROKR: Apples Keynote-Albtraum

Bevor es das iPhone gab, gab es das ROKR. Das Handy von Motorola kam mit integrierter Unterstützung von iTunes. Apple-Gründer Steve Jobs persönlich stellte das ROKR 2005 vor.

Doch wie das Video oben belegt, lief schon die Präsentation schief - das Handy funktionierte nicht so, wie es sollte. Für den damaligen Apple-Chef ein No-Go. Auch bei den Kunden kam das ROKR nicht an. Apple nahm danach die Dinge selbst in die Handy und entwickelte das iPhone.

Blackberry Storm: Sturm im Wasserglas

Eben jenes iPhone wurde 2008 für den damaligen Smartphone-Primus Blackberry zum Problem, de sich auf seinen Erfolgen mit dem Tastatur-Handy ausruhte. Also brachte es mit dem Storm sein erstes Handy mit Touchscreen statt physikalischer Tastatur heraus.

Die Bildschirm-Tastatur hatte aber trotzdem noch ein haptisches Feedback, um treuen Blackberry-Nutzern ein bekanntes Erlebnis beim Tippen zu geben. Das Storm wurde allerdings von zahlreichen Bugs geplagt und konnte sich nie durchsetzten. Statt neues Standbein von Blackberry zu werden, war das Storm der Anfang vom Ende der Firma.

Die legendärsten Nokia-Handys

  • Nokia 3310 Neo
  • Nokia 3310 Original
  • Nokia
  • Communicator

Microsoft KIN: Smartphone ohne Apps

Junge Nutzer sind cool und hip und leben ausschliesslich in sozialen Netzwerken - davon war Microsoft 2010 überzeugt. Also entwickelte es ein Smartphone extra für diese Zielgruppe, das Microsoft KIN. Es sollte einen schnellen Zugriff auf verschiedene soziale Netzwerke ermöglichen.

Von seiner eigenwilligen Form mal ganz abgesehen, erlaubte das KIN allerdings keinerlei zusätzliche Apps, was auch damals schon von Smartphones erwartet wurden. Nach rekordverdächtigen 48 Tagen wurde der Verkauf des KIN deshalb wieder eingestellt.  

HTC First: Als Facebook ein eigenes Handy wollte

2013 war Facebook ein aufstrebendes Unternehmen, das gerade an der Börse debütiert hatte. Doch was man genau sein wollte, war dem sozialen Netzwerk damals offenbar nicht ganz klar. Jedenfalls versuchte man in Zusammenarbeit mit HTC ein eigenes Smartphone auf den Markt zu bringen.

Das HTC First kam mit einer eigenen «Facebook Home»-Oberfläche, die schnellen Zugriff auf alle Facebook-Dienste ermöglichte. Es sollte noch viele weitere Facebook-Phones folgen. Doch den Kunden war offenbar die Notwendigkeit für ein solches Gerät nicht bewusst und mit dem HTC First endete Facebooks alles andere als erstklassige Ausflug in die Smartphone-Welt vorerst.

Samsung Galaxy Beam: Ich bin auch ein Projektor

Es zwar nicht das schlimmste Smartphone der Samsung-Geschichte, dennoch war das Konzept ein grosser Reinfall. Das Beam hat einen eingebauten Beamer, mit dem Bilder und Videos an die Wände projiziert werden konnten. Die Auflösung war allerdings so niedrig und die Leuchtkraft ebenso wie die Akkulaufzeit so schwach, dass das Gerät in der Praxis fast nutzlos war.

Amazon Fire Phone: Das App-Gefängnis

Mit seinen günstigen Tablets hatte Onlinehandel-Gigant Amazon durchaus Erfolg. Das Fire Phone, Amazons erstes und einziges Smartphone, wurde dagegen zum Ladenhüter.

Das Smartphone basierte auf Android, erlaubte aber nur die Installation von Apps aus dem App Store von Amazon mit deutlich geringer Auswahl. Stattdessen war etwa eine Bilderkennungssoftware an Bord, mit der sich Gegenstände identifizieren und dann praktischerweise direkt bei Amazon kaufen liessen. Dieses Killerfeature bewegte offenbar nicht all zu viele Kunden, nach einem Jahr wurde der Verkauf des Fire Phone eingestellt. 

Google Project Ara: Baukasten-Handy blieb ein Phantom

Googles Project Ara stand immer kurz vor der Lancierung. Das Konzept war revolutionär. Nach dem Baukasten-Prinzip konnte man sein ganz persönliches Smartphone zusammenstellen. Doch die Lancierung wurde immer wieder verschoben, Termine öffentlich angekündigt und dann verpasst. Auch der vermeintliche Verkaufspreis wurde immer höher. Sprach Google zunächst von Preisen ab 50 Dollar, sollte Ara zuletzt soviel wie aktuelle Spitzenmodelle kosten. Im September 2016 stellte Google die Entwicklung nach mehr als drei erfolglosen Jahren ein.  

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