19.07.2017 - 09:15, aktualisiert: 13:38, Anatol Heib

Apples nächster Hit könnte das iPhone abschaffen

 

0 Bewertungen


Apple plant für September nicht nur ein neues iPhone, sondern auch einen anderen Knüller - und der könnte sogar dafür sorgen, dass das Apple-Handy überflüssig wird.

Bluewin App: Neu mit E-Mail

E-Mail & News: Die ganze Welt von Bluewin gibt's jetzt für unterwegs.

Auf der Suche nach dem nächsten grossen Ding investiert Apple massiv in Augmented Reality AR (Erweiterte Realität). Bei dieser Technik blickt der Konsument durch den Bildschirm des Smartphones. Dabei werden in die reale Umgebung Computergrafiken und Informationen eingeblendet. So lässt sich zum Beispiel künftig mit dem Blick durchs Smartphone die Wohnung mit virtuellen Möbeln einrichten. Passt alles, bestellt man die Ware.

Diese Technik existiert schon seit einigen Jahren. So gibts in der Kamera-App der Sony-Xperia-Handys schon lange eine AR-Funktion, mit der man Zwerge oder Dinosaurier in die reale Umgebung einblenden kann. Doch erst mit dem Monsterjagd-Spiel Pokémon Go wurde die Technik so richtig bekannt. Und dank immer leistungsstärkeren Smartphones ist mit AR nun viel mehr möglich. In der Bildergalerie stellen wir die Möglichkeiten von AR vor.

Bild zum Artikel

Die Kameras der Xperia-Smartphones bieten schon seit längerer Zeit einfache AR-Funktionen. Hier wanderen Elfen auf dem Tisch im Zugabteil der SBB.
Bild: Bluewin

Pokémon Go mit Milliardenumsatz

Branchenkenner gehen von einem Milliardengeschäft aus. Das zeigt alleine schon das oben erwähnte Monsterjagd-Game: Auch wenn es um Pokémon Go ruhiger geworden ist, erzielt die Applikation weiterhin einen unglaublichen Umsatz - bis Juni waren es 1,2 Milliarden US-Dollar.  «Augmented Reality verspricht einen schnellen Gewinn für die Tech-Konzerne. Die Konsumenten brauchen nur ein Smartphone oder Tablet, um in futuristische Welten einzutauchen», sagt Lukas Zimmerli, AR-Experte bei Swisscom.

Bild zum Artikel

Für AR-Experte Lukas Zimmerli ist das Smartphone eine Übergangsphase. Augmented Reality werde künftig vor allem mit leichten Brillen genutzt.
Bild: Swisscom

Kein Wunder, hat Apple CEO Tim Cook das Thema quasi zur Chefsache erklärt: Mit dem kürzlich veröffentlichen AR Kit für iOS 11 steht einer grossen App-Welle im Herbst nichts mehr im Wege. Mit dem Software-Baukasten können Entwickler sehr viel einfacher AR-Apps für iOS programmieren. An der WWDC-Keynote im Juni zeigte der Konzern eindrücklich, was möglich ist: Durch den Saal schwebten Raumschiffe und auf dem Präsentationstisch tobte eine Schlacht.

Im Hintergrund dürften bei Apple bereits fleissig Gespräche für prominente Kooperationen laufen. Offiziell ist bereits, dass man mit IKEA eine Partnerschaft eingeht. Der Möbelhersteller will mit iOS 11 Wohnungen virtuell einrichten.

Tim Cook gibt zwar zu bedenken, dass Augmented Reality noch etwas Zeit brauchen werde, weil es noch ein paar technologische Schwierigkeiten zu lösen gibt. «Aber es wird passieren, und es wird mit einem Paukenschlag geschehen», sagte der Apple-Chef bereits 2016. Und dann werde man sich fragen, wie man je ohne leben konnte. Genauso, wie man sich heute wundert, wie man ohne das Handy leben konnte.

«Es ist ein regelrechter Hype entstanden»

Seit der Veröffentlichung des AR Kits tauchen im Web täglich neue Beispiele auf. «Es ist ein regelrechter Hype um mögliche Anwendungsfälle entstanden. Ich bin gespannt, inwiefern sich die meisten Konzept-Videos auch tatsächlich mit dem ARKit realisieren lassen», sagt Zimmerli. The Verge schrieb denn auch bereits treffend: «ARKit wird uns eine Menge Spass machen während wir darauf warten, dass es nützlich wird.»

So wird uns AR den Alltag vereinfachen

Lukas Zimmerli traut Apple zu, die Technik massentauglich zum machen: Der Konzern habe viele Nutzer und eine treue Entwickler-Community, die man nun mit dem AR Kit versorgt habe. Der Konzern verstehe bestens, neue Technologien marktreif zu machen. 

Für ein «Next Big Thing» sei aber mehr nötig als einfache Spezialeffekte oder Spiele. «Es braucht vor allem Apps, die uns den Alltag erleichtern», sagt Zimmerli. Er nennt einige Beispiele: 

1. Ausprobieren, ob die neuen Möbel in die Wohnung passen

2. Genaues Vermessen von Objekten mit dem Handy

5. Spiele - Pokémon Go legte das Fundament 

6. Menü im Restaurant auf dem Tisch begutachten, bevor man bestellt

3. Unterstützung während der Arbeit: Bei Swisscom steht zum Beispiel mit Smart Assistance bereits eine Software im Einsatz, die Servicetechniker bei der alltäglichen Arbeit unterstützt.

4. Einfaches Navigieren in Städten.

7. Neue Erlebnisse in der Freizeit - zum Beispiel im Stadtpark durch ein Super-Mario-Level laufen.

8. Direkte Übersetzung einer Sprache (gibt es teils schon mit Google Translate).

Die Brille wird das Smartphone ersetzen

Doch AR mit dem Smartphone ist erst der Anfang. In Zukunft sollen leichte Brillen die Bildschirme in unserem Leben ersetzen - und damit könnte das Smartphone dereinst sogar überflüssig werden. Ob Apple mit AR wirklich das Ende des iPhone plant, wie es «Businessinsider» schreibt, wird sich zeigen.

Die Brillen sind jedenfalls schon Realität: «Es sind bereits einige erhältlich und im Einsatz. Bei Swisscom entwickeln wir für unsere Geschäftskunden zum Beispiel Anwendungen für die Microsofts HoloLens. Ich bin überzeugt, dass es letztlich die Brillen und nicht das Smartphone sind, welche den sinnvollsten und effizientesten Einsatz von AR ermöglichen. Denn wer möchte die ganze Zeit mit dem Smartphone in der Hand durch die zukünftige AR-Welt laufen?» Damit würden wir  den Szenarien aus Science-Fiction-Filmen wieder ein Stück näher kommen.

AR schon jetzt ausprobieren

Fürs Smartphone sind bereits andere AR-Apps erhältlich. Eine Übersicht:

Holo: Neben einem Tiger stehen - die App blendet in eigene Videos Hologramme ein (iOS, Android)

Atelier Pfister: Mit der Schweizer App kann man die eigene Wohnung mit virtuellen Designmöbeln einrichten (iOS, Android)

Pokémon Go: Der Klassiker - Monsterjagd in der Stadt (iOS, Android)

Weitere Apps für Android und iOS finden Sie auf Vuforia.com

Die Evolution des iMac

  • iMac G3
  • iMac G3
  • Apple Jobs
  • iMac G4

Weitere Artikel

Anzeige
Bitte aktivieren Sie Javascript für die beste Browserfunktionalität